Lahr

Viel Arbeit für Flüchtlingshelfer

Karl Kovacs
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10. Januar 2017

Die Sprecher des Freundeskreises (von links): Günter Endres, Heimfried Furrrer, David Schaller, Stephanie Kempchen und Carmen Hansmann. ©Archivfoto

Hinter dem Freundeskreis Flüchtlinge Lahr liegt ein arbeitsintensives Jahr. Mit dem Lahrer Anzeiger haben Mitglieder des fünfköpfigen Sprecher-Teams Erreichtes und anstehende Aufgaben gesprochen.

Etwa 100 Menschen in jedem Alter engagieren sich im Freundeskreis Flüchtlinge, der im Herbst 2014 gegründet wurde. Trotz sinkender Flüchtlingszahlen gibt es immer noch eine Menge zu tun.

Heimfried Furrer, einer von fünf Sprechern des Freundeskreises, blickt zunächst auf das Erreichte zurück. Zu den Höhepunkten des vergangenen Jahrs gehören für ihn das Konzert von Musikern der Musikschule und Flüchtlingen, die Teilnahme von Flüchtlingskindern an der Stadtranderholung, zwei Fahrradkurse der Polizei, die Gründung der Flüchtlingsband »The Worlderers« und die neue Internetseite des Freundeskreises. 

Direkte Hilfe vor Ort

Die wichtigsten Aufgaben der Helfer waren und sind die direkte Hilfe in den sechs Lahrer Unterkünften. »Wir bieten Deutschunterricht an, begleiten die Geflüchteten im Alltag, zu Ämtern oder Ärzten, unterstützen Schwangere und Mütter und helfen bei der Wohnungs- und Jobsuche«, fasst Furrer zusammen. 

Durch die geringere Zahl von Geflüchteten hat sich die Arbeit verlagert: Ging es vor einem Jahr hauptsächlich darum, den Migranten zu zeigen, wo sie günstige Kleidung und Lebensmittel einkaufen können, zeigen die Helfer ihnen heute, wie sie an einen Job oder eine Wohnung kommen.

Vorgenommen haben sich die Ehrenamtlichen auch für 2017 einiges. So plant der Freundeskreis die Einrichtung von W-Lan für die Containerkunft auf dem Flugplatz und eine Gemeinschaftsantenne in der Willy-Brandt-Straße. »Unser Ziel ist es, möglichst alle Geflüchteten, die Bedarf anmelden, mit verkehrssicheren Fahrrädern zu versehen«, ergänzt Furrer. 

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Erste-Hilfe-Kurse

Der Freundeskreis beteiligt sich außerdem an drei Erste-Hilfe-Kursen des DRK auf Englisch, Arabisch und Farsi. Dafür trommelt Sprecher Günter Endres zusammen mit der 17-jährigen Hadil Haje-Fares aus Syrien Teilnehmer zusammen. »Sie ist als Übersetzerin eine wichtige Unterstützung für mich«, sagt Endres über die Schülerin, die seit einem Jahr in Deutschland lebt. 

An weiteren Ideen mangelt es nicht: Stephanie Kempchen etwa schwebt eine Flüchtlingszeitung vor, die ähnlich wie die Straßenzeitung »Freiebürger« in Freiburg vermarktet werden könnte. »Einige Geflüchtete haben früher als Journalisten oder Fotografen gearbeitet. Gemeinsam mit den Ehrenamtlichen könnten sie Texte verfassen«, erläutert die Sprecherin. Auch für Flüchtlinge relevante Kleinanzeigen und Erfahrungsberichte könnten so verbreitet werden. 

Bürokratische Hindernisse

Es gibt aber nicht nur Positives zu berichten. Bei der Betreuung der wachsenden Zahl von Flüchtlingen in der Anschlussunterbringung sehen die Helfer Handlungsbedarf. Endres sieht außerdem zu viele bürokratische Hindernisse. Bei Flüchtlingen sei Unpünktlichkeit oft ein Problem. Dazu meint Furrer: »Das ist manchmal frustrierend. Aber man gewöhnt sich daran und schraubt seine Erwartungen runter.« Die Dankbarkeit für oft nur kleine Hilfen, die erfolgreiche Vermittlung eines Jobs oder einer Wohnung sind die schönen Momente. 

Und was treibt die Helfer an? Darauf hat Furrer eine klare Antwort: »Einen Beitrag zu leisten, um die Ungerechtigkeit in der Welt etwas auszugleichen.«

Stichwort

Helfer

Weitere Helfer sind willkommen. Informationen finden Interessierte im Internet: www.freundeskreis-flüchtlinge-lahr.de

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