Friesenheim/Heiligenzell

Riesiger Leuchtturm für die 1000-Jahrfeier

Autor: 
Wolfgang Schätzle
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16. März 2016
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Noch steht der Leuchtturm bei der Zimmerei Herzog in Friesenheim. Seinen endgültig Platz findet das mächtige Bauwerk dann auf dem Festplatz in Heiligenzell.

Noch steht der Leuchtturm bei der Zimmerei Herzog in Friesenheim. Seinen endgültig Platz findet das mächtige Bauwerk dann auf dem Festplatz in Heiligenzell. ©Wolfgang Schätzle

Der Leuchtturm für die 1000-Jahrfeier von Friesenheim und Heiligenzell nimmt immer mehr Kontur an. Bis zur Aussichtsplattform ist er bereits aufgerichtet. Von Mitte April an soll er am Ortseingang von Heiligenzell für das Jubiläum werben.

 Seit etwa eineinhalb Wochen gibt es an der Siemensstraße im Friesenheimer Industriegebiet etwas zu bestaunen. Täglich gibt es etwas Neues zu sehen. Auf dem Gelände der Zimmerei Herzog wird nämlich derzeit ein Leuchtturm zusammengebaut. Passend zu dem zum Jubiläumsschiff umfunktionierten Piratenschiff »Bläck Elli« von der Narrengruppe »S' Grotteloch«, das seit Mitte Februar über dem Dorfbach schwebt und für das Festwochenende zu 1000 Jahre Friesenheim und Heiligenzell wirbt (wir berichteten), wird ein Leuchtturm auf dem ehemaligen Festplatz am Ortseingang von Heiligenzell installiert werden. 

Momentan wird dieser zweite Werbeträger für das große Fest auf dem Zimmereigelände Stück für Stück zusammengebaut. Bis zur Aussichtsplattform ragt er bereits in den Himmel. Diese lässt sich allerdings noch nicht betreten, noch ist der Deckel drauf, die Spitze fehlt. Aber die Aussicht kann man trotzdem genießen, denn mittlerweile wurden Luken für Fenster ausgesägt. In Richtung Westen kann man das Bahnhofsgelände von oben sehen und den Blick in Richtung Schuttern zur ehemaligen Klosterkirche schweifen lassen. 

Auch der Bildjournalist des Lahrer Anzeigers tat dies gestern. Allerdings wäre er fast nicht mehr zum Schreiben dieses Artikels gekommen, da er plötzlich im Turm »gefangen« war. Ein Zimmermann hatte gerade seine Arbeit an der Holzverkleidung beendet. Da es für ihn nichts mehr zu tun gab, nagelte er den Eingang mit einer Platte zu. Doch der Zeitungsmann konnte sich noch rechtzeitig bemerkbar machen, bevor sich sämtliche »potentielle Türöffner« vom Betriebsgelände entfernt hatten.

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In vier Teile zerlegt und wieder aufgebaut

Am Leuchtturm arbeiten viele mit. Mal sind es die Fachkräfte der Firma, beispielsweise beim Einbau der Wendeltreppe im Innern, mal sind es Mitglieder der Narrengruppe, für die der vergangene Samstag ein regelrechter Streichtag war. Unzählige Latten für die Holzverkleidung außen mussten angepinselt werden. Und zwischendurch kommen immer wieder Interessierte vorbei. Heiligenzell schickte gleich eine Delegation, zu der auch Ortsvorsteher Gerold Eichhorn und der Kaiser-Darsteller Helmut Britsch (Heinrich II.) gehörten. »Phänomenal!«, meinten beide voller Bewunderung zu Roland Herzog, Firmenchef und Macher des Ganzen. Wenn der Leuchtturm fertig ist, wird er in vier Teile zerlegt und bei Heiligenzell wieder aufgebaut. Dann kann auch der Friesenheimer Künstler Friedhelm Müller loslegen, der Turm und Schiff im Bild vereinen möchte.

Und was passiert mit dem Turm nach dem Jubiläum? Nicht nur Helmut Britsch wollte das unbedingt wissen. Es gebe bereits viele Anfragen, sagte Herzog. Hexenturm? Aussichtsturm in den Reben? Die Delegation hatte viele (nicht immer Ernst gemeinte) Ideen.  Herzog deutet an, dass es Interessenten gibt, die den Turm kaufen wollen. Auch das Fernsehen zeigte schon Interesse. Übrigens auch am Jubiläumsschiff. »Die wollen auf dem Schiff eine Kindersendung drehen«, verrät er am Rande. 

Aus der Heiligenzeller Delegation war zu hören: »Ein Schiff, ein Leuchtturm – ist das nicht der Anfang eines Vergnügungsparks?!« Und Kaiser-Darsteller Britsch meinte augenzwinkernd: »Wenn er bei uns steht, würde jeden Abend ein Heiligenzeller mit der Taschenlampe schwingend oben im Turm stehen.«

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