Lahr

Sudetenland lässt ihn nicht los

Autor: 
Schätzle Wolfgang
Lesezeit 3 Minuten
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17. November 2012
Wolfgang Schätzle - Zwei Heimatchroniken hat Roland Zirm (80) verfasst. Noch heute schreibt er für die »Riesengebirgsheimat«, dem Heimatblatt für die Kreise Hohenelbe und Trautenau.

Wolfgang Schätzle - Zwei Heimatchroniken hat Roland Zirm (80) verfasst. Noch heute schreibt er für die »Riesengebirgsheimat«, dem Heimatblatt für die Kreise Hohenelbe und Trautenau.

Er lebt für seine alte Heimat im Riesengebirge, trägt mit seinen Büchern, Artikeln und Aktionen zur Völkerverständigung bei: Roland Zirm, heute in Heiligenzell lebend, ist mit 80 Jahren noch immer mit Leib und Seele Ahnenforscher und Chronist.

Friesenheim-Heiligenzell. Er hat im Schwarzwald, genauer gesagt in Heiligenzell, zusammen mit seiner Frau Maria seine zweite Heimat gefunden. Der Schwarzwald sei seiner alten Heimat, dem Riesengebirge, auch in vieler Hinsicht ähnlich, sagt Roland Zirm, der vor zwei Wochen seinen 80. Geburtstag feierte. Er fühlt sich wohl hier in der Vorgebirgszone, seit fast zwei Jahrzehnten nennt er das beschauliche Heiligenzell sein neues Zuhause. Seine alte Heimat, sein Geburtsort Niederlangenau und die Region Hohenelbe, ließ ihn jedoch nie los, trägt er heute noch in seinem Herzen und was sicherlich noch viel wichtiger ist: Er hält die Erinnerungen an das Riesengebirge bis heute in Wort und Bild wach. Und das geschieht auf vielfältigste Weise.

Seine Liebe galt natürlich vor allem seinem Geburtsort, wo sein Vater Johann Zirm – ein großes Vorbild von ihm – von 1911 bis 1933 Ortsvorsteher war. So hatte er sich auch schon früh mit den Geschehnissen von Niederlangenau befasst. Dies führte letztlich dazu, dass er 1995 dort Ortsbetreuer wurde. Zirm, der seit 1986 Träger der Landesehrennadel ist, verarbeitete all seine Kenntnisse und stetigen Nachforschungen in einem Buch: »Das Kleine Elbtal« – eine Heimatchronik über Niederlangenau mit den Ortsteilen Kleinlangenau und Schmidtdorf. Das mächtige Werk im DIN-A4-Format umfasst 550 Seiten und 500 Bilder und ist 2002 als achter Band der Ortsbuch-Reihe des Heimatkreises Hohenelbe/Riesengebirge erschienen. Bereits sechs Jahre später kam sein zweiter Band, in der Ortsbuchreihe der 14., heraus mit 750 Seiten und 800 Bilder. Darin enthalten sind Nachträge zum ersten Band sowie die Ortsgeschichten von Mittellangenau und Oberlangenau. Außerdem werden die gesamten Entwicklungen der drei Gemeinden im Sudetenland und viele Schicksalsschläge behandelt. Beim Besuch des Lahrer Anzeigers ist spürbar: Er freut sich vor allem darüber, dass in Tschechien, wo heute sein Geburtsort liegt, seine Bücher sehr geschätzt werden. Auch in Australien und den USA, wo es viele Sudetendeutsche nach ihrer Vertreibung 1946 hinzog, fanden Zirms Bücher reißenden Absatz. Im Handumdrehen seien 1000 Exemplare vergriffen gewesen. Eine Neuauflage werde es nicht geben. »Wer sich dafür interessiert, kann beide Bände auf DVD bekommen.« Zirms Chroniken finden mittlerweile auch Platz in den Landesbibliotheken Deutschlands und Österreich.

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Gedenktafel gestiftet

Seine Verbundenheit zum Riesengebirge zeigt der Ahnenforscher auch darin, dass er im vergangenen Jahr in seinem Geburtsort Niederlangenau, dem heutigen Solni Lánov, eine Gedenktafel am Friedhofseingang in deutscher und tschechischer Sprache errichten ließ. Sie soll die Erinnerung an die 195 Opfer des ersten und die 309 des zweiten Weltkriegs von Ober-, Mittel- und Niederlangenau sowie an jene 3500 deutsche Landsleute, die in den Jahren 1945/46 ihre alte Heimat verlassen mussten, wach halten. Weiter schreibt der heute 80-Jährige noch heute Artikel für die »Riesengebirgsheimat«, dem Heimatblatt für die Kreise Hohenelbe und Trautenau, die von Nürnberg aus vertrieben wird, und agiert auch seit 1998 im Vorstand des Heimatkreises Hohenelbe.

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