Workshop Kirchengemeinde

Friesenheimer Josefshaus voraussichtlich nicht mehr zu retten

Autor: 
Walter Holtfoth
Lesezeit 3 Minuten
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27. Januar 2020

Pfarrer Steffen Jelic (Bildmitte) war beim Workshop der Katholischen Kirchengemeinde Friesenheim häufig aufmerksamer Zuhörer, während die Mitglieder um Lösungsansätze für die maroden Gebäude rangen. ©Walter Holtfoth

Architekten schätzen die Kosten der Sanierung des St. Josefshauses in Heiligenzell auf rund 1,14 Millionen Euro – eine hohe Summe, die am Samstag im Rahmen eines Workshops zu hitzigen Diskussionen führte. Viele Mitglieder der Kirchengemeinde möchten die Begegnungsstätte retten. 

Unter dem Motto „Verantwortlich in die Zukunft gehen“ lud Kirchengemeinderatsvorsitzender Pfarrer Steffen Jelic am Samstag die Mitglieder der Friesenheimer Kirchengemeinde ins Georg-Schreiber-Haus ein. Eine Antwort, wie im Wortspiel eingebunden, sollte im Rahmen des Workshops auf drängende Fragen zum Erhalt manch maroder Immobilien gemeinsam gefunden werden. Schon mehrmals machte Jelic bei verschiedenen Anlässen die dramatische Situation deutlich.

Immer weniger Gemeindemitglieder, sinkende Kirchensteuereinnahmen und Sanierungsrückstände in Höhe von nahezu 6,5 Millionen Euro öffnen die Schere von Kosten und Nutzen immer weiter. Bittere Pillen waren es dann auch, die den aus allen Ortsteilen zahlreich erschienenen Gästen vom Architekturbüro Kube und Gißler aus Staufen präsentiert wurden. Es hat den Gebäudebestand untersucht und einer neutralen Bewertung unterzogen. 

Antworten finden

Am Samstag galt es, über diese Ergebnisse zu sprechen und Antworten zu finden. Veranschaulicht wurde die Gesamtsituation auch mittels Bildern, die zu den einzelnen Objekten aus den jeweiligen Ortsteilen an den Wänden angebracht waren. Durch Ampelfarben wurde der Zustand deutlich gemacht. Die Farbe Rot stand für zwingendes Handeln, um ein Objekt halten zu können. 

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Mit sehr viel Herzblut wurde die Zukunft des St. Josefshauses in Heiligenzell diskutiert. Geschätzt 1,14 Millionen Euro müssten eingesetzt werden, um die Begegnungsstätte retten zu können. Besucher erinnerten an Väter und Vorväter, die Kräfte, Zeit und auch Geld in dieses Gebäude eingebracht hätten. Ein Senior zweifelte als ehemaliger Bauarbeiter die Höhe der geschätzten Kosten an. Die Leidenschaft vieler Beteiligten war zu spüren – ein, wie sich am Ende herausstellen sollte, nützliches und gewolltes Ringen. 

Kilian Stark verstand es als Moderator hervorragend, die Stimmungen in konstruktiven Gesprächen aufzufangen. Es war ja nicht nur das Josefshaus, dem eine rote Ampelfarbe zugeordnet worden war, sondern auch das Pfarrhaus in Friesenheim mit Sanierungskosten von rund 115.000 Euro. Aber auch Kirchengebäude selbst sind betroffen. Die Sanierung der Herz-Jesu-Kirche in Heiligenzell wurde mit 300.000 Euro veranschlagt, bei der Pfarrkirche St. Laurentius in Friesenheim stehen 1,25 Millionen an Investitionen in den Stufen Rot und Gelb an. 

Fruchtbare Gespräche

In teilweise durchmischten Arbeitsgruppen wurde den ganzen Tag um Antworten gerungen. Nach sieben Stunden gemeinsamer, fruchtbarer Gespräche konnte ein Ergebnis zusammengefasst werden, das zur endgültigen Entscheidung dem im März neu zu wählenden Pfarrgemeinderat  übergeben wird. 

Pfarrer Steffen Jelic dankte allen Teilnehmern für ihre Beiträge. Gleichzeitig nutzte er noch einmal die Gunst der Stunde und forderte die Anwesenden auf, sich für die Pfarrgemeinderatswahl aufstellen zu lassen oder potentielle Kandidaten anzusprechen, denn noch sei der Wahlzettel recht dürftig mit Kandidaten versehen.

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