Interview mit Projektleiter

Popup Labor für kleine und mittlere Firmen startet in Lahr

Autor: 
Sophia Körber
Lesezeit 3 Minuten
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17. Juli 2018

Projektleiter Norbert Fröschle im Interview mit dem Lahrer Anzeiger. ©Fraunhofer IAO

In Lahr startet am Mittwoch das Popup Labor Baden-Württemberg. Im Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger hat Projektleiter Norbert Fröschle erklärt, an wen sich die Innovationswerkstatt richtet, was sie bietet und was für eine Rolle Digitalisierung in der heutigen Geschäftswelt spielen.

Herr Fröschle, welche Zielgruppe soll das Popup Labor Baden-Württemberg ansprechen?

Norbert Fröschle: Wir haben das Angebot speziell auf kleine und mittlere Unternehmen ausgerichtet, Neudeutsch KMU. Es gibt zwar viele Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung oder Innovationsmethoden, gerade auch in Stuttgart oder Karlsruhe – für die KMU gibt es jedoch bislang nur wenig Ansätze. In unserem ersten Austragungsort Schwäbisch Gmünd und jetzt in Lahr ist das etwas besonderes.

Das heißt, der Fokus liegt thematisch auf Digitalsierung und Innovationsmethoden?

Fröschle: Ja, das ist in der Wundertüte unseres Popup Labors drin. Kleinere bis mittlere Unternehmen haben im Vergleich zu den Global Players oft Nachteile in der Dynamik, was Innovationen und Digitalisierung angeht. In der heutigen Zeit muss jedes Unternehmen schnell sein. Wir zeigen mit unseren Workshops und auch zwei großen Veranstaltungen mögliche Ansätze und Strategien.

Haben Sie dafür zum Beispiel namhafte Geschäftsleute als Dozenten?

Fröschle: Gar nicht unbedingt. In vielen Workshops geht es darum, dass ein Trainer etwas vorstellt und die Teilnehmer möglichst interaktiv mitwirken können. Es können auch Unternehmen aus der Umgebung ein Thema vorstellen und zeigen, wie es bei ihnen im Betrieb läuft. Einer unserer Workshops dreht sich beispielsweise um das Silicon Valley, ein bedeutender Standort für Technologie und Start-Ups. Dabei heißt es: »Das Silicon Valley verstehen, aber nicht kopieren.« Jedes Unternehmen muss seinen eigenen Weg finden. Wir wollen verschiedene Möglichkeiten aufzeigen.

Wie kam es zu der Innovationswerkstatt?

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Fröschle: Das Wirtschaftsministerium bestand auf eine wirtschaftspolitische Maßnahme. Die spezielle Zielgruppe sollten die KMU sein. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) hat sich anschließend um die Planung und Organisation gekümmert. In Schwäbisch Gmünd haben wir es zum ersten Mal veranstaltet.

Warum sollten sich Menschen dafür anmelden?

Fröschle: Diese Frage bekommen wir mindestens einmal am Tag gestellt. Sowohl von Zeitungen als auch von Teilnehmern. Seit kurzer Zeit haben wir deshalb auf unserer Homepage einen »Beipackzettel«, der jeden Workshop in einem Satz zusammenfasst. Wir haben 17 Workshops, eine Auftaktveranstaltung und ein Sommerfest der Digitalisierung. Die Veranstaltungen beginnen heute und finden bis Freitag in Lahr am Flugplatz statt. Anschließend geht es in Offenburg im Technologie-Park weiter. Interessierte müssen sich nicht für den gesamten Zeitraum anmelden, sondern können gezielt Themen wie Social Media auswählen. Die Workshops dauern einen halben Tag, entweder morgens oder abends. Wir wissen schließlich, dass die meisten oft nur wenig Zeit haben. Das Gute: Alle Angebote sind kostenlos und werden vom Wirtschaftsministerium gefördert.

Nach zehn Tagen ist jedoch alles vorbei. Gibt es danach weitere Angebote?

​​​​​​​Fröschle: Da haben Sie recht. Wir haben hier nur ein Angebot auf Zeit. Wir haben bereits Ideen, die wir vielleicht in der Zukunft umsetzen möchten damit sich das ändert. Beispielsweise einen Blick nach dem Popup Labor in die Unternehmen, was sich womöglich verändert hat. Das ist aber noch nichts Konkretes. 

Und wer darf sich alles anmelden?

​​​​​​​Fröschle: Von Mitarbeiter bis Geschäftsführer dürfen sich alle anmelden, die Interesse daran haben. Wir wollen vor allem lokale Unternehmen ansprechen.  Eine Anmeldung erfolgt online über unsere Homepage. Das ist auch jetzt nach Beginn weiterhin möglich. Bislang haben wir sehr positiven Zuspruch erhalten. Sieben Workshops sind bereits ausgebucht. In Schwäbisch Gmünd hatten wir anfangs nicht so einen Zuspruch. Sollten noch Plätze in den Workshops frei sein, kann man auch am Empfang fragen, ob es möglich ist noch teilzunehmen.

Info

Das Popup Labor Baden-Württemberg

Das Programm des Popup Labors dauert bis zum 27. Juli an. Die Workshops der ersten Woche finden in Lahr am Flugplatz statt. Morgen, Donnerstag, ist eine Auftaktveranstaltung ab 10 Uhr. In der zweiten Woche läuft das Programm im Offenburger Technologie-Park. Den Abschluss bildet am Freitag, 27. Juli, ab 10 Uhr ein Sommerfest der Digitalisierung in der Reithalle. Das Angebot ist kostenlos. Eine Anmeldungen ist auch kurzfristig möglich. Projektleiter Norbert Fröschle empfiehlt, vor Ort nachzufragen oder sich im Vorfeld auf der Homepage anzumelden.

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