Meißenheim

Meißenheim trauert um den verdienten Landwirt Norbert Huser

Autor: 
Silke Keil
Lesezeit 3 Minuten
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18. September 2019

Offen und den Mitmenschen zugewandt – so bleibt Norbert Huser vielen in Erinnerung. ©Hans Spengler

Kaum jemand kannte Meißenheim, seine Geschichte, seine Böden und Feldfrüchte so gut wie Norbert Huser. Am Sonntag starb der engagierte Landwirt auf dem Weg zur Kirche. Er hinterlässt eine große Trauergemeinde.

Der Tod des 89-jährigen Landwirts traf die Familie völlig unvermittelt. Norbert Huser musste im Winter wegen Herzproblemen zwar wiederholt im Krankenhaus behandelt werden, doch zur Freude aller erholte er sich gut und fühlte sich in diesem Sommer wieder so gestärkt, dass er erneut auf den Schlepper stieg, um seinem Sohn Gerd bei den landwirtschaftlichen Arbeiten zu helfen – auf den Feldern, die er einst als junger Mann selbst angelegt und bestellt hatte. 

Am Sonntagmorgen, auf dem Weg zum Gottesdienst, brach er dann plötzlich zusammen. Ersthelfer versuchten noch, den allseits geschätzten Meißenheimer zu reanimieren. Doch er verstarb unter ihren Händen. Die Trauer ist groß bei seiner Ehefrau Marta, geborene Reith, seinen beiden Kindern, Gerd Huser und Beate Bachmeier, der Enkeltochter Annette Walter, den Urenkeln Maria und Jakob sowie zahlreichen Anverwandten. Und auch weit über Meißenheim hinaus wird der Verlust des engagierten und warmherzigen Mitbürgers beklagt. Mit großer Leidenschaft wirkte er im Handballverein HTV, engagierte sich bei der Freiwilligen Feuerwehr und im Reit-, Renn- und Fahrverein Meißenheim, sang bis zu dessen Auflösung im Männergesangverein und brachte sich in den Tabakbauverein ein. 

Profunder Kenner

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Kaum jemand kannte Meißenheim und dessen Geschichte so gut wie Norbert Huser. Nach seiner Geburt im Klinikum Lahr am 16. Mai 1930 wuchs er mit Schwester Hilda in der Hauptstraße 19 in Meißenheim auf. Schon früh half er auf dem Bauernhof mit und wusste, dass er selbst einmal Landwirt werden wollte. Nach der Grund- und Hauptschule besuchte er die Landwirtschaftliche Schule in Lahr – aber nur über die Wintermonate, um zur Saat, Pflege und Ernte wieder mit anpacken zu können. 

Dabei wies er sich nicht nur als profunder Kenner des Tabakanbaus aus, sondern kannte sich auch mit Getreide, Mais oder Obst bestens aus. Für den Lahrer Anzeiger interpretierte er noch vor zwei Wochen zahlreiche traditionelle Bauernregeln – und reflektierte mit großem Wissen die heutige Situation.

Als die Bomben fielen

Selbst den Zweiten Weltkrieg hatte Norbert Huser in Meißenheim erlebt. Er erinnerte sich noch gut daran, wie die Schule 1939 ausfiel und die Bürger 1940 nach Ohlsbach flüchten mussten. Er kehrte zurück und arbeitete gerade auf dem Feld, als Flieger der Französischen Armee Bomben auf das Dorf warfen. Als Zeitzeuge ließ der Landwirt an seinen Erlebnissen teilhaben und warnte vor einem erneuten Krieg. Nun erinnern sich all jene Menschen an den Mann, der Meißenheim entscheidend mitgeprägt und gestaltet hat. Er wird fehlen. Die Beerdigung findet morgen, Donnerstag, um 17 Uhr auf dem Friedhof in Meißenheim statt.

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