Friesenheim-Oberweier

Mann greift Streife mit Messer an – Polizist schießt

Autor: 
red/ins
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28. Januar 2020

Vor der Kirche St. Michael in Oberweier wurde am Dienstag ein Schuss abgefeuert. ©Ulrich Marx

Ein Polizist hat am Dienstag Vormittag in Friesenheim-Oberweier einen Schuss auf einen Mann abgegeben, der die Beamten mit einem Messer angreifen wollte. Die Polizisten hatten ihn auf frischer Tat ertappt, als er versuchte, die Reifen an einem Auto aufzustechen.

In Friesenheim-Oberweier ist es am Dienstagmorgen zu einer Schussabgabe gekommen. Das hat das Polizeipräsidium Offenburg auf Anfrage von Baden Online bestätigt. Ein Reifenstecher soll von der Polizei in der Römerstraße auf frischer Tat ertappt worden sein. Ein Zeuge hatte die Polizei auf den Mann hingewiesen. 

Mit Messer angegriffen

Nach einer zunächst erfolglosen Suche nach dem Verdächtigen und einem weiteren Zeugenhinweis, traf eine Polizeistreife auf einen Mann, der nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei mit einem Messer auf die Beamten losging. Zur Nationalität des Angreifers gibt es von Seiten der Polizei keine Informationen. Ein Polizist reagierte gegen 10.30 Uhr auf den Angriff und schoss auf den Messerstecher, so die Polizei. Dabei wurde der Mann am Bein verletzt und musste in eine Klinik gebracht werden. Die Beamten wurden nicht verletzt. 

Hintergrund

Wann darf ein Polizist schießen?

Schusswaffen dürfen laut dem Polizeigesetz Baden-Württemberg nur angewendet werden, wenn die Beamten mit körperlicher Gewalt oder mitgeführten Hiebwaffen erfolglos bleiben oder ihre Anwendung keinen Erfolg verspricht. Auf Personen darf erst geschossen werden, wenn der polizeiliche Zweck nicht erreicht werden kann, indem nur auf eine Sache geschossen wird. Schusswaffen dürfen außerdem gebraucht werden, wenn erkennbar Unbeteiligte mit hoher Wahrscheinlichkeit gefährdet werden. Das gilt nicht, wenn der Schusswaffengebrauch das einzige Mittel zur Abwehr einer gegenwärtigen Lebensgefahr ist.

Laut Polizeisprecherin Karin Stürzel von der Offenburger Polizei käme es extrem selten vor, dass ein Polizist auf einen Menschen schießen muss. „Statistisch geht das fast gegen Null“, so Stürzel. Eher zur Waffe greifen müssten Beamte hingegen bei Tieren oder um einen Warnschuss in die Luft abzufeuern.

Hintergrund

Schusswaffengebrauch gegenüber Personen

Gegen einen Menschen dürfen Polizisten nur Waffen gebrauchen, wenn sie dadurch eine rechtswidrige Tat verhindern können, die sich den Umständen nach als Verbrechen darstellt, das die Schusswaffe rechtfertigt. Außerdem dürfen Schusswaffen eingesetzt werden, wenn sich die Person einer Festnahme entzieht oder flüchtet. Das gilt jedoch nur, wenn die Schwere der Tat den Schusswaffengebrauch rechtfertigt. Außerdem dürfen Polizisten schießen, wenn Inhaftierte aus dem Polizeigewahrsam oder einer psychatrischen Einrichtung fliehen oder zu befürchten ist, dass sie ebenfalls eine Schusswaffe oder Sprengstoff benutzen. 

Ein Schuss, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tödlich wirken wird, ist nur zulässig, wenn er das einzige Mittel zur Abwehr einer gegenwärtigen Lebensgefahr oder der gegenwärtigen Gefahr einer schwerwiegenden Verletzung der körperlichen Unversehrtheit ist.

Die Polizei weist darauf hin, dass der Gebrauch einer Schusswaffe auch immer von der Situation abhängt. 

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