Lahr

Mobilitätspakt in Lahr: Enormer Mehrwert für die Region

Autor: 
Redaktion
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07. April 2021

Bärbel Schäfer ©Regierungspräsidium

Für den Raum Lahr wird ein Mobilitätspakt eingerichtet. Bei der Mobilität über die Grenzen hinweg, sollen die Belange der Berufstätigen im Fokus stehen.

Im Auftrag des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg bringt das Regierungspräsidium im Raum Lahr den ersten grenzüberschreitenden Mobilitätspakt des Landes auf den Weg. Ziel ist es, gemeinsam ein Konzept für den Standort Lahr zu entwickeln, um dessen Verkehrsverhältnisse ganzheitlich zu verbessern. 

Bei einem Auftaktgespräch  informierte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer Vertreter des Ortenaukreises, der Stadt Lahr, des Regionalverbands Südlicher Oberrhein, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer sowie des Wirtschaftsverbands industrieller Unternehmen Baden über das Projekt und die nun anstehenden Schritte. 

Fokus auf Vernetzung

Der Mobilitätspakt beschränke  sich  nicht nur auf  Straßeninfrastruktur, den öffentlichen Verkehr oder den Rad- und Fußverkehr, sondern lege einen besonderen Fokus auf die Vernetzung der verschiedenen Vorhaben und die Einbindung des betrieblichen Mobilitätsmanagements. Gleichzeitig solle Raum für kreative Ideen und innovative Mobilitätslösungen geschaffen werden. „Mit dem Mobilitätspakt werden wir der Verkehrswende im Raum Lahr gemeinsam und grenzüberschreitend einen starken Schub geben“, erklärt Bärbel Schäfer. „Lahr ist mit seiner Nähe zu Frankreich, seiner starken Wirtschaft, den vielfältigen verkehrlichen Verknüpfungen und Pendlerströmen prädestiniert für dieses moderne Steuerungsinstrument. Deshalb haben wir den Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau von Beginn an einbezogen. Der Mobilitätspakt bringt einen enormen Mehrwert für die Region, ihre Menschen, den Wirtschaftsstandort Lahr, das Klima und die Umwelt.“

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In einem ersten Schritt sollen die Belange der Berufstätigen im Fokus stehen. Hierzu sollen die Bedürfnisse der Unternehmen sowie von deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermittelt und im Anschluss Lösungen entwickelt werden. 

„Die Betriebe in unserer Region brauchen ein zukunftsfähiges und auch an den Bedürfnissen der Wirtschaft ausgerichtetes Mobilitätskonzept, das alle Verkehrsarten einbezieht“, sagt dazu Steffen Auer, Präsident der Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein, „dabei wird es neben einer guten Vernetzung der Verkehrsträger auf nachhaltige und moderne Mobilitätsformen und eine intakte Verkehrsinfrastruktur ankommen.“ Aus der Sicht von Frank Neumeister vom Wirtschaftsverband industrieller Unternehmen Baden ist das „stressfreie und schnelle Einpendeln von Fachkräften entlang der Rheinschiene ein großer Standortvorteil der Lahrer Industrie“. Ein modernes und erweitertes Verkehrskonzept erlaube den verbesserten Zugang zu den Hochschulstandorten genauso wie den Zustrom von französischen Grenzpendlern und lokalen Arbeitskräften. 

„Der Mobilitätspakt lebt vom gemeinschaftlichen Engagement“, betont  Schäfer. Aufgabe des Regierungspräsidiums sei es, den zunächst auf eine Dauer von etwa fünf Jahren angelegten Prozess zu steuern.  Als  Beispiele für konkrete Vorhaben nannte die Regierungspräsidentin Anpassungen bei den Anschlüssen und Takten im ÖPNV, eine Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur sowie deren Vernetzung mit anderen Verkehrsträgern, einen grenzüberschreitenden Company-Bus und den Ausbau von Sharing-Diensten. 

Im Spätsommer soll im Rahmen einer Kick-off-Veranstaltung gemeinsam mit Verkehrsminister Winfried Hermann die offizielle Gründungserklärung unterzeichnet werden. Anschließend beginnt die Detailarbeit der Partnerinnen und Partner. Parallel sollen die Perspektiven und Ideen der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere zum Pendlerverkehr, in den Prozess einfließen. Landrat Frank Scherer bezeichnet den Mobilitätspakt als „eine wertvolle Ergänzung zur Mobilitätsoffensive des Ortenaukreises“. Der Lahrer Oberbürgermeister Markus Ibert betont, dass es nur in Kooperationen möglich sei, bestehende Mobilitätsangebote effizient auszubauen und neue Angebote zu entwickeln und zu etablieren:  „Denn die Verkehrs- und Mobilitätsplanung darf nicht an der Gemarkungsgrenze Halt machen.“

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