Friesenheim - Oberschopfheim

Oberschopfheims Winzer klagen über schlechte Ernte

Autor: 
Frank Hansmann
Lesezeit 3 Minuten
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27. Juni 2018
Das Wetter meinte es im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht gut mit den Oberschopfheimer Winzern.

Das Wetter meinte es im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht gut mit den Oberschopfheimer Winzern. ©Wolfgang Schätzle

Trotz denkbar schlechter Ernte-Erträge blickten die Mitglieder der Winzergenossenschaft Oberschopfheim auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Die Bilanzsumme überschritt erstmals die Millionengrenze.

 Die Reihen um die Teilnehmer an der Hauptversammlung werden jährlich lichter, stellte Karin Schulz am Dienstagabend in der »Riedmühle« fest. Ein Beleg für den alles andere als im Überfluss vorhandenen Nachwuchs an Weinbauern innerhalb der Winzergenossenschaft (WG) Oberschopfheim. Die Bilanz, die die kaufmännische Fachkraft lieferte, war hingegen beeindruckend. Denn im 50. Geschäftsjahr überschritten die Nachkommen der Gründerväter bei der Bilanzsumme mit 1 136 134 Euro erstmals die Millionengrenze. Mit 129 878 Euro (Stand Vorjahr 124 245 Euro) konnte das Eigenkapital ebenso gesteigert werden wie der Jahresüberschuss von 1082,90 Euro (1006,61 Euro) – in Anbetracht der Ernte-Rückschau von WG-Vorsitzendem Frank Erb durchaus achtbare Ergebnisse, da er von einem Traubenertrag berichtete, der ein Drittel unter dem Durchschnittswert der Vorjahre lag. Eine Situation, die laut dem Vorsitzenden alleine den Wetterkapriolen geschuldet war. »2017 geht wohl als Frostjahr in die Geschichte ein.« 

Nach einem milden Winter waren die Winzer noch optimistisch gewesen. Die Rebstöcke trieben extrem früh aus. Doch dann kam die Nacht zum 20. April. »Der Temperatursturz auf teilweise minus fünf Grad Celsius war zu viel für die Reben«, so Erb weiter. Die Folge waren stark frostgeschädigte Anlagen, bis hin zur 100 Prozent Schadensquote. Doch nach Stagnation von zwei Wochen trieben die Reben wieder aus. Guter Blütenverlauf sorgte für Schadensbegrenzung. Am besten entwickelten sich die Trauben noch auf der Flurbereinigung. 

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Am Ende gab es einen Ertrag von 497 556 Kilo auf der 57 Hektar großen Anbaufläche. 90 Euro betrug die Durchschnittsernte pro Ar – den Winzern eindeutig zu wenig. Die Vielfalt von 17 Sorten trug zum Ergebnis bei. Am meisten wurden die Spätburgunder Trauben geerntet. Mit 169 565 Kilo lagen diese vor dem Müller-Thurgau (133 000 Kilo). Den kleinsten Ertrag brachte die Sorte Solaris mit einer Erntemenge von 125 Kilo ein.  Erb ging in seinem Jahresrückblick auch auf die geselligen Aktivitäten ein. Im Mittelpunkt standen die Feierlichkeiten um das 50-jährige Bestehen der Genossenschaft. Die WG präsentierte ihre Weine auf der Weinmesse in Offenburg und der Nova in Friesenheim. Als vollen Erfolg sah Erb den zum dritten Mal ausgetragenen Weinwandertag, der dieses Jahr seine Fortsetzung finden soll.

Zusammen stark sein

Aufsichtsratsvorsitzender Otmar Franz berichtete von sechs gemeinsamen Sitzungen von Vorstand und Aufsichtsrat. Seinen Vorschlag, den Jahresüberschuss in die Rücklagen einzustellen, nahmen die Winzer einstimmig an. 
 Ebenso Einigkeit herrschte bei den beiden zur Wahl stehenden Posten im Vorstand und Aufsichtsrat. Stefan Röderer (Vorstand) und Burkhard Ehret (Aufsichtsrat) erhielten die volle Zustimmung der Mitglieder. Bürgermeister Erik Weide unterstrich den genossenschaftlichen Grundgedanken: »Nur zusammen ist man stark.« Gerade in Oberschopfheim sei dieser Gemeinschaftsgedanke ausgeprägt, so Weide.

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