Schaeffler-Betriebsrat Lahr sieht dringend Handlungsbedarf

Produktion der Ausgleichswelle könnte verlagert werden

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11. Juni 2019
Das Schaefflerwerk in Lahr

Das Schaefflerwerk in Lahr ©Iris Rothe

Eigentlich konnten die Mitarbeiter vom Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler im März durchatmen. Sie sind vorerst nicht vom angekündigten konzernweiten dreistufigen Stellenabbau betroffen.

Dennoch steht eine Verlagerung im Raume, heißt es vom Betriebsrat am Standort Lahr. Die Betriebsräte sähen derzeit akuten Informations- und Handlungsbedarf. Denn die Belegschaft habe ein Anrecht darauf zu wissen, was auf sie zukommt. 

Dass Verlagerungen in der Wirtschaft in der Regel auch immer mit Personalabbau einhergehen, weiß auch Volker Barthruff, langjähriger Betriebsrat von Schaeffler Lahr. Schaeffler zählt zu den größten industriellen Arbeitgebern in der Stadt, mehr als 1400 Menschen sind dort derzeit beschäftigt. »Die Verlagerung der Produktion der Ausgleichswelle (A.d.R. ein Bauteil, das  den Kohlendioxidausstoss reduzieren und sogenannte Laufruhe am Fahrzeug gewährleisten soll) nach Rumänien ist angekündigt«, sagt Barthruff auf Anfrage.

Die Konzernspitze im fränkischen Herzogenaurach sehe nach Barthruff wohl eine Kompensation mit einer anderen Ausgleichswelle vor, das stimmt ihn aber nicht optimistisch. »Wir wollen die jetztige Welle aber in Lahr behalten.« Andernfalls ginge Substanz und »wohl auch Personal« verloren.

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Unklarheiten bleiben noch

Ob und wieviele Stellen darunter fallen könnten, darüber herrsche Unklarheit. »Transparenz seitens des Vorstands lässt hier zu wünschen übrig«, sagt Barthruff. Daher formuliert Barthruffs eine klare Botschaft an den Konzernvorstand, die er zusammen mit der IG Metall am bundesweiten Aktionstag am vergangenen Freitag bei Schaeffler verkündet und auf Anfrage nochmals unterstreicht: »Bei der Neuausrichtung des Konzerns sollen alle Standorte erhalten bleiben und alle Beschäftigten mitgenommen werden. Wir fordern das Unternehmen auf, allen Beschäftigten eine klare Perspektive zu bieten. Es ist richtig, dass Schaeffler den Wandel in Richtung Elektrifizierung mit neuen Produkten aktiv gestalten will.«

Dabei sei das Unternehmen aber in der Pflicht, den Beschäftigten Sicherheit zu geben. Betriebsbedingte Kündigungen wären eine Kampfansage an die IG Metall, heißt es von der Gewerkschaft dazu.  Schaeffler beschäftigt deutschlandweit rund 35 000 Mitarbeiter, davon knapp 6700 in Bühl und Lahr. 

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