Schwanau

Neue Räume - mehr Chancen für Altenpflegeschule Nonnenweier

19. Januar 2017
&copy Thorsten Mühl

Beim Besuch in Schwanau von der Landtagsabgeordneten Sandra Boser (Grüne) gestern ging es unter anderem um die Themen Zukunft der Nonnenweier Fachschule für Altenpflege und Straßensanierungs-Projekte.

Schwerpunkt der Stippvisite Sandra Bosers  (Landtag, Grüne) im Ried gestern war das Diakonissenhaus-Areal. Im Sommer zieht bekanntlich die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik (EFS) nach Lahr um. Deren Räume bezieht danach die Fachschule für Altenpflege. Im Austausch mit Boser, Bürgermeister Wolfgang Brucker und den Ortsvorstehern gab Oliver Eisenbarth, seit Mitte 2009 Leiter der Altenpflegeschule, einige Ein- und Ausblicke. 

»Mehr Motivation«

Die vergangenen Jahre am Standort waren in Ordnung, die Bilanz mit schwarzen Zahlen gut. Die Lehranstalt stieß aber auch an räumliche Grenzen. Durch den Umzug komme einiges in Bewegung. »Wir wollen uns als Schule weiterentwickeln. Lehrer und Schüler identifizieren sich in hohem Maße mit der Einrichtung. Größere, repräsentative Räume schaffen neue Attraktivität, können auch zusätzliche Prozente an Motivation aller Beteiligter freisetzen«, ist Eisenbarth überzeugt. Auch der im August 2016 erfolgte Einstieg des Saarländischen Schwesternverbands (SSV) als neuem Hauptgesellschafter der Pflegeeinrichtung (beteiligt sind als kleinere Partner das Diakonissenhaus und die Sozialstation Ried) eröffnet neue Möglichkeiten. »Ein großer Partner kann für uns Gold wert sein«, so Eisenbarth optimistisch. 

Zur Weiterentwicklung der Fachschule zählt auch eine bessere »Planbarkeit« der Azubizahlen. Die Zahlen bewegen sich mit 49 (2010/11), 51 (2014/15) bis hin zu aktuell 38 (2016/17). Der Schulleiter wünscht sich, um weitere Auszubildende zu gewinnen, auch eine Optimierung grenzüberschreitender Kooperation mit Frankreich. »Wir haben bisher nur vereinzelt französische Bewerber, obwohl im Elsass die Jugendarbeitslosigkeit hoch ist. Problem ist aber, dass die hiesige Ausbildung in Frankreich nicht anerkannt wird«, so Eisenbarth. Bisher seien Optimierungen »nicht recht ins Rollen gekommen«. Sandra Boser will sich für Gespräche mit dem Nachbarland einsetzen.

Vor der Etappe Nonnenweier hatte sich Boser mit Bürgermeister und Ortsvorstehern zu diversen Themen ausgetauscht. Mit aktuellem Bezug auf einen Artikel im »Staatsanzeiger«, der Schwanau eine Vorbildfunktion in Sachen Kanalsanierung attestiert, stellte sie fest, nicht nur eine Kommune im Land hätte das Problem, dieses Thema nicht aus eigener Kraft bestreiten zu können. Brucker unterstrich die Bedeutung eines funktionsfähigen Kanalnetzes. Immer mehr Gemeinden werde das jetzt bewusst. Dass damit hohe Kosten und sechsstellige Haushaltsansätze einhergingen, sei unvermeidbar. 

Straßen im Visier

Beim Straßenbau wurden A 5-Anschlussstelle, und Sanierung der Umgehungsstraßen gestreift. In Sachen Autobahn wünscht sich Brucker von Lahr eine langfristige Planung. Es gehe nicht nur darum, »kurzfristig viele Besucher in Richtung Landesgartenschau zu schaffen, sondern auch zeitlich darüber hinaus zu denken«. Gesprochen wurde über die 2017 geplante Sanierung der L 104 zwischen Wittenweier und Kappel. Wittenweiers Ortsvorsteher Sven Kehrberger bemängelte den »mittelalterlichen Zustand« der Straße, wünschte sich eine technisch machbare Sanierung, die Begegnungsverkehr zwischen Großfahrzeugen ermögliche. Ziel könne nicht sein, dass die Straße in zwei bis vier Jahren wieder kaputt sei. Boser sagte Rückfrage auf ministerieller Ebene zu. 

Ottenheimer Ortsvorsteherin Silke Weber sprach über den infolge fehlenden Mittelstreifens problematischen L 104-Abschnitt zwischen Ottenheim und Meißenheim. Dazu sagte Brucker, das Land habe die Straße »im Bestand saniert«, werde auch nicht mehr tun. Zudem gelte nach StVO-Artikel 1 nicht zuletzt das Gebot gegenseitiger Rücksichtnahme im Begegnungsverkehr.

Info

Guter Verdienst

Erstaunt zeigten sich Beteiligte der Gesprächsrunde, dass die Ausbildung in Nonnenweier kostenfrei ist. »Entgegen vieler Unkenrufe kann man in der Pflege richtig gutes Geld verdienen. Zudem erhalten die Auszubildenden schon im ersten Jahr 850 bis 900 Euro brutto«, so Schulleiter Oliver Eisenbarth. Die Pflege habe öffentlich kein schillerndes Image, doch er halte nichts von Jammern und Schwarzmalerei. »Mir geht es darum, Kritik anzusprechen, wenn sie nötig ist. Aber es geht auch um das Positive und dass die Leistungen der Pflegenden wertgeschätzt werden.«

Autor:
Thorsten Mühl

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