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Friesenheim - Schuttern

Schuttern feiert das Fahrrad

Laufrad-Erfinder Karl Drais war dort einst Forstinspektor / Sternfahrt, Vortrag und Historisches
21. April 2017
&copy Wolfgang Schätzle&copy ADFC/Helmut Schönberger

Das Jubiläum »200 Jahre Fahrrad« wird am 30. April in Schuttern groß gefeiert. Dort war Karl Friedrich Drais eine Zeitlang Forstinspektor.

Karl Drais, der Erfinder des Laufrads, dem Ur-Ahn des heutigen Fahrrads, wirkte auch in Schuttern (siehe Info-Kasten). Dies inspirierte Helmut Schönberger, Pressesprecher des Allgemeinen Deutscher Fahrrad-Clubs (ADFC) Ortenaukreis, und Gerhard Silberer vom RSC Friesenheim dazu, anlässlich der landesweiten Gedenkveranstaltungen »200 Jahre Fahrrad – eine Erfindung mit Zukunft« auch in Schuttern eine solche zu organisieren. 

Vereinsgemeinschaft bewirtet
Schnell fanden sie Mitstreiter im Badischen Radsportverband, dem Radsportclub (RSC) Friesenheim, dem Historischen Verein Mittelbaden und vor allem in der Ortsverwaltung Schuttern. Und auch die Vereinsgemeinschaft Schuttern, die bei dieser Veranstaltung die Bewirtung übernimmt, konnte mit ins Boot geholt werden. 

Am Mittwochabend wurde das Programm des »Tags des Fahrrads« am 30. April im Schutterner Rathaus der Presse vorgestellt. Los geht‘s mit einem Frühstück für die Radfahrer, die an diesem Tag auf geführten Touren in einer Sternfahrt nach Schuttern kommen, in der Offohalle. Natürlich könne jeder von jedem Ort auch individuell anreisen, so Helmut Schönberger. Laut Gerhard Silberer können die Teilnehmer der Sternfahrt ihre Kilometer in ein entsprechendes Wertungsheft eintragen lassen. Mit bis zu 150 Radfahrern wird gerechnet. Bei gutem Wetter könnten es allerdings weit mehr werden. 

Mehr Teilnehmer sind kein Problem
Mehr Leute sei aber kein Problem, so Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf. Es werde zwar nur ein Hallendrittel gerichtet, sollten aber weit mehr kommen als erwartet, sei schnell ein weiteres Drittel hergerichtet. 

Frühstück mit Musik
Auch die »Original Filter-Länder« dürften eine gewisse Anzahl an Fans mitbringen. Die bekannte Musikformation aus Friesenheim unterhält nämlich die Radler und sonstige Gäste beim Frühstück in der Offohalle. 
Schirmherr der Veranstaltung ist Landesverkehrsminister Winfried Hermann. Er wird jedoch nicht persönlich nach Schuttern kommen, aber eine persönliche Grußnote übersenden, kündigte Kopf an. Anwesend sein werden jedoch Vertreter aus dem Landtag und dem Bundestag. Entsprechende Zusagen liegen bereits vor. 

Ausstellung alter und neuer Räder
Im Rahmen der Gedenkfeier gibt es auch eine Fahrradausstellung – von der Laufmaschine bis zum neuzeitlichen Carbon-Rennrad –, die im Eingangsbereich vom RSC Friesenheim präsentiert wird. Weiter warten drei Laufmaschinen vor der Halle zum Ausprobieren, und es wird Führungen durch die Ausgrabungen unter der ehemaligen Klosterkirche, der heutigen Kirche Mariä Himmelfahrt, geben. Auch der Klostergarten wird öffentlich zugänglich sein. 
Veranstaltungsende ist gegen 14 Uhr. Danach wird noch zu einer gemeinsamen Fahrt nach Offenburg ins Ritterhaus eingeladen. Dort ist ein Kurbel-Veloziped von 1870 zu besichtigen, das erst kürzlich aus dem Magazin hervorgeholt wurde.

Programm
10 Uhr Frühstück in der Offohalle mit den »Original Filter-Ländern«
11 Uhr Führungen: Ausgrabungen, Klosterkirche, Klostergarten
12.30 Uhr Vortrag: Karl Drais in Schuttern
13 Uhr Fahrradsegnung vor der Klosterkirche durch Pfarrer Steffen Jelic
13.15 Uhr Gemeinsames Foto vor dem Amtshaus
14 Uhr Abfahrt nach Offenburg ins Ritterhaus

Geplant ist darüber hinaus eine Rad-Sternfahrt nach Schuttern. Start­orte und -zeiten: 8 Uhr Sasbach (Kirchplatz), Kehl (Passerelle), Freiburg; 8.15 Uhr Achern (Rathausplatz); 8.30 Uhr Oberkirch (Bahnhof); 9 Uhr Offenburg (Marktplatz); 9.20 Uhr Riegel (Bahnhof); 9.30 Uhr Lahr (Marktplatz).

Autor:
Wolfgang Schätzle

Zur Person

Ein Pionier der Mobilität

Karl Drais, der die »Draisine«, eine Laufmaschine, erfunden hat, wurde als Karl Friedrich Ludwig Christian Freiherr Drais von Sauerbronn in Karlsruhe geboren. Von 1808 bis 1810 hatte er in Schuttern seine erste Anstellung als Forstinspektor; da war er 23 Jahre alt. In der Badischen Revolution legte er als überzeugter Demokrat seine Adelstitel ab. 
1813 präsentierte Drais drei- und vierrädrige Fahrmaschinen mit Kurbelantrieb. Die Mode des Schlittschuhlaufens –  auch bedingt durch die damaligen langen und kalten Winter – inspirierte ihn dann 1817 zu der leichten einspurigen Laufmaschine. 
Seine Erfindung bewarb er unter anderem mit längeren Fahrten und Ferntouren, so im August 1817 von Karlsruhe nach Kehl. 1818 velozipedierte er gar 450 Kilometer bis nach Paris. Weiterentwicklungen führten 70 Jahre später zum sogenannten »Niederrad« mit Rahmen aus Rohren, Luftreifen und Kettenübersetzung, wie wir es heute kennen. Den Begriff »Fahrrad« kreierten übrigens erst 1885 Fahrradvereine für das bis dahin gebräuchliche »Veloziped«.

Hintergrund

Ziel: Drais größer präsentieren

Der Tag in Schuttern soll als Benefizveranstaltung laufen. Der Erlös kommt zum einen der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde Friesenheim zugute, zweckgebunden speziell in Sachen Mobilität; zum anderen soll auch eine bessere Präsentation für Karl Friedrich Drais mit dem Erlös unterstützt werden. 
Bislang erinnert nur eine Laufmaschine im Eingangsbereich des Info-Zentrums des Klosters an ihn. »Die Idee finde ich gut. Ich bin ja nicht nur als Geschichtsreferent in Schuttern, sondern bin auch der Vertreter des Historischen Vereins Mittelbaden, der auch die Präsentation im Info-Zentrum zu Ehren Drais’ unterstützen wird«, so Ekkehard Klem, der unter anderem in der Offohalle einen Vortrag über Karl Drais halten wird. 
»Ich werde an diesem Tag etwas mitbringen, das ich dann dem Historischen Verein Schuttern übergeben kann zur Präsentation im Museum«, verrät Klem. Da wäre es schon gut, wenn etwas vom Erlös in Schuttern bleiben könnte, um Drais künftig mit mehr als nur einem Fahrrad zu präsentieren, meint er.

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