Lahr

Sigrid Lettau aus Lahr feiert ihren 70. Geburtstag

Autor: 
Burkhard Ritter
Lesezeit 4 Minuten
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06. April 2020

Wird heute, Montag, 70: Sigrid Lettau. ©Burkhard Ritter

Sigrid Lettau wollte ihren Geburtstag heute, Montag, eigentlich am Vierwaldstättersee feiern, doch wegen der Pandemie bleibt sie nun in Lahr. Die DRK-Kreisvorsitzende und ehemalige SPD-Stadträtin wird 70 Jahre alt. 

Eigentlich wäre Sigrid Lettau heute, Montag, am Vierwaldstättersee und würde dort mit Freunden ihren 70. Geburtstag feiern. Zuerst eine Woche Gardasee, dann das idyllische Gewässer in der Schweiz – so war der Reiseplan fürs Frühjahr. Corona hat dieses Vorhaben ad acta gelegt. Ebenso wie die Arktis-Tour im Juni. 

Dass die allgegenwärtige Pandemie ihr nun Heimataufenthalt verordnet hat, nimmt die Jubilarin gelassen. »Ich arbeite im Büro, gehe mit dem Hund spazieren und beschäftige mich abends mit Aufräumen und vor allem mit Lesen«, beschreibt die Rechtsanwältin ihren Alltag in Corona-Zeiten. »Ich genieße diese freie Zeit; alles geht langsamer und ruhiger vonstatten, und mir fehlt es an nichts«, kann die Sin-gle-Frau der staatlich verordneten Distanz zu anderen Menschen auch gute Seiten abgewinnen.

Wesenszug: Gelassenheit

Gelassenheit scheint – so der Eindruck beim Telefongespräch des Lahrer Anzeigers mit der Jubilarin – überhaupt ein markanter Wesenszug von Sigrid Lettau zu sein. Was ihr in ihrem Beruf zugute kommen mag. Sie ist Rechtsanwältin mit den Fachgebieten Familien-, Steuer-, Erb- sowie Miet- und Wohneigentumsrecht. Ihre Kanzlei in Lahr betreibt sie schon lange allein; in früheren Zeiten hatte sie einen Kompagnon. Ihr Beruf hat ihr »im Großen und Ganzen Spaß gemacht«, sagt sie. Aber zum Ende dieses Jahres will Sigrid Lettau ihre Anwaltsrobe an den Nagel hängen, verrät sie.

In Meppen geboren

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Geboren ist Sigrid Lettau im niedersächsischen Meppen. Dort und später durch die berufliche Versetzung ihres Vaters in Duisburg sowie zwei Jahre in der Schweiz ist sie zur Schule gegangen, ehe Lahr 1964 ihre Heimat werden sollte. Nach dem Abitur begann sie 1970 das Studium der Rechts-wissenschaften in Freiburg.

1974 trat Sigrid Lettau der SPD bei. Warum ausgerechnet den Sozialdemokraten? »Ich bin aus der 68er-Generation«, erläutert die Jubilarin, »da herrschte Aufbruchstimmung, und alle waren Brandt-Fan.« Und wie steht sie heute zur deutschen Sozialdemokratie, deren Anhänger allmählich in dramatischen Größenordnungen schwinden? Hat sie auch schon Austrittsgedanken gehegt? »Mehrfach in letzter Zeit«, gibt sie zu – und auch dass sie vom neuen SPD-Führungsduo im Bund nicht viel hält. Aber sie will sich nicht ans Revers heften lassen: »Aha, jetzt verlassen die Ratten das sinkende Schiff.« Diese Einstellung hält sie bislang noch bei der Stange.

Ihre hohe politische Zeit hatte Sigrid Lettau in den 1980er- und 1990er-Jahren, als sie 15 Jahre lang gewähltes Mitglied des Lahrer Gemeinderats war und als Vorgängerin von Roland Hirsch die Ratsfraktion der Sozialdemokraten führte. 1990 kandidierte die SPD-Frau im Wahlkreis Emmendingen-Lahr für den Bundestag, hatte gegen CDU-Mann Rainer Haungs aber klar das Nachsehen. In der Kommunalpolitik setzte sie zur Jahrtausendwende für eine Wahlperiode aus und ließ sich erst wieder aufstellen, als ihre Partei um Wahlkandidaten buhlte. In den beiden letzten Legislaturperioden scheiterte sie jeweils nur knapp, rückte aber jedes Mal nach, weil ein Ratsplatz durch den Tod eines SPD-Mitglieds frei wurde.

Die Zeit als Stadträtin ist jetzt abgehakt – und bald wahrscheinlich auch ihr Engagement an vorderster Front des DRK-Kreisverbands Lahr. Dessen Vorstand gehört Sigrid Lettau bereits seit 1985 an und seit 2007 als Vorsitzende. Zum Jahresende wird die Fusion mit dem Kreisverband Offenburg angestrebt, und diesen Prozess will sie »als Dienstälteste« noch begleiten und geordnet über die Büh-ne bringen. Den avisierten Zeitpunkt zieht sie mittlerweile in Zweifel, weil derzeit keine Sitzungen stattfinden. Wegen Corona eben.

„Kein schlechtes Wetter“

Hat die 70-Jährige Wünsche, Ziele für die Zukunft? »Ich habe bisher noch keine Zeit gehabt, darüber nachzudenken«, gesteht Sigrid Lettau. Sicher, mehr Zeit für den Freundeskreis werde es geben, fällt ihr dann doch etwas ein. Und dann ist da ja noch ihr kleiner, zehn Jahre alter Zwergrauhaarda-ckel, der seinen täglichen Auslauf fordert und sie daran erinnert, »dass es kein schlechtes Wetter gibt«.

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