Lahr/Schwarzwald - Reichenbach

»Schergässler« in Reichenbach bereiten die Fasent vor

Autor: 
Alfons Vögele
Lesezeit 3 Minuten
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18. Januar 2019

Die Saison 2019 der Schergässler wirft ihre Schatten voraus. ©Alfons Vögele

Auch wenn die Reichenbacher »Schergässler« in diesem Jahr kein Jubiläum feiern, bringt die Fasentsaison viele Termine, Aufgaben und große Veranstaltungen mit sich. Der Fahrplan der Zunft ist deshalb wieder prall gefüllt.

Durch gute Verbindungen im Verband Oberrheinischer Narrenzünfte ist es für die Reichenbacher Narren selbstverständlich, befreundete Zünfte bei Veranstaltungen zu besuchen. Sie beteiligen sich an vielen Orten in der Ortenau und im Hochschwarzwald.
Mit Eifer bereitet die Zunft die fastnächtlichen »Hochämter« im Heimatdorf vor.

Mit dem Zunftabend am Samstag, 16. Februar in der Geroldseckerhalle kommt die Richebacher Fasent so recht in die Gänge. Karten für den Zunftabend sind bei Ehrenoberzunftmeister Martin Meier (Tel. 0 78 21/7 69 10) erhältlich. Dem Zunftabend folgt eine Woche später das Schlurbifescht in der Geroldseckerhalle.

Mit dem »Schmutzigen Donnerstag« beginnen die närrischen Tage, die sich bis zum Dienstag vor Aschermittwoch hinziehen. Mit der Aufstellung des Narrenbaums, dem Sturm aufs Rathaus, dem Hemdglunkerumzug und dem sich anschließenden Narrentreiben in der Schergasse gehen die Wogen der Fasent hoch, zumal die vielen Narrengruppen des Dorfes diese Nacht des »Schmutzigen« zu einem besonderen Erlebnis machen.

Am Fasentsonntag, 3. März, zieht der traditionelle Umzug durchs Dorf, der stets viele Zuschauer aus Nah und Fern nach Reichenbach lockt. Die vielen örtlichen Narrengruppen und Vereine geben  ihm alljährlich ihren besonderen Reiz, ebenso die Stände und Buden, die den Umzugsweg säumen und dafür sorgen, dass niemand hungern und dürsten muss.

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Der Fasentmontag, 4. März, ist mit dem Kinderumzug und dem Kinderball ein Fest für die Jungen und Junggebliebenen. Schließlich wird am Fasentdienstag, 5. März mit der Fasentverbrennung und der Abschiedsfeier der Schlussstrich unter die Narretei gezogen.

Lange Historie

Ein Blick in die Geschichte der »Richebacher Fasent« zeigt, wie tief das Brauchtum im Dorf verankert ist. Seit dem Mittelalter begingen die Gläubigen die Tage vor dem Aschermittwoch mit Mummenschanz und Gelagen. Da gab es am »Schmutzigen Donnerstag«, der seinen Namen von den in Fett (»Schmutz«) gebackenen Speisen hatte, Schmausereien und Tanz in den Wirtshäusern.

Zur ersten öffentlichen Fasent kam es 1928, als Karl Klumpp einen Jahrmarkt veranstaltete, zu dem sich 1932 und 1935 Ritterspiele gesellten. Er griff die alte Vertröstung an die Kinder auf: »Wenn in der Schergass Jahrmarkt ist, dann bekommt ihr eine Wurst mit Wecken«. Dieses fastnächtliche Spektakel fiel dann dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

1949 regten sich die Narren um Bürgermeister Ferdinand Müller, der 1950 als »Vogt Ferdi« den ersten »Elferrat« organisierte. Als Symbolfigur wurde der »Schergassenbaron« gekürt. Ein eigenes Schergassenlied unterstreicht bis heute die Reichenbacher Fastnacht. 1957 folgte die Gründung der Fasentzunft. Zu den Umzügen und Zunftabenden gesellen sich seit 1976 wieder die »Schergassenjahrmärkte«, die an die Ursprünge der Reichenbacher Straßenfastnacht anknüpfen.

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