Thema war bezahlbarer Wohnraum

SPD-Tour: Anwohner äußern sich kritisch in Leopoldstraße

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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31. August 2018

Groß war das Interesse an der Station Leopoldstraße der SPD-Tour. Es ging um das Thema bezahlbarer Wohnraum. Mit dabei waren Guido Echterbruch (Städtische Wohnbau) und Bürgermeister Guido Schöneboom (Zweiter und Dritter von links). ©Thorsten Mühl

Auf rege Resonanz stieß die vorletzte SPD-Station der Sommertour. Im Beisein vieler Anwohner wurde zum Thema bezahlbarer städtischer Wohnraum über Gedanken für ein neues Bauvorhaben in der Leopoldstraße diskutiert.

Mit rund 40 Anwesenden stieß die SPD-Aktion am Donnerstag in der Leopoldstraße auf großes Interesse. Vor allem Anwohner wollten sich über Gedankenspiele der Städtischen Wohnbau GmbH informieren, auf einem leeren städtischen Grundstück ein neues Wohnhaus mit elf Wohnungen zu realisieren. Zahlreiche Gerüchte hatten rund um das Vorhaben im Vorfeld bereits die Runde gemacht, die meisten davon ohne Hintergrund. Ein Ärgernis aus Sicht von Bürgermeister Guido Schöneboom, der vor dem offiziellen Teil manchen Anwohner zu beruhigen versuchte. »Mir ist zuweilen schleierhaft, woher diejenigen, die so etwas vermelden, ihre Kenntnisse beziehen«, stellte Schöneboom klar.

Das übergeordnete Thema der Veranstaltung war bezahlbarer Wohnraum in Lahr. Roland Hirsch, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion, zeigte ein generelles Dilemma auf. Lahr wachse schneller als prognostiziert, was Druck erzeuge, mehr Wohnraum zur Verfügung zu stellen. 20 Prozent davon müssen nach einer vom Gemeinderat beschlossenen Klausel in den Bereich geförderter Wohnungsbau, verbunden mit günstigeren Mieten, fallen. Die räumlichen Möglichkeiten für diese Angebote sind indes begrenzt.

Guido Echterbruch, Geschäftsführer der Städtischen Wohnbau, ging aufs Bauvorhaben ein. Vorgesehen sei auf dem 1230 Quadratmeter großen Grundstück ein dreigeschossiger Bau mit Flachdach. Im Erdgeschoss sollen drei barrierefreie Wohnungen entstehen, in den beiden Obergeschossen jeweils Zwei- oder Dreizimmer-Wohnungen. Alle Wohnungen sollen mit Terrasse beziehungsweise Balkon und ebenerdigen Duschen ausgestattet werden. Geplant sind 14 Stellplätze. Das gesamte Vorhaben kostet rund 1,7 Millionen Euro. Die Miete soll kalt bei rund sechs Euro pro Quadratmeter liegen, somit 33 Prozent unter dem üblichen Marktpreis. 

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Es entwickelte sich eine angeregte Diskussion zwischen Vertretern der Stadt und Anwohnern. Diesen schienen 14 Stellplätze nicht ausreichend, zumal in der Leopoldstraße bereits verschiedene Probleme herrschten. »Die Straße ist oft so zugeparkt, dass nicht einmal mehr Busse durchkommen«, sagte ein Anwohner. Ein anderer argumentierte: »Das gesamte Areal ist nicht auf diese Mengen von verkehr ausgelegt.« Eine weitere Kritik bezog sich auf die Lärmbelastung aus Richtung B3.

»Nicht komplett ändern«

Während Echterbruch durch den Neubau »keine Verschattungs-Situation für die Nachbarschaft« sieht, aber einräumte, »dass wir es nicht jedem recht machen können«, mahnte Schöneboom zur Geduld. »In Innenstädten herrschen immer Lärm und Emissionen vor. Das werden wir auch nicht komplett ändern können.« In Sachen Parkproblem gerade im Großraum Bahnhof brachte Walter Caroli das Thema gesamtstädtisches Verkehrskonzept ein.

Das Ganze sei zwar beauftragt, habe wegen der LGS-Besonderheiten aber verschoben werden müssen. 2019 sollen aber erste Schritte getätigt werden. Schöneboom sicherte zu, Punkte wie die Situation im Einbahnstraßen-Bereich der Leopoldstraße, die im rückwärtigen Bereich über die Leopoldstraße erfolgende Anlieferung des Lebensmittelmarkts in der Schwarzwaldstraße, Anwohnerparken und die Feuerwehrzufahrt prüfen zu lassen.

Stichwort

Städtische Wohnbau GmbH

Die Städtische Wohnbau GmbH kann in Lahr ein Kontingent von 1300 Wohnungen zur Verfügung stellen. Jährlich werden etwa 120 bis 130 Wohnungen frei. 64 Prozent der Wohnungssuchenden seien laut Geschäftsführer Guido Echterbruch Lahrer. Zur Berechtigung, eine städtisch geförderte Wohnung zu beziehen, sind die Einkommensgrenzen angehoben worden. Bei Einzelpersonen liegt die Grenze bei einem Brutto-Jahreseinkommen von 48 000 Euro, für eine vierköpfige Familie bei 64 000 Euro.

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