Lahr

Open-Air-Frühstück und »Mundart anderschd«

Autor: 
Michael Müller
Lesezeit 4 Minuten
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14. Mai 2016

(Bild 1/2) Die Mundart-Band Luddi rockt zum Auftakt der Lahrer Literaturtage am Samstag, 4. Juni, ab 20 Uhr den »Schlachthof«. ©PR

Mundart einmal anders präsentieren, Werbung in eigener Sache machen, Bürger zusammenführen und vor allem Spenden generieren – das sind die Ziele, die die Stiftung Bürger für Lahr mit ihren nächsten Projekten, dem »High-Mat-Abend« bei den Lahrer Literaturtagen und dem »Bürger-Brunch« Ende Juli, verfolgt.

Für die Stiftung Bürger für Lahr wird es zunehmend schwieriger, Projekte zu finanzieren. Denn die Zinseinnahmen aus dem Stiftungskapital, aus denen Projekte finanziert werden sollen, gehen immer mehr zurück. Die Stiftung muss das ihr anvertraute Kapital konservativ anlegen – Risiko-Anlagen sind laut Satzung nicht erlaubt. Doch die Zinsen, die man dafür kriegt, sind fast gegen Null gesunken. Laut Jürgen Schmidt vom Stiftungs-Vorstand konnte die Stiftung 2015 noch knapp über 1200 Euro aus den Festgeld-Zinsen vereinnahmen; in diesem Jahr werden es vielleicht noch rund 200 Euro sein. »Würden wir nur 3 Prozent Zinsen kriegen, hätten wir über 8000 Euro mehr für Projekte zur Verfügung. Das Geld fehlt uns einfach«, rechnete Schmidt vor.

»Zwang, Spenden einzutreiben«
Die Stiftung stehe daher geradezu unter dem »Zwang, Spenden einzutreiben«, so deren stellvertretender Vorsitzender Heinz Siebold. Entsprechend wichtig ist es auch, die Menschen über die Arbeit der Stiftung zu informieren. 

Dies ist eines der Ziele, die die Stiftung mit dem »Bürger-Brunch« verfolgt. Die Premiere vor zwei Jahren im Sommer war sehr erfolgreich – zumindest in puncto Besucherzahl. Die zweite Auflage geht nun am Sonntag, 24. Juli, auf dem Lahrer Marktplatz über die Bühne.

Von 11 bis 15 Uhr haben die Bürger an diesem hoffentlich schönen Sommertag Gelegenheit, im Herzen der Stadt gemeinsam gemütlich zu frühstücken und dabei auch noch Gutes zu tun. Die Stiftung besorgt die Tische – 50 an der Zahl sollen es sein – und vermietet sie an interessierte Gruppen – zum Beispiel Familien, Freunde, Stammtische, Vereins- oder Betriebsgemeinschaften. Bis zu acht Leute können an einem Tisch sitzen. Womit sie ihren Tisch allerdings decken, das müssen sie selbst organisieren. 

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40 Euro Tischmiete
40 Euro kostet die Tischmiete. Der Erlös soll als Spende in die Finanzierung von Projekten fließen. Ab sofort läuft die Bestellfrist. Bei der Premiere blieb jedoch nicht ganz so viel übrig. Denn so eine Veranstaltung kostet auch Geld. So musste die Stiftung die Tische damals aus der Nähe von Freiburg nach Lahr transportieren lassen. Doch aus diesen Erfahrungen hat man gelernt. Die Beschaffung der Tische etwa hat man optimiert und ist in der näheren Umgebung fündig geworden. »Wir waren diesmal einfach früher dran«, so Jürgen Schmidt. Entsprechend hofft man nun, dass unterm Strich mehr übrig bleibt. 

Mehr als nur Geldquelle
Doch der »Bürger-Brunch« soll mehr sein als nur Geldquelle. Es geht auch um Öffentlichkeitsarbeit – darum, die Stiftung bekannt zu machen und ihre Arbeit einem breiteren Publikum vorzustellen. Und natürlich geht es auch darum, ein Stück Gemeinschaftsgefühl zu stiften und das Motto der Stiftung »Wir in Lahr brauchen uns«) mit Leben zu füllen.

Pflege der Mundart
Ein wichtiges Tätigkeitsfeld der Stiftung ist die Förderung und Pflege der alemannischen Sprache und Kultur. Hierfür gibt es eine Art »Unter-Konto«: den Dr.-Brucker-Fonds. Initiator war der frühere Lahrer OB und bekannte Heimatdichter Philipp Brucker, dem die Pflege der alemannischen Mundart bekanntlich eine Herzensangelegenheit war.
Zu diesem Zweck hat die Stiftung einen »High-Mat-Abend« auf die Beine gestellt, der am Samstag, 4. Juni, im Kulturzen­trum »Schlachthof«  den Auftakt der diesjährigen Lahrer Literaturtage »Orte für Worte« markiert. »Heimat emol an­derschd« ist die Devise.

»Wortkerbli« geht rum
Unter anderem gehen Mitarbeiter der Stiftung am Sonnenplatz mit einem »Wortkerbli« rum und lassen sich erklären, was Worte wie »meischterg’schäftig«, »Pfiffedeckel« oder »Ritscherli« bedeuten. Abends ab 20 Uhr wird Luddi den »Schlachthof« rocken. Die Band aus Ühlingen-Birkendorf im Südschwarzwald macht seit über 13 Jahren Rock- und Ska-Musik mit Mundart-Texten – mit selbst geschriebenen und wirklich originellen Songs. Dazu werden die Mundart-Autorinnen Ulrike Derndinger (Lahr) und Kathrin Ruesch (Freiburg) sowie Poetry-Slammer Ruben Franz (Niederschopfheim) zeigen, das Poesie und Poetry auch uff Alemannisch wunderbar funktionieren. Für Essen und Trinken sorgt bereits ab 18 Uhr »Becker’s Fuetter-Wage«. 

Karten für den »High-Mat-Abend« gibt’s für 10 Euro im Vorverkauf im Kulturbüro im Alten Rathaus, • 0 78 21/95 02-10, E-Mail: kultour@lahr.de, oder für 12 Euro an der Abendkasse.

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