Baumscheiben statt Bremsschwellen auf der Straße

Pflanzenkübel sollen Raser in Heiligenzell stoppen

Autor: 
Wolfgang Schätzle
Lesezeit 3 Minuten
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12. Juli 2018

In Heiligenzell wird gleich doppelt vorgesorgt: Schilder und Schwellen sollen das Tempo auf der Straße reduzieren. In Zukunft sollen das Pflanzenkübel regeln. ©Wolfgang Schätzle

Statt Straßenschwellen sollen künftig Pflanzenkübel und Baumscheiben das Tempo in der Oberweierer Straße reduzieren. Heiligenzells Ortschaftsrat strebt nach mehr Sicherheit im Kindergarten- und Schulbereich.

Es gibt ein Thema, das nahezu regelmäßig die Ortschaftsräte in Heiligenzell beschäftigt. Immer wieder werden die Räte in der Frageviertelstunde, in der Bürger äußern können, was sie auf dem Herzen haben, auf die »Raserei« und die teils unerträgliche Parksituation entlang der Oberweierer Straße in Höhe der Kindertageseinrichtung St. Katharina und der Grundschule angesprochen. 

Kritisiert wird auch immer wieder, dass Autofahrer die eigentlich temporeduzierenden Straßenschwellen auf dem Gehweg umfahren. In der jüngsten Sitzung im Heiligenzeller Schlössle jedoch stand die Oberweierer Straße von vorne herein auf der Tagesordnung. Bauamtsleiter Markus Reinbold stellte Maßnahmen vor, wie die Situation gerade im Kindergarten- und Schulbereich entschärft werden könnte. 

Im Kern geht es darum, die in diesem Bereich befindlichen Straßenschwellen wieder zu entfernen und die Temporegulierung künftig durch Pflanzkübel und Baumscheiben zu regeln. Die erste Fahrbahnschwelle könnte sogar ersatzlos entfernt werden, so Reinbold in seinen Ausführungen. 

Entfernung schwierig

In Höhe des Fußwegs zur Schule gibt es ebenfalls eine Schwelle. Hier dachte Reinbold zunächst darüber nach, eine Engstelle herzustellen. Doch auch hier wären wohl versetzte Pflanzenkübel oder Baumscheiben sinnvoll. Die Wirksamkeit der Pflanzenkübel abzuwarten hält Reinbold für gerechtfertigt. Wenn es dann gar nicht funktionieren sollte, könnte man eine Engstelle mit Vorrangbeschilderung immer noch baulich herstellen.

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Zum zeitlichen Ablauf der Umsetzung meinte Reinbold, dass die vorgeschlagenen Baumkübel und Baumscheiben relativ schnell hergestellt werden könnten. 

Das größere Problem sei jedoch das Entfernen der drei Straßenschwellen. Er brauche dafür eine Asphaltfräse, solch eine für einen halben Tag her zubekommen, sei derzeit aufgrund der guten Konjunktur nicht einfach.
Zur Geschwindigkeit an sich hatte Ortsvorsteher Gerold Eichhorn (CDU) erst einmal ernüchternde Zahlen parat. Eine Messung hatte ergeben, dass von 107 Fahrzeugen, die in der Zeit von 15 bis 18 Uhr erfasst wurden, nur 4,7 Prozent die vorgeschrieben 30 Stundenkilometer überschritten hatten. 

Bei solchen Werten würde wohl auch eine 20er-Zone, wie sie Eichhorn ins Gespräch brach, kaum bewilligt werden. Dieser Vorschlag fand ohnehin bei seinen Ratskollegen keine mehrheitliche Unterstützung. 

Parkverbot gefordert

Gut jedoch empfanden die Ortschaftsräte die Vorschläge mit den Pflanzenkübeln. Eine Maßnahme, die auch schnell umgesetzt werden könnte, wenn da nicht das Problem mit der Asphaltfräse wäre. Zumindest gab es nun erst einmal ein klares Votum des Ortschaftsrats, dass die vorgestellten Maßnahmen baldmöglichst umgesetzt werden sollen. 

Am Ende der Ortschaftsratssitzung hatten die Zuhörer noch einmal Gelegenheit, sich zum Thema zu äußern. Unter anderem forderte ein Zuhörer  die Räte auf, für mehr Parkmöglichkeiten zu sorgen. 
Schulleiterin Karin Fritschmann hingegen forderte ein generelles Parkverbot entlang der Oberweierer Straße.

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