Mediathek Lahr

Literaturpreis Vergabe »Lahrer Murre« 2015

Autor: 
Stephan Tissot
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
03. November 2015

Erster Bürgermeister Guido Schöneboom (Schirmherr/links), Moderator Heinz Siebold (rechts) und die Juroren Ludwig Hillenbrand, Ulrike Derndinger und Stefan Pflaum (hinten v. links) gratulierten den Preisträger Christa Heimann-Buß, Caroline Burkart, Hermann Billharz, Helga Rüdiger und Carola Horstmann. ©Stephan Tissot

Carola Horstmann in der Sparte »Prosa« und Helga Rüdiger in der Sparte »Lyrik« sind am Montag in Lahr mit dem Mundart-Literaturpreis »Lahrer Murre« ausgezeichnet worden. Auch Autoren aus Lahr und dem Kinzigtal waren weit vorn mit dabei.

In der Lahrer Mediathek wurden am Montag die Preisträger der »Lahrer Murre« gekürt. Der Mundart-Literaturpreis ist inzwischen ein begehrter Literaturpreis für Mundartdichter – und zwar weit über die Region Ortenau hinaus.

Aus 35 Autoren hatte die Jury, bestehend aus Ulrike Derndinger, Ludwig Hillenbrand und Stefan Pflaum, fünf Beispiele alemannischer Sprachgewandtheit ausgewählt. Den ersten Preis in der Kategorie »Lyrik« errang die See-Alemannisch dichtende Helga Rüdiger. Früh war sie von Lindau nach Würzburg ausgewandert. Ihr Thema im Gedicht »Heumet«: Ein zu früher Abschied und ihre sprachliche Heimat im Alemannischen.

Das beste Prosastück hatte Carola Horstmann aus Freiburg-Denzlingen eingereicht. In »Rosa Hemmli« (»Rosa Hemd«) beschreibt sie, wie die Ich-Erzählerin ihren letzten Ferienabend am Mittelmeer erlebt.

In der Kategorie »Lyrik« wurden in diesem Jahr zwei zweite vergeben. »Die Beiträge waren einfach zu gut«, so Moderator Heinz Siebold zur Begründung. Carola Burkart aus Lahr überzeugte mit ihrem Gedicht »Samschdig«. Christa Heimann-Buß aus Kandern gab ein eindringliches Bild von den Veränderungen im Zeitenlauf in ihrem Werk »Umbruch«. In der Kategorie »Prosa« kam der gebürtige Dörlinbacher Herman Billharz, der jetzt in Gutach lebt, auf den zweiten Platz für sein humorvolles Stück »Jetz hem mer’s Mallör«.

- Anzeige -

Alle Juroren waren sich einig, dass die gekürten Autoren dicht und formal klar strukturiert schilderten und dichteten. Heimatkitsch oder Amateurtum stand also nicht zur Debatte. Was vorlag, war vielmehr echte Literatur. Und das, so erklärte Heinz Siebold, sei für das Alemannische überlebenswichtig: »Eine Sprache, die keine Literatur mehr hat, ist gefährdet.«

Authentischer Es­prit

Anstatt zu einer etwas trockenen Veranstaltung für Literaten zu werden, wirkte der gesamte Abend entspannt, aber niveauvoll. Für Auflockerung sorgte nicht nur Helmut Dold, allseits bekannt als »de Hämme«, sondern auch die in großen Teilen auf Alemannisch gehaltenen Laudationes. Nicht nur in den Texten der preisgekrönten Autoren ließ sich die Wirkungskraft der einstigen Hochsprache ermessen – auch die Juryworte versprühten authentischen Es­prit.

Zum Abschluss gab es dann nicht nur die hölzerne »Murre« für die besten Beiträge. Wer noch blieb, konnte den Abend bei Roséwein und echter, süßer Murre ausklingen lassen.

Stichwort

Literatur statt Schmollschnute

Die »Lahrer Murre« wird seit drei Jahren vergeben, und zwar in den Kategorien »Lyrik« und »Prosa«. Pate für den Mundart-Literaturpreis stand das gleichnamige Gebäck, das die etwas mürrische »Schnute« so manches Lahrer Zeitgenossen kulinarisch aufs Korn nimmt. Die Schirmherrschaft für den Literaturwettbewerb hat inzwischen allein die Stadt Lahr übernommen, nachdem Tom Jacob, Inhaber des Lahr Verlags und Initiator des Projekts, zurückgetreten war. Der erste Preis in den jeweiligen Kategorien ist mit 200, der zweite Preis mit je 100 Euro dotiert.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Lahr

Nach dem Blumenfestival
vor 46 Minuten
Schon am frühen Morgen fahren die ersten Interessenten mit dem Auto auf den Urteilsplatz, um sich Chrysanthemen zu sichern. Ehrenamtliche Helfer des Freundeskreises »Blumen öffnen Herzen« haben gestern wieder Chrysanthemen gegen einen kleinen Obolus an vier Plätzen in Lahr abgegeben.   
Die 58 Millionen Euro, die für die Landesgartenschau geplant worden waren, haben nicht gereicht.
Von 58 auf 60,4 Millionen Euro
vor 3 Stunden
58 Millionen Euro sollte die Lahrer Landesgartenschau mal kosten. Nun sind es 60,4 Millionen Euro. Am kommenden Montag soll der Gemeinderat deshalb grünes Licht für überplanmäßige Haushaltsmittel geben.
Meißenheim
vor 6 Stunden
Die Auwälder Jagdhornbläser haben sich vor 30 Jahren gegründet – eine große Geburtstagsfeier soll es aber nicht geben. Dafür spielten sie am Sonntag in der evangelischen Kirche in Meißenheim groß auf.   
Konzert
vor 9 Stunden
Mit tosendem Beifall bedankte sich das Publikum bei der Chorgemeinschaft für ihr Konzert. Die Solisten aus eigenen Reihen und ein Kurzauftritt der »Irish Boys« trugen zur Begeisterung bei.  
Wer wird Lahrionär?
vor 11 Stunden
Kennen Sie sich aus in Lahr? Wenn ja, sind Sie richtig beim Quiz des Lahrer Anzeigers. Heute geht es um den Bau von neuen Parkmöglichkeiten in der Lahrer Innenstadt.
Hauptversammlung
vor 12 Stunden
Wahlen standen beim Ski-Club Schwanau keine an, dennoch erforderte der Rückblick in der Hauptversammlung seine Zeit. Das Geschäftsjahr brachte wieder eine ganze Reihe von Veranstaltungen, Angeboten und Aktionen mit sich.
Schwanau - Wittenweier
vor 15 Stunden
Der MGV »Eintracht« Wittenweier hat seinen Zuhörern am Samstagabend in der Elzhalle bewiesen, dass er musikalisch nach wie vor seinen Mann stehen kann. Gäste waren Männerchor Elzach, eine Solistin und der Wittenweierer Projektchor.  
Der Historische Verein Oberschopfheim hat ein Fenster von »Xavers Landmarkt« geschmückt.
Friesenheim - Oberschopfheim
11.11.2018
Mit Unterstützung des Historischen Vereins wurde ein Schaufenster von »Xavers Landmarkt« mit historischen Ortsfotos gestaltet. Zum langfristigen Erhalt der Nahversorgung bedarf es eines stärkeren Kundenzuspruchs.
Soll der SC Lahr sein Vereinsleben auf der Dammenmühle bündeln? Das Thema lässt Emotionen hochkochen.
Lahr/Schwarzwald
11.11.2018
Informationen zu möglichen Entwicklungen für den »Sportpark Dammenmühle« ließ die Emotionen in der Hauptversammlung des SC Lahr hochkochen. Dabei zeigte sich, wie tief die SC-Fusion von 2015 noch nachwirkt.
Sonja I. hatte ihren letzten großen Auftritt am Wochenende.
Lahr/Schwarzwald
11.11.2018
Das Feuerwerk war grandios, der Besuch prächtig und die Unterhaltung trotz etwas Regen gut. Die Chrysanthema in Lahr ist am Wochenende  bunt, ausgelassen und mit einer Farbenorgie zu Ende gegangen. 
Konsequenzen
11.11.2018
Vier Jahre Haft lautete Ende Oktober das Urteil für den Ex-Dekan Markus E. wegen Betrugs und Untreue. Nun kündigt der Freiburger Erzbischof Stephan Burger ein weiteres Vorgehen im Brief an die Seelsorgeeinheit "An der Schutter" in Lahr an.
Bürgermeister Erik Weide (links) und Schüler Felix Moldenhauer sprachen bei der Enthüllung der Gedenktafel, die an jüdische Soldaten aus Friesenheim erinnert.
Friesenheim
11.11.2018
80 Jahre nach der Reichspogromnacht gedachte Friesenheim am Freitagder schrecklichen Ereignisse am 9. November 1938. Dank einer Schülerinitiative gibt es nun auch einen Gedenkstein für jüdische Mitbürger.