Lahr - Reichenbach

Reichenbacher Kirchenchor fährt ins Klosterdorf Schuttern

Autor: 
Alfons Vögele
Lesezeit 3 Minuten
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14. August 2019

Der KIrchenchor Reichenbach hat sich auf Exkursion ins Klosterdorf Schuttern begeben. Dabei wurde der Geschichte des einstigen Reichsklosters und der bedeutenden Abtei auf den Grund gegangen. ©Alfons Vögele

Der Kirchenchor Reichenbach hat sich im Rahmen des Ferienprogramms auf Spurensuche begeben. Diesmal war das Ziel das Klosterdorf Schuttern, mit eine der größten Kirchen der Ortenau.

Oft genügt ein Blick oder Spaziergang über die Reichenbach umgebenden Berge, um vieles über die Geschichte der Heimat kennenzulernen. Schon seit Jahren unternimmt darum der Kirchenchor Reichenbach in den Ferienwochen kleine Ausflüge und Exkursionen, um in froher Gemeinschaft Neues und Altes zu entdecken.

Facettenreiche Geschichte

Hildegard Meßmer hat für diesen Sommer ein ansprechendes Programm ausgearbeitet. Vergangene Woche  führte die Exkursion ins Klosterdorf Schuttern, um eine der größten Kirchen der Ortenau und deren Geschichte kennenzulernen. Martin Buttenmüller, der wohl wie kein Zweiter die facettenreiche Geschichte des einstigen Reichsklosters Schuttern kennt, führte die staunenden Besucher durch die historisch gesicherten und ungesicherten Phasen dieser bedeutenden Abtei, deren Ursprung wohl in den Zeiten der Wandermönche lag. 

Das Kloster wurde immer in Verbindung mit dem Mönch Offo gebracht, dessen geschichtliche Existenz umstritten ist. Fakt ist, dass der heilige Pirmin in unserer Heimat die Klöster Gengenbach und Reichenau gründete und das bestehende Kloster Schuttern um 750 reformierte.

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Seit dieser Zeit waltete in Schuttern die Ordensregel des heiligen Benedikt von Nursia. Unter den Karolingern gehörte die Abtei zu den wichtigsten Klöstern des Reiches. Nach ihrem Niedergang in den Wirren der Zeit, stattete Kaiser Heinrich II das bescheidene Kloster mit zahlreichen Gütern aus.

Immer wieder entstand es nach Bränden und Zerstörungen neu. Spektakulär war 1770  der Besuch der Habsburger Erzherzogin Marie Antoinette, die auf ihrem Brautzug nach Paris in Schuttern die letzte Nacht auf Reichsboden verbrachte.
1806 folgte im Zuge der Säkularisation der Untergang der bedeutenden Benediktinerabtei. Die zuvor im spätbarocken Stil erneuerte Klosterkirche fiel 1856 einem Brand zum Opfer. Sie wurde im eindrucksvollen neoklassizistischen Stil erneuert.

Besonderer Schatz

Ein besonderer Schatz Schutterns wurde in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wieder entdeckt. Bei Grabungen unter der Kirche fand Karl List, der sich große Verdienste um die Geschichte von Schuttern erworben hat, ein Mosaik, das wohl aus dem 12. Jahrhundert stammt und somit das älteste Mosaik seiner Zeit im gesamten deutschsprachigen Raum ist. 

Um die Erhellung der Geschichte und Bedeutung von Schuttern kümmern sich inzwischen die Universitäten von Heidelberg, Köln und Freiburg. Mit zwei mehrstimmigen Chorsätzen grüßten die Besucher Maria, die Patronin der Klosterkirche, deren Hochfest in wenigen Tagen gefeiert wird.Bei einem gemütlichen Beisammensein ließen die Teilnehmer den lehrreichen Abend ausklingen.

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