Lahr

Oberbürgermeister Ibert: Kein leichter Start in der Corona-Zeit

Autor: 
Christian Kramberg
Lesezeit 4 Minuten
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17. November 2020

Markus Ibert (rechts, daneben der Erste Bürgermeister Guido Schöneboom) hat sein erstes Jahr als Oberbürgermeister hinter sich. Es war von der Corona-Pandemie geprägt. ©Heidi Fössel

Ein Jahr Amtszeit liegt hinter Oberbürgermeister Markus Ibert. Zeit, für die Fraktionssprecher im Lahrer Gemeinderat Bilanz zu ziehen. Ibert selbst schätzt die offene Gesprächskultur im Gremium.

Ein Jahr ist Markus Ibert als Oberbürgermeister im Amt, Zeit, um eine erste Bilanz zu ziehen. Er selbst empfindet die Arbeit im Gemeindrat als konstruktiv und gut. „Sieben Fraktionen mit ganz unterschiedlichen Profilen und vielen neuen Mitgliedern – das ist gelebte und lebendige Demokratie. Wir pflegen eine offene Gesprächskultur. Bürger haben einen Anspruch darauf, dass auch und gerade wichtige Themen öffentlich diskutiert werden. Da sind dann auch mal längere Sitzungen notwendig.“

Für die Fraktionssprecher aus dem Gemeinderat gibt es grundsätzlich wenig Anlass zur Kritik. Nur Lukas Oßwald von den Linken sieht eine magere Bilanz.

Eberhard Roth (Freie Wähler): „Markus Ibert hat unsere Erwartungen in vollem Umfang erfüllt. Man spürt, dass er die Verwaltungsarbeit von der Pike auf gelernt hat. Er hat für die Aufgabe hervorragende Voraussetzungen mitgebracht. Ich kann seine Position nur unterstreichen, dass wir wirtschaftlichen Erfolg brauchen, um als Stadt im sozialen und kulturellen Bereich gut dazustehen. Er dürfte die Gemeinderatssitzungen allerdings etwas straffer führen. Ich habe das Gefühl, dass bei jedem Tagesordnungspunkt fast jede Gruppierung noch einmal ihr Wahlprogramm darlegen darf.“

Roland Hirsch (SPD): „Es war ein schwieriges Jahr für Markus Ibert, in dem er mit dem Corona-Problem konfrontiert wurde. Das war kein leichter Start, die Gesamtumstände haben es ihm nicht leicht gemacht. Das Amt des Oberbürgermeisters ist nicht vergleichbar mit dem des IGZ-Geschäftsführers, in dem Ibert eine hervorragende Arbeit gemacht hat. Es ist ungleich schwieriger, da muss man lernen und hineinwachsen. Ich erwarte von Markus Ibert in der Zukunft, dass er Akzente setzt im Umwelt-, Natur- und Artenschutz. Dafür wollte er sich einsetzen. Es stehen weitere Aufgaben im Raum.“

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Sven Täubert (Grüne): „Die Grünen-Fraktion ist sich mit Markus Ibert über die Schwerpunkte, die er gesetzt hat, einig. Da hat er unsere volle Rückendeckung. Er hat die wichtigen Themen erkannt, wie Klimaschutz und Mobilität, aber auch Wohnen und Digitalisierung. Jetzt geht es darum, diese Punkte umzusetzen. Da müssen wir alle zusammen schauen, das wir das hinbekommen.“

Jörg Uffelmann (FDP): „Durch die Corona-Pandemie ist Markus Ibert in eine schwierige Situation hineingeraten, auch in finanzieller Hinsicht. Es war für ihn nicht ganz einfach, er hat sich aber gut eingearbeitet und fast alles im Griff. Es gab natürlich auch einmal Diskussionen mit dem Oberbürgermeister, aber das fällt nicht unter das Stichwort Kritik. Die FDP ist mit Markus Ibert sehr zufrieden.“

Christine Amann-Vogt (AfD): „Markus Ibert hat das überraschend gut gemacht, ich hatte das so nicht erwartet. Er hat einen Haufen neuer Ideen eingebracht und war sehr flexibel. Der einzige Kritikpunkt ist, dass er es in den Gemeinderatssitzungen schleifen lässt, bis auch der Allerletzte etwas gesagt hat.“

Lukas Oßwald (Linke/Tierschutzpartei): „Aus meiner Sicht fällt die Bilanz von Markus Ibert mager aus. Was hat er vorwärts gebracht? Da fällt mir nicht viel ein. Er hatte zum Beispiel weniger Verkehr bei mehr Mobilität versprochen. Jetzt tritt mit der neuen Kreisstraße und der Erweiterung des DSV-Logistikzentrums genau das Gegenteil ein. Als desaströs habe ich es empfunden, dass er vor zwei Wochen bei der Verabschiedung von Walter Caroli auf dem Foto ohne Maske neben Caroli gestanden ist. Das ist alles andere als ein Vorbild in der Corona-Krise. Positiv ist, dass Ibert sehr viel Wert darauf legt, dass auch während der CoronaPandemie die Gemeinderatssitzungen stattfinden.“

Ilona Rompel (CDU): „Markus Ibert hat als neuer OB gepunktet. Mit seinem Führungsstil der ruhigen Hand lenkt er die Stadt sicher durch die Corona-Krise. Ohne unnötiges Tam-Tam und ohne eitle Selbstdarstellung nimmt er die Herausforderung der leeren städtischen Kassen an und entwickelt die Stadt in wichtigen Bereichen mit Augenmaß weiter. Die zielorientierten Diskussionen im Gemeinderat und letztlich die erfolgreiche Klausurtagung zeigen, dass Markus Ibert nicht nur das Vertrauen der Verwaltung, sondern auch des Gemeinderats genießt.“

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