33 Jahre Schärmies

Mietersheim war am Wochenende fest in Narrenhand

Autor: 
Jacqueline Meier
Lesezeit 2 Minuten
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25. Januar 2016
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(Bild 1/3) Viele Zuschauer säumten am Sonntagnachmittag die Mietersheimer Hauptstraße, als mehr als 2000 Hästräger und Musikkapellen durch den Stadtteil zogen. ©Jacqueline Meier

»Narri – Narro!« Der Narrenruf war gestern in Mietersheim ständig zu hören. Mehr als 2000 Hästräger zogen am Sonntagnachmittag durch die Straßen und feierten gemeinsam mit den Schärmies deren 
33. Geburtstag.

Es war ein buntes Bild, das sich den vielen Zuschauern am Straßenrand bot. Und doch gab es einen schwarzen Fleck dazwischen. Unter eine der schwäbischen Zünfte hatte sich ein Teilnehmer in Zimmermannskleidung »gemogelt«. Er sei nicht verkleidet, antwortete er auf Anfrage: »Ich bin auf Wanderschaft und habe von dem Umzug gehört.

Da habe ich meine Trommel mitgebracht und geh’ mit.« Die Bisinger Lumpenmusik hatte den jungen Mann aus dem Schwäbischen für die Dauer des Umzugs kurzerhand »adoptiert«.

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Beteiligt am Umzug waren auch die Einscheller aus der Schweiz – eine Gruppe, die mit riesigen Kuhglocken die Fasnacht einläutet. Wie schwer diese über ein Joch verbundene und auf den Schultern getragenen Glocken sind, ließen die kräftigen jungen Männer gern testen. Ganze 40 Kilo wiegen allein die beiden Schellen, das Joch noch nicht mitgerechnet. Da ging so mancher in die Knie, der das Gewicht mal austesten wollte. 

Unsinn hatten die Narren natürlich auch wieder im Kopf. Mit Begeisterung wurde alles mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest ist. Beispielsweise Mützen und auch Schuhe. Gleichzeitig zeigten sich die Hästräger dann aber auch wieder großzügig, wenn Süßigkeiten verteilt wurden. Wenngleich die eine oder andere Zuschauerin dafür in eine Schandgeige, wie sie im Mittelalter als Strafmaßnahme galt, geklemmt werden musste. Als Belohnung gab es dann aber einen Schokokuss. Der wurde allerdings fast komplett in den Mund geschoben. 

Mit Begeisterung wurden Zuschauerinnen – meist die jüngeren – mitgeschleppt, auf einen Wagen gesperrt, gestempelt oder mit Stroh abgerieben. 
Die Schärmies hatten bereits am Freitag mit dem Festbankett für geladene Gäste (siehe Folgeseite) und am Samstag mit einem Schweizer Abend gefeiert. Der Umzug bildete den Abschluss des närrischen Jubiläums.

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