Friesenheim

Soziales Miteinander steht bei Bürgerwerkstatt ganz oben

Autor: 
Walter Holtfoth
Lesezeit 3 Minuten
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27. Oktober 2019

In der Sternenberghalle trafen sich am Samstag rund 80 Bürger, um das Gemeindeentwicklungskonzept zu gestalten. An Pinnwänden wurden die Prioritäten festgehalten. ©Walter Holtfoth

Das soziale Miteinander aller Generationen steht als Ergebnis der Friesenheimer Bürgerwerkstatt ganz oben. In der Sternenberghalle fanden sich am vergangenen Samstag rund 80 Bürger ein, um gemeinsam das Gemeindeentwicklungskonzept  (GEK) zu erarbeiten.

Neben Vereins- und Wirtschaftsvertretern konnte Bürgermeister Erik Weide etwa 40 Einwohner Friesenheims begrüßen, die per Zufallsgenerator seiner Einladung gefolgt sind. In Friesenheim galt es, wie bereits 14 Tage zuvor in Heiligenzell, gemeinsam Visionen zu entwerfen, wie sich die Gemeinde bis 2035 entwickeln soll.

Während sich die Heiligenzeller eine eigene Festhalle vorstellten, wurden die Wünsche in der Kerngemeinde anders gewichtet. Die Werkstattteilnehmer wurden sechs Arbeitskreisen zugeteilt, für die sie sich im Vorfeld interessierten. Zu allen Themen wie Soziales, Generationen, Bildung, oder Nahversorgung, Infrastruktur/Digitalisierung, wurde zunächst der „Ist-Zustand“ nach subjektivem empfinden ermittelt. Zu Karten in den Farben Rot, für eine schlechte und Grün für eine gute Bewertung, wurde Gelb als Vorschlagskarte ausgeteilt.

Ins Gespräch gekommen

Während zunächst an sechs Stellwänden überwiegend ein schlechtes Zeugnis des Zustandes in der Gemeinde zum Ausdruck gebracht wurde, grüne Lobesbekundungen waren kaum vorhanden, wurde im nächsten Schritt über konkrete Wege der Verbesserungen diskutiert. Hier wurde eine der wichtigen positiven Begleiterscheinung der Bürgerwerkstatt sichtbar. Menschen die sich gar nicht oder nur vom Sehen her kannten, kamen ins Gespräch über die Kultur in ihrer Heimatgemeinde.

Die Schulleiterin, der Richter am Sozialgericht, der Apotheker, der Gemeinderat, die Arzthelferin, die ehrenamtliche Helferin, genauso wie die Seniorin die nach 40 Jahren wieder in ihr Friesenheim zurückgekommen ist oder der Physiker neben dem jungen Mann mit kasachischen Wurzeln – alle rangen um das Gemeinwohl. 

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Die Kunst der Moderatoren war es, die Diskussionen so zielführend wie möglich zu leiten. Ein Umstand, der nicht überall klappte, es war hier und da auch von einem Schlagabtausch zu hören. „Bei uns qualmts grad heftig,“ war aus dem Arbeitskreis Gemeinschaft  Vereine und Freizeit zu vernehmen. Letztendlich klappte das mit dem Konsens aber in allen Gruppen vorbildlich. Leitsätze konnten schnell erstellt werden, bevor es in die Mittagspause ging. 

Aus Leitsätzen wurden nach der Pause konkrete Visionen. Projektleiter Thomas Uhlendahl vom Freiburger „memoU“ Institut, federführend für das GEK, bat die Teilnehmer die Augen zu schließen um sich Friesenheim anno 2035 vorzustellen und diese Vorstellungen wieder schriftlich zu formulieren. Die Ergebnisse wurden diskutiert und letztendlich priorisiert auf der Pinnwand angebracht.

Konkrete Punkte

Wie durch einen Trichter fallend wurden die wirklich konkreten Punkte zusammengefasst und die Akteure zugeordnet. Nahezu gleich gelagert waren die Top-Themen der Gruppen Soziales, Generationen und Bildung mit der Gruppe Gemeinschaft, Vereine und Freizeit. Generationsübergreifend soll das Miteinander unterstützt, Angebote für Senioren, Kinder und Jugend geschaffen werden. 

Die Gründung einer echten Vereinsgemeinschaft und ein blühendes, lebendiges Ortszentrum waren in den Ergebnissen genauso wichtig, wie die Erhaltung der ärztlichen Vielfalt, die Einschränkung des Vandalismus und der Nahversorgung mit Lebensmitteln. Ein Hofladenkonzept, in dem verschiedene Produzenten regionale Produkte anbieten, könnte entwickelt werden. Die Arbeitsgruppe Ökologie, Natur- und Klimaschutz konkretisierte als oberstes Ziel, Friesenheim energieautark und CO2-frei bis 2035 aufzustellen. Ein mit Veranstaltung und Ergebnissen zufriedener Erik Weide bedankte sich bei allen Teilnehmern für die geopferte Zeit und die konstruktive, anregende Diskussion.

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