Lahrer Westen

Realschule und Werkrealschule sollen Verbundschule werden

Autor: 
Endrik Baublies
Lesezeit 3 Minuten
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19. Juli 2019

(Bild 1/2) Die Otto-Hahn-Realschule und die Theodor-Heuss-Schule sollen eine Verbundschule werden. ©Endrik Baublies

Die Otto-Hahn-Realschule (OHR) und die Theodor-Heuss-Werk­realschule (THWR) im Lahrer Westen sollen im Schuljahr 2020/2021 eine Verbundschule werden. Der Sozialausschuss hat diese Idee am Mittwoch im Rathaus II das erste Mal in einer öffentlichen Sitzung beraten.

Ingrid Furrer, Konrektorin der Theodor-Heuss-Werkrealschule und Marco Baumelt, Konrektor der Otto-Hahn-Realschule, stellten dem Sozialausschuss am Mittwoch das pädagogische Konzept eines Verbunds zwischen den beiden Schulen samt den Vorteilen ausführlich vor.

Da die Schulen ein Stück voneinander entfernt sind und auch in einem Verbund bleiben, sollen die Klassen fünf bis acht auf den Standort der Werk­realschule in der Dinglinger Hauptstraße konzentriert werden. Hier solle es auch das offene Angebot der Ganztagsschule geben. Bei der anschließenden Diskussion erklärten Furrer und Baumelt, dass man hier ausdrücklich eine offene Ganztagsschule bevorzuge. So hätten Eltern die Möglichkeit, das Angebot anzunehmen, wenn es Bedarf gebe. Die verbindliche Ganztagsschule stünde dieser Möglichkeit entgegen.

Verbundschule geplant

Die Klassen neun und zehn sollen im Gebäude der derzeitigen Realschule in der Otto­Hahn-Straße unterrichtet werden. Ein Grund für diese Aufteilung ist, dass Fachräume, die für die oberen Klassen notwendig sind, in der Realschule bereits vorhanden sind. Hier erklärten beide Pädagogen, dass man eine Gesamtschule mit einen Hauptschul-, Werkrealschul- und Real-schulabschluss sowie dem Abitur (als eine Art Gesamtschule) derzeit nicht als sinnvoll erachten würde.

Ungeachtet dessen, dass das Scheffelgymnasium unmittelbar neben dem Standort der Realschule liegt, sei eine Verbundschule geplant. Diese solle ein grundlegendes Niveau (Hauptschul-abschluss) und das mittlere Niveau (Mittlere Reife) anbieten. Schüler, die das erweiterte Niveau erreichen, hätten ohne weiteres die Möglichkeit, das Abitur über die beruflichen Gymnasien zu machen.

Die Vorteile der Verbundschule sind, dass alle Schüler eine Schule besuchen. Die Stigmatisierung, wie es bei einer Hauptschule der Fall sei, falle dadurch weg. Zudem wäre eine individuelle Förderung der Schüler je nach Niveau an einer Verbundschule durchlässiger. Schüler, die den Anschluss verpassen oder aufsteigen können, müssen dann nicht die Schule wechseln. 

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Schulsozialarbeit

Laut den Thesen, die Furrer und Baumelt per Beamer präsentierten, würden dadurch die Kollegien und die gesamte Schulgemeinschaft besser zusammenwachsen. Es könnten sich neue Teamstrukturen entwickeln. Sicher würde sich die Schulsozialarbeit in einer Verbundschule einfacher und effizienter ausbauen lassen. 

Innerhalb der beiden Kollegien würden sich Synergieeffekte ergeben. Inzwischen werden Lehrer für die Sekundarstufe – also als Lehrer für die Hauptschule sowie für die Realschule – in einem Studiengang ausgebildet. Ein neues Ganztagskonzept solle für die neue Verbundschule entwickelt werden.

Eine Reaktion auf die Anmeldezahlen, wie immer diese ausfallen werden, sei notwendig. Furrer und Baumelt stellten das anhand der Fünftklässler fest: Bei den Anmeldezahlen im Schuljahr 2017/2018 an der Realschule sind 112 Schüler angemeldet worden, von denen 52 Prozent eine Empfehlung für die Werkrealschule hatten. »Eine Beratung bleibt in der Regel ohne Erfolg.« 

Individuelle Fördermöglichkeiten

Dafür würden Schüler, die mit dem Stoff überfordert oder unterfordert sind, Verhaltensauffälligkeiten zeigen oder einfach den Spaß am Unterricht verlieren. Eine Verbundschule mit einer entsprechenden Durchlässigkeit und besseren individuellen Fördermöglichkeiten sei da die richtige Antwort.

Der Sozialausschuss nahm – nach einer kurzen intensiven Diskussion – diese Pläne ohne einen Beschluss zur Kenntnis. In der öffentlichen Sitzung wurde nichts zu den Kosten einer Verbundschule im Lahrer Westen gesagt.

Info

Stellungnahme

Barbara Bundschuh, Leiterin des staatlichen Oberschulamtes in Offenburg, begrüßte den Vorschlag einer Verbundschule in der Sitzung des Sozialausschusses ausdrücklich. Christian Reinbold, Rektor der OHR, erklärte vor der Präsentation, dass man inzwischen fast alle Pädagogen in den Kollegien von der neuen Verbundschule überzeugt habe. bau

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