Lahr

NABU montiert ersten Brutkasten für Wiedenhopf

Autor: 
Naturschutzbund Lahr
Lesezeit 3 Minuten
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13. April 2015
Rudi Duschka und Regine Fricke (beide NABU Lahr), bei der ersten Montage des Wiedehopfkastens am 28. März

Rudi Duschka und Regine Fricke (beide NABU Lahr), bei der ersten Montage des Wiedehopfkastens am 28. März ©Naturschutzbund Lahr

Die als gefährdet geltende Vogelart des Wiedehopfs hat sich in den letzten Jahren wieder vermehrt in der Region angesiedelt. Um diese Entwicklung weiter zu unterstützen, hat der NABU Lahr nun den ersten Nesthöhlenkasten für den Wiedehopf errichtet. 

Der Wiedehopf - wer kennt ihn nicht, den hübschen Vogel mit dem prächtigen Kopfschmuck. Er bewohnt  offene Landschaften mit lockerem Baumbestand wie Streuobstwiesen mit kurzem Bodenbewuchs, extensiv bewirtschaftete Weinberge sowie baumbestandene Viehweiden, wo er auch  seine Lieblingsspeise findet: Maulwurfsgrillen und andere Großinsekten, Engerlinge und Raupen, die er mit seinem langen gebogenen Schnabel aus dem Boden zieht.

Als Höhlenbrüter richtet er seine Kinderstube am liebsten in alten Baumhöhlen ein, aber auch in Mauerlöchern oder Holzstapeln,  wo er ab Mitte April mit der Aufzucht seiner Jungen beginnt. Der Wiedehopf, in der aktuellen Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als stark gefährdet eingestuft, war in Baden-Württemberg  bis in die 1950er Jahre  ein häufiger Brutvogel.  Intensivierung der Landwirtschaft, Pestizideinsatz, Entfernung von Kopfweiden und Obstbäumen mit natürlichen Bruthöhlen sowie Grünlandumbruch schränkten seinen Lebensraum jedoch so weit ein, dass sein Bestand  bis in die frühen 90er Jahre auf ca. 20 Brutpaare zurückging.

Doch es gibt Hoffnung: im Kaiserstuhl erholte sich dank intensiver Schutzmaßnahmen wie Biotoppflege und Bereitstellung von Nisthilfen die Population innerhalb von 20 Jahren und stieg von  sechs auf 105 Brutpaare. Auch im Offenburger Raum wurden  große Erfolge bei der Wiederansiedelung erzielt.

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Das brachte Regine Fricke vom NABU Lahr auf die Idee, die Lücke zwischen diesen Regionen zu schließen und mit Hilfe von Nistkästen dem Wiedehopf auch in der Lahrer Vorbergzone seine alte Heimat wieder schmackhaft zu machen und ihm so wenigstens einen Teil von dem zurückzugeben, was ihm durch die Veränderung seines Lebensraumes genommen wurde.    

Um dieses Ziel zu verwirklichen, gründete sie  die neue Arbeitsgruppe Wiedehopf. In tatkräftiger Zusammenarbeit mit dem NABU-Vorsitzenden Udo Baum wurde fleißig gesägt, gebohrt, geschraubt und gepinselt, um Nistmöglichkeiten für den Wiedehopf herzustellen.
Ende März war es dann soweit: Auf einem Wiesengelände in der Vorbergzone wurde  der erste Kasten montiert. In den folgenden Tagen wurden weitere Behausungen an geeigneten Stellen aufgestellt,  so dass der Wiedehopf, wenn er ab Ende März aus seinem Winterquartier südlich der Sahara zurückkehrt, mit bezugsfertigen Nisthöhlenkästen empfangen wird.

Vielleicht wird dann der charakteristische Ruf „up, up, up“ dieses attraktiven und nützlichen Vogels in der Umgebung von Lahr bald wieder zu hören sein. Wer Lust hat , in der neuen Arbeitsgruppe „Wiedehopf“  aktiv zu werden, kann sich gerne bei Regine Fricke, Tel.: 07823/682 oder beim NABU Lahr, Tel. 0170/2002402 melden.

Unter dem folgenden Link kann man sich den Wiedehopf anschauen und -hören: https://www.youtube.com/watch?v=PJtg9WreKfk

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