Jahrbuch »Geroldsecker Land«

Recht und Ordnung im Wandel

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 2 Minuten
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27. November 2014

Lahrs Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller (Zweiter von links), der das Vorwort beisteuerte, und Schriftführerin Gabriele Bohnert (Vierte von links) mit den Autoren des neuen Jahrbuchs »Geroldsecker Land«. ©Jürgen Haberer

Die aktuelle Ausgabe des Jahrbuchs »Geroldsecker Land« beschäftigt sich mit der Auslegung von Recht und Ordnung im Spiegel der Zeit. Der am Dienstag im Wertehaus der Volksbank vorgestellte Band 57 wartet auf rund 200 Seiten mit 16 Beiträgen auf.

Lahr. Jede Zeit hat ihre eigene Definition von Recht und Ordnung, ihr eigenes Regelwerk, das nur in engen Grenzen Abweichungen von der Norm duldet. Wer dagegen verstößt muss mit Sanktionen rechnen, gerät in Konflikt mit dem geltenden Gesetz. Die Lektüre des aktuellen Jahrbuchs »Geroldsecker Land« mahnt aber wie die Geschichte zur Vorsicht. Wenn Unrecht zu Recht wird, ist das eigene Gewissen gefragt, gewinnen Begriffe wie Menschlichkeit, Toleranz und Anstand eine ganz neue Bedeutung. Es geht dann nicht mehr um die philosophische Seite, die Thomas Keilhack in zwei Kalendergeschichten beleuchtet, die ganz in der Tradition von Johann Peter Hebel stehen. In den Fokus rücken schwere Einzelschicksale und Gewissensentscheidungen, aber auch die Zerrbilder der vermeintlichen Rechtshüter.
Das zehn Beiträge umfassende Schwerpunktthema des Jahrbuchs erinnert an Pfarrer Karl Friedrich Scholl, einen Aktivisten der Badischen Revolution, und an den jüdischen Rechtsanwalt Ivan Isaak Meyer, ein Opfer der Nationalsozialisten. Norbert Klein hat anhand von Gerichtsakten die Ereignisse rund um die Reichspogromnacht in Lahr aufgearbeitet. Sein Beitrag gibt vor allem auch Einblicke in die Denkweise der Täter.
Der ungehorsame Polizist
Ein anderer Beitrag erzählt von Zivilcourage, vom »ungehorsamen« Polizisten Hans Weide, der sich bei den Auseinandersetzungen um das geplante Kernkraftwerk in Whyl auf die Seite der Demonstranten stellte und den Einsatzbefehl verweigerte.
Eher unterhaltsam ist die kurze Chronik der »Lahrer Schaumschlägerei«, bei der die Polizei 1979 mit Löschfahrzeugen gegen Jugendliche vorging, die rund um den Vergnügungspark auf dem Friedrich-Ebert-Platz randalierten. Stadthistoriker Thorsten Mietzner, Erich Krämer und Edmund Ruf konzentrieren sich in ihren Beiträgen auf die Zeit des Ersten Weltkriegs. Sie knüpfen damit an das Schwerpunktthema des Jahrbuchs 2014 an, das sich auch in dem Beitrag von Ralf Bernd Herden spiegelt, der über »Kurioses aus der Zeit des Ersten Weltkriegs« berichtet.
Ergänzt wird das Jahrbuch durch freie Beiträge zu unterschiedlichen Themen. Mietzner beleuchtet etwa die Wechselwirkung zwischen Industrie und Militär in der Garnisonsstadt Lahr, Martin Frenk erzählt die Geschichte des »Milchhisli« in Ottenheim.
◼ Das Jahrbuch »Geroldsecker Land« (ISSN: 1614-1407), Band 57, mit einem Vorwort des Lahrer Oberbürgermeisters Wolfgang G. Müller ist ab sofort zum Preis von 16,50 Euro im Buchhandel erhältlich.

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