Veranstaltung

Pfadfinderstamm in Nonnenweier feiert Zehnjähriges

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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25. Juni 2019

Die Pfadfinder haben sich beim Mahnmal-Projekt beteiligt ©Thorsten Mühl

Der Nonnenweierer Pfadfinderstamm »Regenbogen« feiert sein zehnjähriges Bestehen nach. Eine Reihe von Projekten und Aktivitäten gab es, das Fest wird über drei Tage hinweg dieses Wochenende im Pfarrgarten gefeiert.

Um mit einem Missverständnis aufzuräumen: Tragen Pfadfinder zu besonderen Anlässen ihre Kluft – graues Hemd, geziert von Abzeichen und ein blaues Halstuch, das auf die jeweilige Altersstufe verweist – handelt es sich um keine Uniform. Vielmehr dient sie als Erkennungszeichen der internationalen Pfadfinder-Bewegung. Auch in Schwanau zeigt sich das, denn in Nonnenweier und Wittenweier entstanden vor 13 Jahren dank  dem Pfarrer-Ehepaar Frank Heck und Cordula Eisenbach-Heck erste Impulse. Es bedurfte zwei Jahren Aufbau, ehe 2008 der Stamm »Regenbogen« gegründet und in den Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) aufgenommen wurde. Stammesleiterin Kathrin Lang ist bis heute mit von der Partie.

Ein vergleichender Blick zeigt, wie viel Konstanz der Stamm bewies. 2008 wurden 35 Mitglieder gezählt, aufgeteilt in vier Gruppen (»Moskitos«, »Waschbären«, »Wölflinge«, Pfadfinder). Heute sind es 40 und mehr, »der Zulauf ist enorm«, berichtet Lang. 
Der Leiterin ist besonders ein Anliegen wichtig: »Pfadfinder sein ist kein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung.« Menschen, ob groß oder klein, kommen zu den Gruppenstunden, basteln und spielen, gestalten Projekte miteinander. Der Stamm ist in der evangelischen Kirchengemeinde verwurzelt, blickt aber über deren Rand hinaus.

Die Verbundenheit zeigt sich darin, dass die Pfadis die Räume des Gemeindehauses sowie den Pfarrgarten nutzen dürfen. Vermitteln wollen die Pfadfinder Werte wie Natur- und Umweltschutz, Toleranz, auch gesellschaftspolitisches Engagement und gelebte Demokratie. Eine eigene Meinung zu entwickeln und zu vertreten sei wichtig, ebenso, andere zu tolerieren, offen für Neues zu sein. Das Stammessymbol der Regenbogen wurde nicht zufällig gewählt. Lang spricht von »Jahren aller Couleur, mit allen Höhen und Tiefen, mit Abwechslung, Anstrengung, Freude, Arbeit, Spaß, Frust.« In Erinnerung blieben Lager auf Stammes-, Landes- bis hin zur Bundesebene, das Mitwirken bei der »Friedenslicht«-Initiative und die Unterstützung der Kirchengemeinde. 

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Mahnmal-Projekt

Beteiligt waren sie gemeinsam mit dem Steinmetz Frieder Kern 2009 an einem Beitrag für das Mahnmal-Projekt. Damit wird an die 1940 ins Vernichtungslager Gurs deportierten Juden erinnert. Die Pfadis gestalteten einen Gedenkstein, der geteilt wurde. Jeweils ein halber Regenbogen ist seither in der Gedenkstätte Neckarzimmern (Neckar-Odenwald-Kreis), die andere Hälfte vor dem Nonnenweierer Rathaus zu sehen. Und die Zukunft des Stamms? Erst einmal wird nun das Zehnjährige nachgeholt.

Nachgeholt, weil 2018 aus terminlichen Gründen nicht gefeiert wurde. Lang sagt: »Solange auch nur zwei oder drei oder mehr Kinder, Jugendliche, Erwachsene das pfadfinderische Leben für sich als Lebensentwurf entdecken und leben wollen, wird die Arbeit nicht ruhen.«

Info

Die Veranstaltung

Von Freitag, 28. Juni, bis Sonntag, 30. Juni, feiert der Stamm »Regenbogen« sein zehnjähriges Bestehen nach. Aus Baden und der Schweiz werden Gäste erwartet, geboten wird unter anderem ein kleines Zeltlager. Interessierte können es am Samstagnachmittag zwischen 14 und 17 Uhr im Rahmen eines »Tags der offenen Tür« besuchen. Außerdem informieren die Pfadfinder anhand eines Infostands, einem Workshop und am Lagerfeuer über ihre Arbeit. Am Sonntag findet in der Dorfkirche ein Pfadigottesdienst mit der Kirchengemeinde statt.

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