Badische Meisterschaften

RFV Ottenheim begrüßte gehunfähige Ivonne Hellenbrand

Autor: 
Hans Weide
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07. August 2017

Die nach einem Haushaltsunfall gehunfähige Ivonne Hellenbrand aus Dillingen/Saar startete bei den diesjährigen badischen Meisterschaften der Gespannfahrer am Wochenende in Ottenheim.

Trotz ihres Handicaps – sie ist an den Rollstuhl gebunden – gehörte Ivonne Hellenbrand zu den prominentesten Teilnehmern bei den badischen Meisterschaften der Gespannfahrer, die von Freitag bis gestern in Ottenheim stattfanden. So hat sie eine Reihe von  Erfolgen bei den Para-Fahrern als auch in der offenen Klasse bei verschiedenen Meisterschaften aufzuweisen. Sie ist unter anderem Deutsche Vize-Meisterin bei den Para-Fahrern 2016 und sowohl Gewinnerin der Bronzemedaille 2014 als auch bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften.

In Ottenheim nahm sie zum ersten Mal an dem vom Reit- und Fahrverein (RFV) organisierten Wettkampf teil. Die Verbindung hierzu kam im Rahmen eines Fortbildungslehrgangs zustande, den Weltmeister Fabian Gänshirt vom RFV Ottenheim in Katzenellenbogen leitete. 

Durch ihn wurde bei Hellenbrand das Interesse an dem inzwischen deutschlandweit bekannten Austragungsort von großen Fahrturnieren geweckt. So ging sie hier mit ihrem Haflinger Anderson, intern genannt »Herman«,  bei den Fahrprüfungen Klasse M, Pony-Einspänner für den RFV Mainz-Gonsenheim an den Start.
 
Gute Betreuung

Bereits am Donnerstagabend traf sie mit Ehemann Markus, Pferd Herman und den beiden Hunden Lukas und Frieda mit ihrem großen LKW – eingeteilt in Wohnbereich und Pferdebox – auf dem Fahrerlagerplatz neben dem Reitgelände in Ottenheim ein. 

»Fünfmal Daumen hoch«, sagte Ivonne Hellenbrand über die besondere Betreuung, die ihr durch die Helfer des Vereins nach ihrem Eintreffen zu Teil wurde. Beeindruckt war sie auch von den Sportstätten und Anlagen am Rande des Rheinwaldes. 
Diese Meinung teilte auch ihr Mann, der nicht nur als Beifahrer im Rahmen der Wettkämpfe fungierte, sondern ihr in jeder Hinsicht assistierte, wozu unter anderem auch das Auf- und Absteigen gehörte. »In Ottenheim«, so Ivonne, »wird Inklusion gelebt und hier spürt man ganz besonders die Zusammenarbeit und Kameradschaft, die zwischen den Wettkämpfern und ihren Begleitern gepflegt wird.«   

Im Gespräch mit der Pferdesportlerin lernt man eine beispielhafte Geschichte kennen. Pferde waren und sind bis heute ihre Leidenschaft. So war es fast selbstverständlich, dass Hellenbrand den Beruf der Pferdewirtin erlernte  und diesen bis zu ihrem Unfall 2009 ausübte. Zu dem Unfall kam eine Erkrankung an Morbus Sudeck hinzu, durch die sie an den Rollstuhl gebunden wurde. 

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Damit waren ihr zunächst alle Möglichkeiten im Zusammenhang mit ihrem Beruf, geschweige einer sportlichen Betätigung, genommen. Nach langer Krankheit hat sie schließlich einen Beruf gewählt, den sie im Sitzen, beziehungsweise im Rollstuhl ausüben konnte.
 
Leuchtendes Beispiel

Diese Zeit hat sie jedoch zum Nachdenken gebracht und so entschied sie sich, den Fahrsport wieder aufzunehmen. Dieser Entschluss, der viel Willen und Energie erforderte, half ihr nicht nur über ihr Handicap hinweg, sondern wurde schließlich zu einem Erfolgserlebnis, das noch einmal entscheidend ihr Leben geprägt hat. Auch in Fahrerkreisen wird sie deshalb viel bewundert und gilt als ein leuchtendes Beispiel. »Man darf sich mit der Behinderung nicht zurückziehen, sondern muss versuchen, damit zur Normalität zu kommen«, sagte sie in diesem Zusammenhang. 

Ein Weg dazu dürfte für Hellenbrand  der Fahrsport gewesen sein. Nur ein spezieller Sitz auf ihrer Kutsche, den sie aus Sicherheitsgründen einbauen ließ, unterscheidet sie noch von den anderen Wettkämpfern.   
Eine gute Ausgangsposition für die Kombination (Dressur, Gelände, Hindernis) verschaffte sie sich bereits am Freitag mit einem dritten Platz hinter Fabian Gänshirt und Sarah Kern vom RFV Ottenheim.

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