Friesenheim - Schuttern

Schuttern hat am Mittwoch Mariä Himmelfahrt gefeiert

Autor: 
Wolfgang Schätzle
Lesezeit 3 Minuten
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15. August 2018
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Ein Blickfang für die zahlreichen Gottesdienst-Besucher ist die Sakramentsprozession mit dem Allerheiligsten unter dem Baldachin und der Statue, die von Frauen aus Schuttern getragen wird. ©Wolfgang Schätzle

Schuttern feierte am Mittwoch ihre Kirchenpatronin. Bei der weltlichen Feier in der Offohalle war der Sauerbraten, Schutterns Nationalgericht, wieder einmal der Renner.
 

Gestern waren Elsässer zu Gast in Schuttern. Genauer gesagt kamen die Gäste aus dem befreundeten Herbsheim, die ohnehin Feiertag hatten. Mariä Himmelfahrt ist im Elsass ein Feiertag. Hierzulande ist das nur im Saarland und in katholischen Gemeinden Bayerns der Fall. Aber auch in Schuttern ist »Mariä Aufnahme in den Himmel« so etwas wie ein Feiertag. Man kann durchaus sagen: In dem Friesenheimer Ortsteil herrschte am Mittwoch Nationalfeiertag. Schutterns Straßen waren wieder festlich geschmückt mit unzähligen gelb-weißen Fähnchen und kleinen Altären am Wegesrand. Schuttern feiert nämlich an Mariä Himmelfahrt das Patronatsfest. 

Ein besonderer Tag

Immer am 15. August wird gefeiert – also auch an Arbeitstagen. Viele Gläubige aus Schuttern, der Gesamtgemeinde Friesenheim und auch aus der Region kommen an diesem Tag in die ehemalige Klosterkirche, um gemeinsam dieses Ereignis zu begehen. Es ist in jeder Hinsicht ein besonderer Tag: Die Feuerwehr geht mit schwarzem, frisch polierten Helm und mit Koppel zur Kirche und so mancher Bürger kommt im Festtagsanzug oder im Festtagskleid in die Mariä-Himmelfahrt-Kirche. Im Ort selbst war kaum was los, hier und da wurden noch die letzten Mini-Altäre ausgeschmückt, Kerzen angezündet. Lediglich der Eismann und ein Zeitungsausträger waren in den Straßen unterwegs. Der Eismann hatte wohl vergessen, dass an diesem Tag kaum jemand in Schuttern zu Hause ist und der Zeitungsausträger erklärt dem Lahrer Anzeiger, dass er evangelisch sei.

Drinnen in der Kirche hatte derweil der Festgottesdienst begonnen. In diesem Jahr bot sich den Gläubigen ein besonderes Bild im Altarraum. Zwar ist man es in Schuttern gewohnt, dass bei wichtigen Anlässen und insbesondere am Schutterner Fest mehrere Geistliche die Messe zelebrieren. Aber diesmal gestalteten neben Pfarrer Steffen Jelic und Vikar Pater Tijo Thomas Parathottiyil auch zwei gebürtige Schutterner mit: Pfarrer Werner Fimm und Pfarrer Tobias Streit. 

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Zudem waren Pfarrer Francis Bagenda aus der ugandischen Gemeinde St. Mary’s Catholic Parish Magoma, der auch schon öfters als Ferienpfarrer in Friesenheim wirkte, und Thomas Schneeberger, der ständige Diakon im Zivilberuf der Katholischen Kirchengemeinde Friesenheim, dabei. Letzterer durfte die Festansprache halten. Und zu guter Letzt gehörte auch Pfarrer Stephan Bäumle zu den Konzelebranten, der eine feste Größe an Schutterns Nationalfeiertag ist. Bäumle war einst unter Pfarrer Georg Schreiber Vikar in Schuttern gewesen.

Kräuterbüschelweihe

Im Mittelpunkt des feierlichen Gottesdienstes stand neben der Kirchenpatronin, der Gottesmutter, sowie der obligatorischen Kräuterbüschelweihe natürlich Schutterns Kirchenchor. Der Tag ist nicht nur für die Pfarrgemeinde der Jahreshöhepunkt, sondern auch für den katholischen Kirchenchor. Aufgeführt wurde die »Missa brevis in Es« für Chor, Orchester und Orgel von François Clément Theódore Dubios. 

Die musikalische Leitung oblag Reinhard Krämer. Unterstützt wurde der Chor an der Geige von Veronika, Felizitas und Florentine Ohnmacht sowie Simone Fässer. Ebenso von Annette Fleiner an der Viola, Jochen Maier am Cello und Adrian Sieferle an der Orgel.

Ein Blickfang für die zahlreichen Gottesdienst-Besucher, aber auch so manchen Zaungast am Straßenrand sollte wieder die sich anschließende Sakramentsprozession sein. Angeführt wurde diese vom Kreuz und vom Musikverein und mittendrin rahmte die Feuerwehr mit ihrer herausgeputzten Uniform das Allerheiligste unterm Baldachin, besser als Tragehimmel bekannt, ein. Nicht fehlen durfte natürlich die Gefeierte selbst, deren Statue wie üblich von Schutterner Frauen getragen wurde.

Info

Das »Nudelfeschd« hat in Schuttern Tradition

Der Festgottesdienst mit exzellenter Kirchenmusik und einer farbenprächtigen Sakramentsprozession ist das eine. Aber auch die sich anschließende weltliche Feier, als »Schutterner Fest« oder schlicht und einfach als »Nudelfeschd« bekannt, hat über viele Jahre hinweg seine Magnetwirkung, alleine schon wegen des Schutterner Nationalgerichts, Sauerbraten mit Nudeln, das wieder zum Renner unter den Festgästen avancierte. Die 400 Portionen sind meist schon nach einer guten Stunde vergriffen. Zu Beginn der weltlichen Feier gab der Musikverein in der Halle noch ein kleines Platzkonzert. Das traditionelle Fest in der Offohalle fand wie gewohnt wieder unter der Regie des Gesangvereins »Liederkranz« Schuttern statt.

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