Schwanau - Nonnenweier

Soja wird immer beliebter

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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27. August 2014

Das Interesse am Soja-Feldtag in Nonnenweier war groß. ©Thorsten Mühl

Über 60 Landwirte und Interessierten haben den vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenburg und Landwirt Bernhard Irion (Nonnenweier) veranstalteten Soja-Feldtag am Montag besucht.

Schwanau-Nonnenweier.
Großer Andrang herrschte am Montagnachmittag an der K 5342-Abzweigung Richtung Wittenweier. Hier baut Landwirt Bernhard Irion seit Jahren Sojabohnen an. In Kooperation mit dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenburg lud er zu einem Soja-Feldtag ein, um Erfahrungswerte und neue Entwicklungen rund um den Sojaanbau auszutauschen.
Fruchtfolge
In zweierlei Hinsicht ist die Sojabohne von Interesse für Landwirte. Zum einen hebt sie ihr hoher Eiweißgehalt (rund 40 Prozent) von anderen Pflanzen ab. Zum anderen stellt Soja eine Anbaualternative im Zuge der Fruchtfolge bei der Bekämpfung des Maiswurzelbohrers dar. Entsprechend groß fiel das Interesse am Soja-Feldtag mit über 60 Besuchern aus.
Einleitend stellte Christian Rupschus (LTZ Augustenburg) die Kooperation mit Irion, der einen von 120 Projektbetrieben in Deutschland betreibe, vor. Für Baden-Württemberg wird mittel- und lanfgristig das Ziel verfolgt, den Sojaanbau weiter auszuweiten. Angestrebt werde eine Vernetzung von Landwirten, Forschung und Beratung. Die historische Bedeutung der Versuchsfläche Irions hob Volker Heitz (Landwirtschaftsamt Offenburg). Bereits Ende der 80er-Jahre wurde hier Soja angebaut. Seit 2010 ist das Interesse an Soja in der Ortenau vor dem Hintergrund des Maiswurzelbohrer-Problems sprunghaft angestiegen. Mit 175 Hektar Anbaufläche wurde 2010 wieder begonnen, die Zahl hat sich in vier Jahren auf 478 Hektar gesteigert.
Enorme Bedeutung komme beim Sojaanbau dem Pflanzenschutz zu, führte Heitz aus. Dieser sei »nicht ganz sicher und nicht ganz einfach«. Vor der Saat empfahl er ein mehrfaches Eggen des Bodens, um den Unkrautdruck zu mindern. Im Rheintal seien wärmeliebende Unkräuter und -gräser wie diverse Hirsesorten oder auch weißer Gänsefuß verbreitet. Deren mechanische Bekämpfung gelange an Grenzen, aber auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln berge Gefahren. Die vergangenen drei Jahre hätten gezeigt, dass der Sojawuchs gehemmt werde, wenn nach heftigen Niederschlägen Mittel in die Keimzone eingewaschen würden. Allerdings sei Soja äußerst widerstandsfähig.
Vögel als Problem
Ein weiteres Problem seien Vögeln. »Tauben und Krähen können in kürzester Zeit ganze Bestände leerfressen. 2013 war die Situation katastrophal«, so Heitz. Um beispielsweise per Vergrämung reagieren zu können, seien Genehmigungen des Regierungspräsidiums Freiburg (Krähen) oder, etwas komplizierter, der unteren Jagdbehörde (Tauben), erforderlich. Insgesamt eigne sich die Sojabohne für den Anbau in der Ortenau trefflich.
Irion stellte Einzelheiten zum Sortenversuch vor. Auf seiner Versuchsfläche sind elf Sorten vertreten. Sein Vortrag bezog sich unter anderem auf Sortenbeschreibung, Einzelheiten zur Saat samt betreffender Maschinen und seinen Erfahrungswerten. Im weiteren Verlauf schlossen sich noch Vorträge zur Sojazüchtung und Produktionstechnik an.

Stichwort

Soja-Anbau weltweit

Die Sojabohne zählt zur Familie der Hülsenfrüchter, ihr Anbau wurde erstmals in Nordostchina (circa 1700 bis 1100 vor Christus) nachgewiesen. In den vergangenen 40 Jahren hat ihre Bedeutung als weltweite Nutzpflanze zugenommen. 1960 wurden 17 Millionen Tonnen weltweit produziert, 2012 schon 253 Millionen Tonnen. Der Hauptanteil der Sojabohnenernte dient der Ölgewinnung (Verwendung als Lebensmittel oder für Biodiesel). Der Rest wird als Futtermittel in der Tierproduktion eingesetzt.

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