Amtsgericht Lahr

Roland Schmidt geht Ende April in den Ruhestand

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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24. April 2019

Justizhauptwachtmeister Roland Schmidt war Bindeglied zwischen der Bevölkerung und dem Amtsgericht. Nun geht der Lahrer Ende dieses Monats in seinen verdienten Ruhestand. ©Thorsten Mühl

Nach 30 Jahren Tätigkeit tritt Roland Schmidt Ende April seinen Ruhestand an. Drei Jahrzehnte war der Justizhauptwachmeister das Bindeglied zwischen den Lahrern und der Justizbehörde. Ein Blick zurück auf die Tätigkeit eines bekannten Stadtgesichts.
Von Thorsten Mühl

Ohne Übertreibung lässt es sich so formulieren: Roland Schmidt war in seinen Bereichen ein Schwungrad rund ums Lahrer Amtsgericht. In ganz Lahr war der Erste Justizvollzugsbeamte, der Ende April in Ruhestand geht, anzutreffen. »Schmiddi«, wie ihn Kollegen und Bekannte gleichsam liebe- wie auch respektvoll nannten, deckte innerhalb der Behörde mehr als drei Jahrzehnte viele Felder ab. Für die Sicherheit zeichnete er verantwortlich oder versah das gesamte Postwesen. Und auch der handwerkliche Bereich oblag ihm, kleinere Ausbesserungen und Reparaturen im und am Gebäude des Amtsgerichts waren schnell und geräuschlos erledigt, wenn Schmidt die Sache in die Hand nahm. 

Nicht zu vergessen der menschliche Faktor, denn wenn Bürger nicht wussten, wo sich welche Bereiche im Gebäude finden konnten oder Mitteilungen zu überbringen hatten, war Schmidt nicht selten mit Rat und Tat zur Stelle. Aber damit endeten seine Tätigkeiten längst nicht. Er stellte amtliche Schreiben zu, sorgte für eine funktionierende postalische Kommunikation zwischen Polizei und Finanzbehörde, war für Vorführungen und Sitzungsdienst bei Verhandlungen am Amtsgericht eingesetzt. Seine Tätigkeit in der Justiz begann 1989, auf eher ungewöhnliche Weise, wie Schmidt offen zugesteht. Aus dem Bekanntenkreis informiert, dass der damalige Erste Justizhauptwachmeister bald in Ruhestand gehen würde, suchte Schmidt den Verwaltungsleiter auf. Eingehend erkundigte er sich nach dem Portfolio der Stelle und weckte so viel Interesse, dass seine Bewerbung Berücksichtigung fand.

Menschenkenntnis 
Ob er seinen Job heute so wieder antreten würde? Schmidt lacht und bejaht. »Die Aufgaben waren vielfältig, aber auch nicht immer einfach. Ich konnte Erfahrungen, aber auch Wissen sammeln, was mir bis heute auch im privaten Bereich noch oft zugute kommt«, sagt Schmidt. 

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In 30 Jahren beruflicher Tätigkeit haben sich eine Menge Erlebnisse angesammelt, gute wie weniger erfreuliche Episoden. Unterschiedlichste Charaktere haben seinen Weg gekreuzt, wobei es immer wieder darum gehen, Menschen und Situationen schnell und konkret einzuschätzen. »Es waren viele schöne Begegnungen darunter, mit höflichen, freundlichen Menschen. Aber natürlich gehört auch die Kehrseite der Medaille dazu«, resümiert der Erste Justizvollzugsbeamte. 

Dass Bedrohungen seiner Person mehr als einmal im Spiel waren, verhehlt er indes nicht. Ob bei Gericht oder beim Überbringen gerichtlicher Vorladungen – Situationen deeskalierend zu meistern oder aber bei allzu hitzig auftretenden Charakteren notfalls auch einmal die Ohren auf Durchzug zu stellen – alles kein Problem für einen erfahrenen Beamten wie Roland Schmidt.

Mehr Zeit für Familie
Ende des Monats endet seine Tätigkeit nun, fortan bleibt mehr Zeit für die Familie und die Enkel. Gänzlich ohne Wehmut geht Roland Schmidt freilich nicht, wie er einräumt. 
Er sei gerne bei der Justiz tätig gewesen, habe sich wohl gefühlt und insbesondere auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen geschätzt, unterstreicht er.

 

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