Lahr/Schwarzwald

Nabu Lahr: Obstbaum schneiden ist nicht so einfach

Autor: 
Jacqueline Meier
Lesezeit 2 Minuten
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27. März 2018

Udo Baum, Vorsitzender des Nabu Lahr, Landtagsabgeordneter Markus Rösler (Grüne), Sandra Boser (MdL Grüne), Helmut Opitz, ehemaliger Vize im Bundesvorstand, Bürgermeister Tilman Petters und Walter Caroli (von rechts) pflanzten einen »Jakob Fischer«. ©Jacqueline Meier

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich am Samstagvormittag rund 20 interessierte Lahrer, um sich aus kompetenter Hand Tipps zum richtigen Umgang mit Obstbäumen zu holen. Markus Rösler, seines Zeichens promovierter Natur- und Umweltschützer, ließ sich nicht lange bitten.

Anhand des Apfelbäumchens der alten und seltenen Sorte »Jakob Fischer«, das er gemeinsam mit Udo Baum, Wolfgang Bahr und Walter Caroli von der Nabu-Ortsgruppe Lahr sowie der Landtagsabgeordneten Sandra Boser (Grüne) und Bürgermeister Tilman Petters in den Boden brachte, erklärte er so einiges, was die Teilnehmer dieses besonderen Baumschnittkurses noch nicht wussten. 

Bevor der Baum überhaupt in den Boden kommt, sollte der Obstbauer zunächst das Wurzelwerk anschauen, erklärte Rösler. Dieses dürfe nicht nur einzelne Wurzeltriebe zeigen. Wichtig sei ein verzweigtes feines Netzwerk. Das Pflanzloch, so Rösler weiter, dürfe nicht zu tief sein. »Gut fünf Zentimeter der Veredelungsstelle dürfen aus dem Boden ragen«, sagte er. 

Wissenschaft für sich

Auch das Beschneiden der Äste, respektive das Vorbereiten und Formen der Krone, ist eine Wissenschaft für sich. Ein starker Trieb, der meist mittig sitze, sei der Leit-Ast. Darüber hinaus sollten drei weitere Äste stehen bleiben, die möglichst in unterschiedliche Richtungen zeigten. 

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Damit die untere Krone kräftig wird und nach außen wächst, gab Rösler den Tipp, den Schnitt nicht so zu setzen, dass ein Außentrieb am Ast stehen bleibe, sondern lieber einen Innentrieb übrig zu lassen. Dieser würde, wenn er sich entwickle, den Ast durch sein Eigengewicht nach unten drücken. Dünger, das war eine weitere Empfehlung, sollte der frisch eingepflanzte Baum nicht bekommen.  

Schützenswerter Raum

Das Gelände auf dem Langenhard gäbe ein erstklassiges Baugebiet, sagte Petters und bezog sich auf Diskussionen im Gemeinderat. Doch müsse die Nachhaltigkeit erhalten bleiben. Der Naturschutz sei so wichtig wie ein Bus im ÖPNV. »Wir müssen diesen Lebensraum erhalten und schützen«, betonte Petters.

Rösler zeigte im Anschluss noch an weiteren Obstbäumen der Streuobstwiese, worauf es bei der Pflege der Bäume ankommt.

Stichwort

Eine der größten Nabu-Gruppen

Die Nabu-Ortsgruppe Lahr zählt rund 1600 Mitglieder und ist eine der größten auf Bundesebene. Auf dem zum Naturerbe ernannten 109 Hektar großen Gelände auf dem Langenhard haben die Naturschützer mehr als 100 Obstbäume, darunter viele seltene und alte Sorten, gepflanzt. 

Derzeit wird das Gebiet durch Schafbeweidung freigehalten, ab 2019 werden dort Hinterwälderrinder grasen. Vorsitzender des Nabu Lahr ist Udo Baum. Das ehemalige Panzerübungsgelände der kanadischen Streitkräfte auf dem Langenhard wurde 2012 auf Betreiben von Walter Caroli, ehemaliger Landtagsabgeordneter der SPD, als Naturschutzerbe anerkannt und ist von daher geschützt. 

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