Infoveranstaltung in Friesenheim

"Rettet die Bienen": Landwirte sind gegen Volksbegehren

Autor: 
Sophia Körber
Lesezeit 3 Minuten
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09. Oktober 2019

Sie haben ihre Meinung gesagt (von links): Landwirt Philipp Andlauer, Klaus Dorner (Vorsitzender des BLHV Kreisverbands Lahr), Moderatorin Anne Körkel, Winzer Markus Wöhrle und Frank Erb (Vorsitzender der Winzergenossenschaft Oberschopfheim). ©privat

In einer Informationsveranstaltung hat der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband am Montag in der Sternenberghalle in Friesenheim über die negativen Folgen des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ für die Landwirte informiert.
 

In der Sternenberghalle in Friesenheim haben sich am Montag zirka 250 Menschen eingefunden – die meisten unter ihnen waren selbst Landwirte. Grund für die Veranstaltung war das Volksbegehren Artenschutz „Rettet die Bienen“ (siehe Infokasten). Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) hat eingeladen, um die Bevölkerung über die negativen Folgen des Volksbegehrens  für die Landwirte aufzuklären. „Sollte dieses Volksbegehren so akzeptiert werden, wäre das existenzbedrohend für alle Betriebe, die in diesen Naturschutzgebieten liegen“, betonte Klaus Dorner, Vorsitzender des BLHV Kreisverbands Lahr. Dass so viele Landwirte gekommen sind, freute Dorner. Noch besser wären allerdings Menschen aus der Bevölkerung gewesen, die sich noch nicht so intensiv mit dem Thema befasst haben. 

Stark betroffen

Während der Veranstaltung sind sowohl Landwirte als auch Winzer in kurzen Vorträgen zu Wort gekommen. Sie alle wären stark betroffen von den gewünschten Verboten des Volksbegehrens. Einer von ihnen war Winzer Markus Wöhrle aus Lahr. „Wir sind ein biozertifizierter Betrieb und müssen dennoch um unsere Existenz bangen“, betonte er. 100 Prozent seiner Reben seien auf dem Schutterlindenberg – ein Landschaftsschutzgebiet, das laut Volksbegehren nicht mehr mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden soll. „Wir verwenden nur an elementaren Stellen Pflanzenschutzmittel, die aber laut Gesetz bereits als Pestizide gelten. Ohne diese ist die landwirtschaftliche Nutzung auch als biozertifizierter Betrieb nicht möglich.“ Während seinen Ausführungen kamen keine Fragen aus dem Publikum auf. „95 Prozent der Zuhörer waren ja Landwirte und sind vertraut mit den Problemen“, sagte er im Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger.

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Grundsätzlich sei er natürlich für den Erhalt des Artenschutzes und gegen das Bienensterben. „Es ist aber so, dass es mit der Landwirtschaft funktionieren muss. Es bringt nichts, einen Schuldigen zu suchen.“ Das Volksbegehren sei schlichtweg der falsche Weg. Auch Frank Erb, Vorsitzender der Winzergenossenschaft Oberschopfheim, kam zu Wort. „Gerade die Forderung nach 50 Prozent ökologisch bewirtschafteten Betrieben ist nicht einfach. Die Nachfrage der Bevölkerung ist einfach nicht dementsprechend.“ Der Preis spiele beim Einkauf immer noch eine zu große Rolle.

Im Anschluss an die Vorträge ergab sich eine Diskussionsrunde. Die Frage kam auf, wie die Landwirte besser auf das Thema und die negativen Folgen aufmerksam machen können. „Wir machen uns Gedanken, wie wir die Öffentlichkeitsarbeit verstärken können“, sagte Dorner. Demnächst solle es auch eine Kampagne in den sozialen Medien geben. „Wir haben festgestellt, dass wenn die Menschen eine Erklärung von uns bekommen, wir auch Verständnis dafür erhalten. Das kostet jedoch alles Zeit und Geld. Dennoch muss mehr Kommunikation stattfinden“, so Dorner. 

Thema im Gemeinderat

Eine weitere Frage, die kontrovers diskutiert wurde, war, ob auch die Gemeinderäte öffentlich Stellung beziehen sollten. In Friesenheim war das Volksbegehren bereits Thema in einer öffentlichen Sitzung. Es gab zwar eine Diskussion, auf eine einheitliche Position haben sich die Gemeinderäte jedoch nicht geeinigt. 

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