Lahr/Schwarzwald

»Weltbürgermeister«: Wolfgang G. Müller ist in der Top 5

11. Januar 2017
&copy Archivfoto: Burkhard Ritter

Beim Neujahrsempfang der SPD am Sonntag war bereits die Rede davon, nun bestätigte die City Mayors Foundation in London: OB Wolfgang G. Müller ist im Rennen um die Auszeichnung als »Weltbürgermeister« unter den Top Fünf.

Beim Neujahrsempfang der SPD am Sonntag war bereits die Rede davon, nun bestätigte die City Mayors Foundation in London: OB Wolfgang G. Müller ist im Rennen um die Auszeichnung als »Weltbürgermeister« (World Mayor) unter den Top Fünf. 

Wer die vier anderen Bürgermeister sind, konnte vom Hove nicht sagen. »Die weiteren Kandidaten stehen noch nicht fest. Die Position von Herrn Müller ist aber 
gesichert.« 

Entscheidung verschoben

Der Sieger wird nicht wie vorgesehen Ende Januar, sondern im Februar benannt werden. Grund dafür ist laut Tann vom Hove von der City Mayors Foundation die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump. »Wir wollten warten, bis der Trubel in den USA vorbei ist.« Der genaue Termin soll in der kommenden Woche bekanntgegeben werden.

Auf der Internetseite (siehe Ende des Artikels) finden sich zahlreiche Unterstützer-Schreiben, in denen der Einsatz Müllers für Integration und Flüchtlinge gelobt wird. Neben einer Reihe von Politikern aus Lahr und Umgebung begründen auch viele Bürger aus dem In- und Ausland, weshalb der OB den Preis verdiene. In dieser Kategorie führt Müller die Liste aller Nominierten an: Für ihn wurden mit Abstand die meisten Beiträge verfasst. 

Sieben Bürgermeister haben Aufsätze veröffentlicht, in denen sie sich erstmals direkt zu Wort melden. Müller äußert in seinem Beitrag zunächst auch im Namen der anderen Bürgermeister aus westlichen Ländern seinen Respekt für die Kollegen in Krisengebieten: »Die Herausforderungen eines Bürgermeisteramts, die im Nahen Osten, etwa in Syrien, gelten, kann sich von uns wohl keiner auch nur im Ansatz vorstellen.« Doch auch im reichen Teil der Welt gebe es Herausforderungen. Bürgermeister und Bürger müssten sich etwa die Frage stellen, ob »uns der Schutz wirtschaftlicher Prosperität wichtiger als die Solidarität mit den Bedürftigen« sei. 

Der Aufgabe gestellt

In Lahr hätten sich, so Müller weiter, Alteingesessene und Neubürger nach der Ankunft von mehr als 10 000 Russlanddeutschen in den 90er-Jahren »der Generationenaufgabe der Integration gemeinsam gestellt«. Diese Haltung habe sich auch in der Aufnahme von Flüchtlingen bestätigt. 

Stadtverwaltung, Gemeinderat und viele Ehrenamtliche seien überzeugt, dass die Nominierung allen gehöre. »Wir wollen gemeinsam zeigen, dass in Lahr etwas gewachsen ist, weil ganz viele zusammengestanden sind, als es darauf ankam«, betont er.

In Lahr gebe es zahlreiche Beispiele für das Miteinander von Einheimischen und Migranten. Müller nennt unter anderem den Freundeskreis Flüchtlinge, das Suppenfest, das fest der Kulturen, die Arbeit der Vereine, das interkulturelle Gartenprojekt für die Landesgartenschau und den Dolmetscherpool. Diese »gelebten Beispiele tatkräftiger Hilfe« seien notwendig, damit sich eine offene Gesellschaft gegen Angst und Skepsis durchsetzen könne.

Die Nominierung sei ein Ansporn, um dafür zu sorgen, »dass Toleranz, Achtung und Hilfe immer Unterstützung in der Bevölkerung und die notwendigen Mehrheiten in der Kommunalpolitik findet«, schreibt Müller. 

Der World Mayor Prize wird seit 2004 alle zwei Jahre vergeben. Dieses Mal sollen Bürgermeister geehrt werden, die sich besonders für Migranten und deren Integration stark gemacht haben. 

Weitere Infos unter www.worldmayor.com

Autor:
Karl Kovacs

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