50 Jahre Mitglied der Briefmarken- und Münzenfreunde Lahr

Manfred Eble sammelt Briefmarken seit er sieben Jahre alt ist

Autor: 
Sophia Körber
Lesezeit 3 Minuten
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23. Oktober 2019

Der Vorsitzende Manfred Eble (Mitte) wird für 50 Jahre Mitgliedschaft bei den Briefmarken- und Münzfreunden geehrt. Stellvertreter Herbert Foellmer (links) und der Ehrenvorsitzende Klaus Riedel gratulieren. ©Endrik Baublies

Seit 50 Jahren ist Manfred Eble Mitglied der Briefmarken- und Münzenfreunde Lahr. Eigentlich sogar schon länger: 1967 ist mit knapp 16 Jahren in den Verein eingetreten. Am Sonntag wurde der Vorsitzende dafür geehrt. Im Interview mit dem Lahrer Anzeiger erzählt der 67-Jährige, wie er durch seinen Großvater zum Sammeln kam.

Herr Eble, heute sammeln wahrscheinlich die wenigsten Jugendlichen noch Briefmarken. Wie kamen Sie damals dazu?
Manfred Eble: Das war ganz einfach: Mein Großvater kam aus Dortmund. Ich habe ihn häufig besucht und er hat sein Leben lang Briefmarken gesammelt. Mit sieben Jahren hat meine Begeisterung für Briefmarken dank ihm begonnen. Er hat mir ein einfaches Schulheft gekauft und Linien eingezeichnet. So hat man früher Briefmarken gesammelt. Mein Großvater hat mir alles beigebracht und es hat mich nie losgelassen.

Was fasziniert Sie so sehr an Briefmarken?
Eble: Ich interessiere mich für die Post- und Zeitgeschichte und habe Briefmarken aus allen Ländern gesammelt. Man lernt unheimlich viel dazu, gerade über die Kulturen und die Persönlichkeiten, die abgebildet sind. Dazu kommen die vielen Begegnungen mit anderen Sammlern, mit denen ich mich immer wieder auf den Treffen unterhalte.

Haben Sie eine Lieblingsbriefmarke?
Eble: Ich habe einen wirklich tollen Beleg, der weltweit ein Unikat ist. Und zwar ist es eine Postkarte eines jungen Lahrers, der 1899 per Schiff in China unterwegs war. Er hat seinem Vater geschrieben, dass sie nicht anlegen können, weil auf dem Festland die Pest herrscht. Die Karte ist also mit einem Schiffspoststempel aus China versehen und hat noch eine Briefmarke aus Hongkong drauf. Es dauerte zwei Monate, bis die Karte in Deutschland war.

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Wie kommt man an so etwas?
Eble: Früher habe ich als Schreiner gearbeitet. Das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und als ich dann die Mittagspause auf einer Baustelle verbracht habe, kam ich mit den neuen Hausbesitzern ins Gespräch. Die Frau meinte, dass sie noch eine Sammlung ihres Vaters hat und fragte nach, ob ich sie nicht mal anschauen möchte. Am Ende habe ich sie ihr abgekauft. Das ist sicher schon 30 Jahre her.

Neben Briefmarken werden im Verein auch Münzen gesammelt.
Eble: Ja, das ist richtig. Ich habe mich zum Beispiel auch auf Ansichtskarten spezialisiert. Das ist sozusagen mein zweites Hobby. Das besondere daran ist, dass man fast jeder Karte hinterherforschen kann. Ich suche zum Beispiel im Internet nach Karten von Kuhbach und finde weltweit Angebote und vergleiche die Karten mit heute. Je kleiner der Ort, desto seltener ist natürlich auch die Karte. Es ist schön zu wissen, dass die Erben nicht einfach alles wegwerfen.

Apropos Erbe, wie steht es denn um den Nachwuchs im Verein?
Eble: Natürlich haben wir im Verein keine Jugendabteilung. Derzeit sind wir noch zirka 40 Mitglieder. Bei meinen Kindern habe ich damals schon versucht, sie für das Hobby zu begeistern. Das hat für eine Weile angehalten, dann war es aber vorbei und anderes war interessanter. Bei meinen Enkeln versuche ich es gerade noch. Es ist aber auch so, dass früher viele gesammelt haben, die heute gar nicht mehr dabei sind.

Info

Der Verein

Die Briefmarken- und Münzenfreunde Lahr treffen sich jeden dritten Sonntag im Monat im Kuhbacher Rathaus von 10 bis 12 Uhr.

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