Friesenheim - Oberschopfheim

Oberschopfheim legt einen »Winzerhügel« an

Autor: 
Frank Hansmann
Lesezeit 3 Minuten
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19. Mai 2019

Auf einem künstlich angelegten Hügel werden am Ortseingang aktuell 150 Weinstöcke eingepflanzt. ©Frank Hansmann

Der »Winzerhügel« am südlichen Ortseingang Oberschopfheims verspricht ein Schmuckstück zu werden. Am Freitag wurden 150 Weinstöcke eingepflanzt.
 

Noch muss man genau hinsehen, um zu erkennen, dass sich etwas getan hat  auf dem künstlich angelegten Hügel am südlichen Ortseingang. Für die nächsten Wochen bedarf es noch einiger Phantasie, um zu erahnen, wie schön die drei Ar große Fläche, zwischen der Bundesstraße und der Hebelstraße, den Weinort als solchen repräsentieren kann. Passender hätte das Thema nicht sein können. Schließlich sind die Dorfbewohner von je her mit dem Weinbau verwurzelt. 

Dies trifft insbesondere für Stefan Röderer zu, dessen Familie sich schon seit Generationen dem Weinbau verschrieben hat. Tatkräftig war auch er am Freitagabend zugange, als es darum ging, dem »Winzerhügel« das erste weinbauliche Leben einzuverleiben. 150 junge Rebstöcke galt es nach dem von der Gemeinde erstellten Plan gleichmäßig auf der Erhebung zu verteilen. Für die vier Sorten Monarch, Cabernet Carol, Solaris und Helios haben sich die Verantwortlichen der Winzergenossenschaft (WG) entschieden. Bewusst wurden Züchtungen ausgewählt, die keine großen Pflegeansprüche erfordern. 

Junge Unterstützer

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»Diese Sorten sind alle pilzresistent und müssen nicht gespritzt werden«, legte Röderer im Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger die Vorteile dar, während er eine weitere Pflanze in das Erdreich steckte. WG-Vorstandskollege Winfried Dierle assistiert ihm ebenso wie Uwe Benz. Als amtierender Ortschaftsrat wollte er sich eigentlich nur ein Bild von der Aktion machen. Doch dann erwies er sich als Mann der Tat. Ruck, zuck wechselte er die Rolle vom Betrachter zum Aktivisten und packte fleißig mit an. Für die grobe Arbeit waren die tatkräftigen jungen Burschen Jacob Ruf und Thorsten Junker zuständig. Sie gruben mit den Spaten die Pflanzlöcher aus. Stellenweise alles andere als angenehm, angesichts des teilweise steinigen lehmigen Bodens. Angelegt hat den zur Bundesstraße abfallende Hügel die Gemeinde. 

Wenn alles fertig ist, dürfte die kleine schmucke Rebanlage einen in die Ortshistorie blickenden Willkommensgruß darstellen. Hierzu soll der Winzerhügel mit weiteren Asseccoires aufgepeppt werden – natürlich mit Blick Richtung Weinbau. Wie das im Detail aussehen wird, vermochte Winzer Röderer noch nicht vorauszusagen. Einen Wunsch der Winzer habe die Gemeinde jedoch abgelehnt – aus Sicherheitsgründen: Gerne hätten die Winzer ihren alten Holzleiterwagen als optischen Blickfang in die Vorzeige-Rebfläche integriert. Die Gemeinde winkte aufgrund möglicher Gefahren an der frei zugänglichen Fläche ab. Auf jeden Fall soll der Hügel mit einem Ortswappen versehen werden. »Dies ist der Grund, warum ich hier mithelfe«, so Thorsten Junker schelmisch gegenüber unserer Zeitung. Denn im Gegensatz zu Kumpel Jacob Ruf entstammt Junker nicht aus einer Weinbaufamilie. 

Nach Fertigstellung soll der Winzerhügel offiziell durch Vertreter von Gemeinde und WG feierlich eingeweiht werden.  Dann wird auch das eher untypisch mit Folien unterlegte Kiesbett zwischen Weinstöcken zu sehen sein.

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