Lahr/Schwarzwald

Stadt begrüßt Windpark-Pläne am Rauhkasten

Autor: 
Mark Alexander
Lesezeit 3 Minuten
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15. Januar 2016

Der Windpark wird aus Reichenbach zu sehen sein, wie diese Visualisierung zeigt. ©Enercon

Vier Windräder sind auf den Gemarkungen von Gengenbach, Friesenheim und Hohberg geplant. Einige davon werden auch aus dem Lahrer Stadtteil Reichenbach sichtbar sein. Der Technische Ausschuss hat den Antrag am Mittwoch zustimmend zur Kenntnis genommen.

Mehr als 200 Meter hoch sollen sie werden, die vier modernen Anlagen der Firma Enercon im Windpark Rauhkasten/Steinfirst. Seit Juni 2015 steht ein Windmessmast nördlich des Rauhkastens. Seitdem gibt es auch Kritik aus dem Stadtteil Reichenbach, denn von dort aus ist er zu sehen. 

Anwohner eingeladen
Bei einer Informationsveranstaltung in Reichenbach Ende Oktober, die auf einen Antrag der CDU-Fraktion im Gemeinderat zurückging, gab es teils heftige Diskussionen. Die Lahrer seien nicht frühzeitig darüber informiert worden, dass die Windräder das Reichenbacher Ortsbild verändern werden, hieß es damals. Besonders betroffen sind die Anwohner des hinteren Gereutertals, denen die Auswirkungen in einem weiteren Gespräch mit einem Vertreter von Enercon Ende Dezember erläutert worden sind.

»Ursprünglich waren fünf Anlagen geplant. Auf eine ist verzichten worden«, erläuterte Rolf Pfeifer von der Endura Kommunal GmbH aus Freiburg in der Ausschusssitzung. Grund sei die Burgruine Hohengeroldseck, die als Kulturdenkmal Umgebungsschutz genieße. Schon früh habe die Gemeinde Seelbach darauf gedrängt, auf diese Anlage zu verzichten. 

Sehr gute Bedingungen
Dass die Windräder Auswirkungen auf das Landschaftsbild haben werden, betont auch die Lahrer Stadtverwaltung in ihrer Stellungnahme. Daher soll nun ein finanzieller Ausgleich in Höhe von 165 000 Euro in die Stiftung Naturschutzfonds fließen. Über die genaue Verteilung entscheidet laut Pfeifer das Landratsamt. Mit einem Teil davon soll die Sanierung der Burgruine Hohengeroldseck auf Seelbacher Gemarkung gefördert werden. Die Stadtverwaltung begrüßt das. Lahr ist Mitglied im Verein zur Erhaltung der Burg­ruine und unterstützt die Sanierung immer wieder mit Zuschüssen. Unterm Strich begrüßt die Verwaltung das Projekt: Zwar würden die Windräder das Landschaftsbild beeinträchtigen, doch biete der Standort sehr gute Bedingungen für die Produktion regenerativer Energie.

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So sahen es auch die meisten Stadträte. »Wir wollen regenerative Energie fördern, wo es geht«, sagt Roland Hirsch (SPD). Genau wie Ilona Rompel (CDU) konnte er aber nicht nachvollziehen, warum die Gemeinde Seelbach die Zuwendung für die Hohengeroldseck bekommen soll. »Kann Lahr nicht auch profitieren?«, fragt Rompel. 

Eberhard Roth (Freie Wähler) und Claus Vollmer (Grüne) glauben, dass die Mehrheit der Bevölkerung der Windenergie positiv gegenübersteht. Roth hätte sich aber eine frühzeitige Beteiligung Reichenbachs gewünscht – auch wenn das nicht vorgeschrieben ist. Vollmer sagt: »Seelbach verhindert eine Anlage – und bekommt noch Geld dafür. Das leuchtet mir nicht ein.« Lukas Oßwald (Linke Liste) sieht es allgemeiner: »Das Klima wird die Landschaft verändern – nicht die Windräder.« Die neuen Anlagen seien das kleinere Übel. Diskutieren könne man allerdings über die gewaltige Größe der modernen Windkraftanlagen.

Zustimmend oder nicht?
Das Gremium nahm den Antrag für den Windpark am Mittwoch zustimmend zur Kenntnis – bei vier Enthaltungen der CDU, die gern auf den Zusatz »zustimmend« verzichtet hätte. Auch der Ausgleich für die Burgruine wurde bei Enthaltungen von Walter Caroli (SPD) und Ilona Rompel (CDU) begrüßt. 

Baubeginn am Rauhkasten könnte im Sommer sein. Harald Günther (CDU) machte deutlich, dass er keine weiteren Anlagen in der Umgebung mehr wünscht: »Mehr als 19 Anlagen verkraftet das Schuttertal nicht.«

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