»Heimat heißt ein Wir-Gefühl«

Sozialminister Manfred Lucha zu Besuch im Stadtpark

Autor: 
Christine Breuer
Lesezeit 2 Minuten
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17. Juni 2018

Die Grüne Sandra Boser hatte »Manne« Lucha nach Lahr geholt. Für den Sozialminister ist die Mehrheit der Flüchtlinge in Deutschland angekommen. ©Christine Breuer

Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Sandra Boser (Grüne) sprach Manfred Lucha, Minister für Soziales und Integration, in der Orangerie im Stadtpark über das Thema »Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt«. 

Integration gelingt, wenn Menschen ein Heimatgefühl entwickeln und sich sicher fühlen. Das ist das Fazit, das man aus den Worten von Manfred »Manne« Lucha ziehen kann. »Heimat ist Demokratie, Respekt vor der Vielfalt, Toleranz gegenüber anderen Meinungen, die Wertschätzung anderer, dort, wo ein Wir-Gefühl entsteht«, sagte Lucha am Freitagabend in Lahr. 

Die Vielfalt mache unser Land aus, das die höchste Quote an Menschen mit Zuwanderungsgeschichte habe. Ohne Arbeitsintegration durch Gastarbeiter, die bereits in den 50er-Jahren nach Deutschland kamen, wäre der heutige Wohlstand so nicht möglich gewesen. »Diese Menschen haben das Land mit aufgebaut und dafür gesorgt, dass es eines der wirtschaftlich stärksten Länder geworden ist«, machte der zweifache Vater deutlich. 
Hilfsbereitschaft sei ein Gen in der DNA der Menschen, das in Deutschland besonders ausgeprägt sei. Dies habe sich deutlich 2015 gezeigt, als an einem einzigen Tag 33 000 Geflüchtete angekommen seien. Die Mehrzahl sei mittlerweile in einer positiv gelaufenen Integrations-Normalität angekommen. 

Kanzlerin Merkel habe einen festen Kurs und das viel zitierte »Wir schaffen das« sei ihre feste Überzeugung. Die Forderungen Seehofers nach Ankerzentren und Abgrenzung nannte der Sozial- und Integrationsminister »Verbalprotektismus der CSU«. Er sprach von Populisten, »die wir nicht brauchen«, von Kraftmeiertum, das nichts zum Besseren wende. Der Ton der Debatten und Diskussionen werde rauer und die AfD führe dies als Markenzeichen. »Viele meinen, dass Parteien, die spalten und schüren, alles besser hinbekommen«, sagte Lucha. Dem sei aber nicht so. Die Situation habe sich mittlerweile entspannt. Dabei habe auch die Erfahrung mit der Integration der Spätaussiedler geholfen. 

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»Kompetenzen bündeln«

Als zweites Thema ging Lucha auf die Strukturreform der Krankenhäuser ein. Die Kliniken müssten geschlossen werden, weil sich die ärztliche Versorgung flächendeckend zum Drama entwickle, ging er auf die rückläufigen Zahlen von Hausarztpraxen ein. »Wir sind strukturell gezwungen, Kompetenzen zu bündeln. Der Ortenaukreis macht einen Schritt in die richtige Richtung«, unterstützte er die viel kritisierte Schließung kleinerer Krankenhäuser im Kreis. Die Strukturreform sei nötig, um Personal und Ärzte stärker in der Fläche einsetzen zu können. »Beteiligen Sie sich jetzt aktiv als Bürger«, forderte Lucha die Zuhörer auf. 

Im Anschluss wurde noch rege diskutiert, wobei nicht immer alle Besucher Luchas Meinung zum Thema Integration waren.

Stichwort

Lucha hat bayerische Wurzeln

Manfred »Manne« Lucha wurde am 13. März 1961 in Garching an der Alz geboren. Seit dem 12. Mai 2016 ist er Minister für Soziales und Integration im Kabinett Kretschmann II. Nach einer Lehre zum Chemiewerker und dem Zivildienst im Jugendhaus Weingarten machte Manfred Lucha die Mittlere Reife und eine Ausbildung zum Krankenpfleger am Psychiatrischen Landeskrankenhaus Weißenau. Er holte die Fachhochschulreife nach und studierte Sozialarbeit mit Abschluss Diplom an der FH Weingarten. 
2005 absolvierte er ebenfalls in Weingarten das Masterstudium Management im Sozial- und Gesundheitswesen. Seit 1979 gehört er der Partei der Grünen an. Lucha wird auch als Schwäbischer Grüner mit bayerischen Wurzeln bezeichnet. Er ist verheiratet und zweifacher Vater.

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