Friesenheim - Schuttern

Stehende Ovationen für "Golden Harps" in Schuttern

Autor: 
Walter Holtfoth
Lesezeit 4 Minuten
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30. Dezember 2018
Kein Platz blieb in der ehemaligen Klosterkirche Schuttern frei beim Konzert der »Golden Harps«.

Kein Platz blieb in der ehemaligen Klosterkirche Schuttern frei beim Konzert der »Golden Harps«. ©Walter Holtfoth

Das war ein Abend, der noch lange nachwirkt. Bei ihrem Jahresabschlusskonzert – wie immer in der Kirche Schuttern – bescherte der Gospelchor »Golden Harps« den Besuchern Gänsehaut-Momente.

Samstag, knapp 18 Uhr. Geduldiges Personal beim drängelnden Anfahren des Parkplatzes, Warteschlangen in Vierer-Reihen vor dem Eingang der ehemaligen Klosterkirche. Vorfreude in den Gesichtern. Der Gospelchor »Golden Harps« lud zu einem seiner beiden legendären Jahresabschlusskonzerte. Eine Stunde früher vor Ort zu sein, war zwingend notwendig und dennoch keine Garantie dafür, wirklich in den vorderen Reihen zu sitzen. Bereits um 18 Uhr waren alle Kirchenbänke besetzt, oder von Anwesenden, für später Kommende reserviert. So blieb dann doch weitgehend nur der berühmte Schutterner Kirchenklappstuhl übrig. 

Faszinierend war, wie es das Team der »Golden Harps« schaffte, noch Sekunden vor Konzertbeginn die allerletzten Stühle zu verteilen, so dass niemand stehen musste.  Vorsorge in Sachen Kälte war auch getroffen worden. Wolldecken als Ergänzung für Oberkörper und Beine und hier und da war eine Wärmflasche zu erspähen. So vorbereitet begann pünktlich um 19 Uhr ein Konzert der Superlative. Der musikalische Leiter Friedhelm Matter hatte mit seinen Sängerinnen und Sängern samt Band ein abwechslungsreiches, durch und durch anspruchsvolles Programm erarbeitet, das begeisterte. Nichts wirkte künstlich oder aufgesetzt, sondern locker und mit allerbester Laune vorgetragen. 

Eingespieltes Team

Noch mit der Adventszeit behaftet wurden Weihnachtslieder angestimmt, die die Gäste vom ersten Moment an zum mitsummen brachten. Vorgetragen von einem Chor der Extraklasse wurden Lieder wie »Es ist ein Ros entsprungen« oder »Mary did you know« gefolgt von »Mary's boy child« oder besonders und beeindruckend Leonard Cohens »Hallelujah«. 

Friedhelm Matter führte das Publikum auf seine eigene freundliche Art auch moderierend durch den Abend, zitierte aus Gedichten und Geschichten die zum Nachdenken anregten. Er verwies dankbar auf die Tatsache dass das Engagement bei den »Golden Harps« ohne Teamwork vor, auf und hinter der Bühne nicht möglich sei. Zu diesem eingespielten Team gehörten am Samstag ebenfalls die vielen Solisten. Tanja Engel, Jessica Schröder, Lolly Albert Aggray, Michael Steiner, Daniel Oertel, Markus Winterhalter, Nadine Lehmkühler oder Marie Christin Poschen sangen sich in die Herzen der Zuhörer. Zum Gelingen des Abends trug auch eine hervorragende Tontechnik bei, die von Christoph Kleinert perfekt abgestimmt war. 

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In der zweiten Hälfte des Programms, das ohne Pause vonstatten ging, richtete Matter den Blick musikalisch auf das neue Jahr. Bei »Bridge over troubled water«, jener wunderschönen Hymne von Paul Simon aus den 70er-Jahren,  entstand der Eindruck, Art Garfunkel persönlich sei mehrfach auf der Bühne vertreten, derart brillant wurde interpretiert. 

Es war unvermeidlich, dass die Stimmung in der ehrwürdigen Kirche langsam, aber sicher stieg. Jetzt waren neben anhaltendem Applaus die ersten Jubelschreie deutlich zu hören. Das Konzert hatte spätestens nach »You raise me up« alle fest im Griff. Begeisterung pur und den Besuchern entging beinahe, dass sich der Abend seinem Ende näherte. 

Zugaben waren Pflicht

Der Chor durften selbstverständlich nach »Feliz Navidad« nicht ohne Zugaben von der Bühne. Frenetischer Applaus, stehende Ovationen und glückliche Gesichter auf Podesten und im Publikum. Ihr Wunsch für eine bessere Welt kam beim allerletzten Song zum Tragen: Zu »Give us peace« legten die Akteure Mikro und Instrumente ab und verließen singend die Kirche durch die Reihen der Gäste. Ein allerletzter Gänsehaut-Moment, bevor die Möglichkeit genutzt wurde, sich am Eingang der Kirche persönlich von den Besuchern zu verabschieden. Noch einmal wurde dieser letzten Augenblick auf allen Seiten genossen.

Abschließend sei erwähnt, dass auch für das zweite Konzert am Sonntag nur noch sehr wenige Restkarten zur Verfügung stehenund die Klappstühle bereits gerichtet sind.

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