Friesenheim - Oberschopfheim

Rekordpreis: 265 Euro für "Auf der Mühl" Oberschopfheim

Autor: 
Frank Hansmann
Lesezeit 3 Minuten
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17. Juli 2018
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Die Erschließungsarbeiten in »Auf der Mühl« sind fast beendet. Ab Herbst sollen die ersten Häuser gebaut werden, zwei Baugenehmigungen sind bereits erteilt.

Die Erschließungsarbeiten in »Auf der Mühl« sind fast beendet. Ab Herbst sollen die ersten Häuser gebaut werden, zwei Baugenehmigungen sind bereits erteilt. ©Frank Hansmann

Oberschopfheims Ortschaftsrat ist den Bauwilligen des Neubaugebiets »Auf der Mühl« wohl gesonnen und taxiert die Baulandpreise unter dem Vorschlag der Verwaltung. Mit einem Quadratmeterpreis von bestenfalls 265 Euro werden dennoch neue Dimensionen erreicht. Die Entscheidung liegt nun beim Gemeinderat.

Als das Thema schon beschlossen war, brachte Martin Mußler (Freie Wähler) im Ortschaftsrat am Montagabennd die Fakten abschließend auf den Punkt. Mit 157 Euro liegen die Erschließungskosten für das Baugebiet »Auf der Mühl« rund 50 Prozent über den zu Planungsbeginn vor acht Jahren veranschlagten Kosten. Den Bodenwert veranschlagte die Verwaltung mit 90 Euro. Zudem schlug sie vor, einen Zuschlag von 28 Euro pro Quadratmeter zu erheben. 

Genau dieser Zuschlag entwickelte sich am Montag zum Diskussionspunkt. Ganz im Sinne der Bauwilligen wollte der Ortschaftsrat dem Verwaltungsvorschlag nicht folgen. Mußler zog mit seinem Einwand Vergleiche zu den jüngst erschlossenen Baugebieten in Oberweier (»Auf dem Kronert«) und Heiligenzell (»Im Benzengärtle«). Der hier erhobene Zuschlag belief sich auf 18 Euro. 3,2 Millionen Euro pro Jahr gibt die Gemeinde für Schulen und Kindergärten aus, so das Beispiel von Ewald Schaubrenner (CDU), der zwar ein gewisses Verständnis für den geplanten Zuschlag zeigte, letztendlich jedoch ebenfalls dagegen war. »Man darf das Baugebiet nicht als Ausgleich des Haushalts sehen.« Sollte der einstimmige Beschluss des Ortschaftsrats, den Zuschlag auf 18 Euro festzulegen, am kommenden Montag, 23. Juli, im Gemeinderat eine Mehrheit finden, belaufen sich die Kosten auf 265 Euro pro Quadratmeter und liegen somit zehn Euro unter dem Vorschlag der Verwaltung.

Katharina Beck (Freie Wähler) machte sich in Sachen Zuteilung der 21 Gemeinde-Bauplätze für ehemalige Oberschopfheimer stark, die über eine Ansiedlung im Neubaugebiet wieder den Weg in die Heimat finden möchten. Deren nachteilige Einstufung als Ortsfremde wollte sie so nicht stehen lassen. Während Einheimische 265 Euro pro erschlossener Fläche Bauland bezahlen sollen, liegt der Tarif für Ortsfremde bei 295 Euro (Verwaltungsvorschlag: 305 Euro). Wie Ortsvorsteher Michael Jäckle darlegte, dürften Ortsfremde ohnehin kaum einen Zuschlag erhalten, da die Warteliste der Einheimischen deutlich länger ist als Zahl der Bauplätze.

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Wie Jäckle über den weiteren Ablauf berichtete, werden die Kaufinteressenten nach dem Gemeinderatsbeschluss über die Verkaufsmodalitäten informiert. Von Wichtigkeit für die Eigentümer dürfte sein, dass sie verpflichtet werden, innerhalb von zwei Jahren ein Wohnhaus zu errichten. Ebenso müssen die Anwesen mindestens fünf Jahre lang vom Eigentümer genutzt werden. Ein vorzeitiger Verkauf wäre pflichtwidrig und mit finanziellen Ausgleichszahlungen an die Gemeinde verbunden.

Die vielen im Ortschaftsrat anwesenden Bauwilligen holten sich Informationen aus erster Hand. Im Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger waren die Befragten zwar wenig erfreut über die Kostenexplosion in den vergangenen Jahren, zeigten sich jedoch nicht überrascht hinsichtlich der Baulandpreise.

TERMIN: Der Gemeinderat tagt öffentlich am Montag, 23. Juli, 18.30 Uhr, im Bürgersaal. 

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