Schwanau - Nonnenweier

Vortragsabend zu Ludwig Frank kommt an

Thorsten Mühl
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05. September 2014

Walter Caroli (am Pult) zeichnete die Lebensgeschichte des Sozialdemokraten Ludwig Frank beim Vortragsabend in Nonnenweier nach. ©Thorsten Mühl

Bis auf den allerletzten Platz füllte sich die Nonnenweierer Heimetstub am Mittwochabend. Gemeinsam erinnerten der Förderverein ehemalige Synagoge Kippenheim und die SPD Ortenau mit einer Gedenkveranstaltung an Ludwig Frank.

Das Datum war symbolträchtig gewählt: Am Mittwoch jährte sich zum 100. Mal der Todestag von Nonnenweiers wohl bekanntestem Sohn Ludwig Frank (1874 bis 1914). Anlass genug für den Förderverein ehemalige Synagoge Kippenheim und den SPD-Kreisverband Ortenau in Form einer  zweistündigen Gedenkveranstaltung unter dem Motto »Ein Europäer, gefallen im Ersten Weltkrieg« an Leben, Wirken und Sterben Franks zu erinnern.

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»Damit nicht gerechnet«
Das Interesse an der Veranstaltung war wie erwartet riesig. Die Heimetstub war mit Gästen aus beispielsweise Freiburg, Kippenheim, Friesenheim, Lahr, Meißenheim und Schwanau bis in den allerletzten Winkel vollständig gefüllt. Der Abend wurde durch Grußworte eingeleitet. Karl-Rainer Kopf, stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender, zeigte sich dankbar angesichts der großen Resonanz. »Damit hatten wir nicht gerechnet, für Ludwig Frank wäre das ein sehr schönes Zeichen gewesen.« Nonnenweiers Ortsvorsteherin Dagmar Frenk erinnerte unter anderem an die Verluste der 30 jüdischen Familien, die zur Zeit des Kriegsausbruchs 1914 im Rieddorf lebten. »Heimat war für Ludwig Frank ein treffender Begriff«, sagte Frenk zur Verbindung des jüdischen Politikers und Nonnenweier.
Den Auftakt zum Vortragsteil bestritt Jürgen Stude. Der Vorsitzende des Fördervereins ehemalige Synagoge Kippenheim zeichnete unter dem Titel »Jüdische Soldaten im Ersten Weltkrieg« unter anderem die schwierigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nach, die damals für jüdische Mitbürger in Deutschland herrschten. Danach referierte der ehemalige Landtagsabgeordnete Walter Caroli zum Thema »Frieden und Krieg – Zwiespalt beim großen Sozialdemokraten Ludwig Frank«. Caroli zeigte als profunder Kenner der Thematik in knappen Zügen das Leben Franks auf, der in Nonnenweier geboren wurde, große Teile seines Lebens später in Mannheim verbrachte.

Themen wie die deutsch-französische Verständigung, Franks Engagement für die gesellschaftliche Verbesserung des Arbeitnehmerschaftsstatus oder sein Eintreten für eine Friedenslösung, als sich dr Erste Weltkrieg anbahnte, waren nur einige Punkte, die Caroli herausstellte. Ungeklärt bleiben musste eine Frage, die auch heute noch viele Menschen, wenn es um die Person Ludwig Frank geht, nachdenklich zurücklässt. Er galt als ausgesprochener Pazifist, ließ er sich aber dennoch bei Kriegsausbruch als Soldat an die Front schicken, wo er wenige Wochen später starb. Warum? »Franks Entschluss ist aus heutiger Sicht sicher schwer nachzuvollziehen. Über die Beweggründe können nur Vermutungen angestellt werden«, so Caroli. Als sicher darf eines gelten: Frank bekundete nur wenige Tage vor seinem Tod, dass er den Krieg überleben wolle, um im Anschluss an der Weiterentwicklung des deutschen Staates mitzuarbeiten.
Mit nachdenklichen Stücken wie dem bekannten Antikriegslied »Where have all the flowers gone« (»Sag mir, wo die Blumen sind«) wurde der Abend musikalisch durch die Gruppe »Die roten Socken« unter Leitung von Petra Mayer-Kletzin begleitet.

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