Schwanau - Allmannsweier

Weiterhin Ärger um ehemaligen Campingplatz in Allmansweier

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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26. Mai 2019

Auf dieser Grünfläche im Herrenweg in Allmannsweier könnte der Wohnmobil-Stellplatz errichtet werden – zum Ärger der Anwohner in den umliegenden Wohngebieten. ©Archiv Thorsten Mühl

Der Antrag zur Aufstellung eines Bebauungsplans zum einstigen Allmannsweierer Campingplatz bedeutet nach ruhigen Monaten neues Aufleben des Dauerthemas Wohnmobil-Stellplatz. Während Anwohner erneut sauer reagieren, sieht die Ortsverwaltung das Ganze nüchtern.

Ein Blick ins Amtsblatt mit Hinweis auf die Sitzung des Ortschaftsrats kommenden Dienstag (20 Uhr), bestätigte Sabine Doufrains Information. Der Antrag Matthias Zimmermanns zur Aufstellung eines Bebauungsplans beim Areal des einstigen Campingplatzes steht auf der Tagesordnung.

Für die in der Initiative »Wohnmobil-Stellplatz« vereinten Anwohner ein Ärgernis, denn der Protest gegen das Vorhaben, auf einem Teil des Areals einen 23 Plätze umfassenden Wohnmobil-Stellplatz zu realisieren, hatte sie zwischen Ende 2017 und März 2018 monatelang intensiv beschäftigt. Unter anderem wurden 357 Unterschriften gesammelt und Schwanaus Bürgermeister Wolfgang Brucker übergeben.

Ansinnen abgelehnt

Im März 2018 hatte dann die Baurechtsbehörde im Landratsamt Ortenaukreis, nachdem der kommunale Bau- und Planungsausschuss als auch der Ortschaftsrat Allmannsweier das Vorhaben anfänglich befürworteten, das Ansinnen abgelehnt. Basis des Beschlusses war Artikel 34 Baugesetzbuch, den Fachleuten erschienen zu viele Fragen noch ungeklärt.

Die Aufstellung eines Bebauungsplans wurde indes als mögliches Mittel genannt, um die entsprechenden Interessen zu prüfen und gegeneinander abzuwägen. Im November 2018 wurde im Ortschaftsrat nicht-öffentlich die Aufstellung eines Bebauungsplans angeregt und als Antrag an die Hauptverwaltung weitergereicht.

Neben dem Stellplatz wurde als zweiter Aspekt die Entwicklung möglicher Ideen für die generelle Zukunft des Areals, das zwischen 1970 und 2006 als Campingplatz diente, angeführt. Die derzeitigen Entwicklungen nerven die Anwohner. »Kaum zu glauben war das«, als sie von der nächsten Episode der Thematik las, bemerkt Sabine Doufrain.

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An Randbedinungen nichts verändert

Aus Sicht der Bürgerinitiative (BI) »Wohnmobil-Stellplatz« habe sich an den Randbedingungen und ihren Kritikpunkten – Lärm, Verkehrsprobleme, aber auch ungewisse Auswirkungen für die Umwelt – nichts verändert. Und auch die Informationspolitik ärgert Doufrain und ihre Mitstreiter: »Dass wir im Vorfeld nicht über diesen Schritt informiert worden sind, ist enttäuschend, aber auch nicht neu«, so Doufrain.

Wie ist der Sachstand insgesamt einzuordnen? In der Sitzung des Ortschaftsrats wird sich das Gremium mit dem Antrag auf einen Bebauungsplan – wie mit allen Anträgen – befassen, beraten und eine Empfehlung in Richtung Gemeinderat aussprechen. Nicht mehr, nicht weniger, denn der Ortschaftsrat ist ein beratendes Gremium, das etwa in Sachen Bebauungsplan-Aufstellung keine abschließende Entscheidungsgewalt besitzt.

Keine Überlegungen

Ende 2018 hatte Martina Stahl (Bauverwaltung) gegenüber dem Lahrer Anzeiger geäußert: »Es gibt momentan keine Überlegungen der Verwaltung oder des Gemeinderates, dass ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll.« Sollte der Ortschaftsrat nun anregen, einen Bebauungsplan aufzustellen, müsste sich erst einmal der nach der Kommunalwahl neu zusammengefügte Gemeinderat mit dem Thema befassen. Hier bliebe abzuwarten, ob dieser die Notwendigkeit ebenfalls mehrheitlich sieht. 

Denn auf der kommunalen Prioritätenliste stehen erst einmal zahlreiche weitere Themen – zum Beispiel der Endausbau des Allmannsweierer Neubaugebiets »Waldweg«. Auch seitens der Allmannsweierer Ortsverwaltung wird auf den vorgeschrieben Umgang mit Anträgen verwiesen. Der Antrag werde auf die Tagesordnung gesetzt, in der Sitzung öffentlich behandelt, dann werde es einen Ratsbeschluss geben und je nach Votum weiter gesehen. 

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