Lahr
Dossier: 

Rheintalbahn-Lärmschutz kommt bis 2018

Autor: 
Jürgen Haberer
Lesezeit 3 Minuten
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30. Januar 2015
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Hier, nördlich des Lahrer Bahnhofs, will die Bahn bis zur Landesgartenschau 2018 beidseits der Bahnlinie eine drei Meter hohe Schallschutzwand bauen. Südlich des Bahnhofs soll der Einbau von Schallschutzfenstern bezuschusst werden. ©Ulrich Marx

Die Deutsche Bahn wird in den nächsten Jahren die Lärmsanierung der Rheintalstrecke zwischen Herbolzheim und Offenburg anpacken. Für Lahr ist ein Mix aus Lärmschutzwänden und passivem Lärmschutz geplant. Projektmanagerin Sabine Weiler verspricht die Fertigstellung bis zur Landesgartenschau 2018.

Angesichts der noch immer nicht abschließend geklärten Frage der Trassenführung, lässt der viergleisige Ausbau der Rheintalbahn zwischen Herbolzheim und Offenburg noch auf sich warten. Experten sind sich mittlerweile sicher, dass hier bis 2025 nichts Gravierendes passieren wird. Stattdessen ist nun die von den Bürgerinitiativen und Kommunen seit langem geforderte Lärmsanierung an der bestehenden Stecke in den Fokus der Planer bei der Deutschen Bahn gerückt. Bis zum Jahr 2030 sollen insgesamt 3700 Kilometer Bahnstrecke mit fast 1500 Ortsdurchfahrten einer Lärmsanierung unterzogen werden.

Der wegen der Ausbaupläne lange unter ferner liefen geführte Streckenabschnitt zwischen Herbolzheim und Offenburg soll ab 2016 von Süden her angepackt werden, wie Bahn-Projektmanagerin Sabine Weiler bereits bei früheren Gelegenheiten in Aussicht gestellt hat. Bei der Bürgerinformation am Mittwochabend in der Aula der Schutterlindenbergschule hat sie nun ihre bisherigen Aussagen konkretisiert.

Der Abschnitt Lahr soll rechtzeitig zur Landesgartenschau 2018 fertiggestellt sein. Nördlich des Bahnhofes werden beidseitig der Schienen drei Meter hohe Lärmschutzwände gebaut. Im Süden setzt die Bahn auf passiven Lärmschutz an den betroffenen Häusern.

Nur 60 Zuhörer

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Die am Mittwochabend vor gerade mal knapp 60 Zuhörern vorgestellten Maßnahmen basieren auf den Berechnungen eines Schallgutachtens von Diplom-Ingenieur Martin Reichert. Demnach sind entlang eines rund 350 Meter breiten Korridors beiderseits der Bahnstrecke 1419 Wohnungen einer massiven Lärmbelastung ausgesetzt. Hier liegen die nächtlichen Lärmpegel deutlich über dem für die Lärmsanierung entscheidenden Wert von 60 Dezibel.

Insgesamt 683 Wohnungen liegen dabei nördlich des Bahnhofs beiderseits der Bahnstrecke. Hier plant die Bahn die Errichtung von drei Meter hohen Schallschutzwänden. Die Wand östlich der Bahnstrecke soll 640 Meter lang werden, die auf der Westseite 790 Meter. Die durchschnittliche Lärmminderung liegt bei 2,6 Dezibel im Osten und bei 3,1 Dezibel  im Westen. Einige Anwohner können sich aber über eine Lärmreduzierung von bis zu zwölf Dezibel freuen. Trotzdem werden die Grenzwerte bei 415 der 683 Wohnungen auch weiterhin überschritten.

75 Prozent von der Bahn

Anders sieht es südlich des Bahnhof-Areals aus. Hier sind 736 Wohnungen auf der Ostseite der Bahnstrecke betroffen, darunter vor allem jene in den Hochhäusern an der Vogesenstraße und der Römerstraße. Die durch eine drei Meter hohe Lärmschutzwand erreichbare Pegelreduktion würde laut Bahn im Durchschnitt bei gerade mal 0,8 Dezibel liegen und lediglich bei 125 Wohnungen zu einer letztendlich kaum wahrnehmbaren Verbesserung führen. Die Projektplaner setzten hier deshalb ganz auf den passiven Lärmschutz an den Häusern selbst, der zu 75 Prozent von der Bahn bezuschusst wird.

Eine weitere Reduzierung des Bahnlärms soll die Sanierung des rollenden Materials bringen – die Nachrüstung mit sogenannten Flüsterbremsen, die voraussichtlich im Jahr 2030 abgeschlossen sein wird.

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