Rockszene

Treffen der Lahrer Rockszene

Autor: 
Nicolaus Wilhelm
Lesezeit 3 Minuten
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12. Februar 2019
Die Band Sammelsurium weiß zu überzeugen. Das Publikum wurde am Samstagabend dann auch mit dem altbekannten »Gnom«als Zugabe belohnt.

Die Band Sammelsurium weiß zu überzeugen. Das Publikum wurde am Samstagabend dann auch mit dem altbekannten »Gnom«als Zugabe belohnt. ©Foto: Nicolaus Wilhelm

Nicht nur Nostalgiker kamen am Samstagabend in dem mit etwa 140 Zuhörern gut gefüllten Stiftsschaffneikeller voll auf ihre Kosten. Erinnerungen wurden geweckt, hat die schon 1970 gegründete Band Sammelsurium viele seit der frühen Jugend musikalisch begleitet.

Sammelsurium war, mit Verlaub, in den 1970er Kult in Lahr und der Stiftsschaffneikeller in der gleichen Zeit einer der wesentlichen Hotspots der Live-Rockmusik. Am Samstagabend war der Keller wie damals. Man begegnete Gesichtern, die sich schon Jahrzehnte in der Rockszene bewegen. Alte Weggefährten. Als Überraschungsgast spielte  Henning Lehmann. 

Man kann sich der Musik von Sammelsurium als Experte nähern, sich an den komplexen Taktmetren erfreuen, zählen wie viele 5er- und 7er- Takte sich Bandgründer Uli Steuer an den Drums und Thomas Schwarz am Bass zuwerfen. Ebenso  die wunderschönen Bläserkoloraturen bestaunen, die Uli Steurer an Oboe und Flöten setzt.

Oder die Vielfalt der Soundelemente im variablen Spiel von Christian Steurer am Keyboard oder die stilsichere, akkurate Gitarrenarbeit von Raimund Göppert genießen. Mancher bewundert wie traumhaft sicher Viola de Galgóczy selbst über die komplexesten Klangkaskaden  ihre Koloraturen setzt.

Man kann aber auch Sammelsurium als Gesamtkunstwerk betrachten, sich auf eine Zeitreise begeben und den eigenen Assoziationen Raum geben. Da begegnet man auditiv den frühen Genesis, dort einem Hauch von King Grimson, Yes oder natürlich auch Pink Floyd, findet sich auf einem der berüchtigten Krautrockfestivals der 70er wieder. 

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Stücke wie »5th Vector!« mit einem im Raum schwebenden Bass und sphärischen Synthieklängen bieten im Stil von Filmmusik Bilder von weiten Landschaften an. »Rondo Espagnol« entführen den visuell orientierten Zuhörer mit orientalischen Gesangskaskaden von Viola auf einen marokkanischen Basar.

 »Changes« ist sicher ein Beispiel für die Variabilität von Sammelsurium – ein leises Intro mit Flageolettönen auf dem Bass, umgarnt von Uli Steurers Flöte mündet dann in einen bombastischen Synthieteppichen von Christian Steurer und in sphärische Gitarrenläufe von Raimund Göppert. Mit »Gettin‘ Up« präsentiert die Band aber auch eine kernige, eingängige Rocknummer, die einen wieder entsprechend dem Namen des Openingstitels ins »Here and Now« zurückholt.

Zum Ende des Konzerts holt Sammelsurium Henning Lehmann auf die Bühne, der mit Viola de Galgóczy schon gemeinsam die Schulbank drückte. Lehmann fügt sich nahtlos ins Kollektiv ein und sein sonores Timbre bietet stimmlich bei »Aragorn« einen interessanten Kontrast zu der glockenhellen Stimme von Viola.

Abseits vom Mainstream  hat Sammelsurium laut vieler Zuhörer wieder bewiesen, dass man als Band auch seinen eigenen Weg verfolgen kann, und dass ihre  Stiltreue im psychodelischen Art-Rock frisch in der Gegenwart ankommen kann.

 

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