SPD Sommertour

Wie der Lahrer Stadtwald unter dem Klimawandel leidet

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
23. August 2019

Bei der SPD-Sommertour ging es am Donnerstag um die Auswirkungen des Klimawandels im Lahrer Stadtwald. Der städtische Forstverantwortliche Michael Heid (vierter von rechts) informierte. ©Thorsten Mühl

Die Mitglieder der Lahrer SPD beschäftigten sich im Rahmen ihrer Sommertour mit den Auswirkungen des Klimawandels im Lahrer Stadtwald. Vor allem die geringe Niederschlagsmenge bereitet den Forstverantwortlichen Sorge.

Der Klimawandel und seine Auswirkungen – auch auf den bezogen Wald bleibt dieses Thema nicht ohne Auswirkungen. Über die Situation, Auswirkungen und Strategien, wie mit der Entwicklung zukünftig umgegangen werden kann, informierte sich die Lahrer SPD am Donnerstag im Rahmen ihrer Sommertour. 

»Nicht noch mal erleben«

Als fachkundiger Begleiter war Michael Heid, der städtische Forstverantwortliche, mit dabei. Heid begann seine Ausbildung 1978, ist seit 1984 bei der Stadt Lahr tätig. Er erlebte die Auswirkungen des starken Eisbruchs von 1982 mit, doch insbesondere Orkan »Lothar« hinterließ Spuren, an denen der Wald über Jahre zu kauen hatte. »100 000 Festmeter fielen seinerzeit um. Es dauerte rund drei Jahre, das aufzuarbeiten. So etwas möchte ich nicht noch einmal erleben müssen«, sagte Heid.

Er zeigte den rund 15 Anwesenden anhand von Kartenmaterial die Verbreitung des Lahrer Stadtwalds auf und kam beim anschließenden Rundgang auf die Auswirkungen des Klimawandels zu sprechen. Vergangenes Jahr habe es im Schnitt in Lahr 610 Liter geregnet, dieser Wert sei nicht weit entfernt von der Quote des afrikanischen Staates Namibia (600 Liter) gewesen. »Problematisch ist, dass uns die Niederschläge insgesamt fehlen. Sie kommen entweder zur falschen Zeit oder fallen, anders als früher, gerade auch im Winter nicht mehr so üppig aus«, führte Heid aus. 

- Anzeige -

Bis Ende der 1980er Jahre sei die Situation noch stabil und im annehmbaren Rahmen gewesen. »Seither ging die Niederschlagsmenge immer mehr zurück«, bemerkte der Forst-Verantwortliche. Die Effekte für den Wald seien deutlich spürbar. Sie stünden unter immer größerem Stress, die Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten steige. Als Beispiel der jüngeren Vergangenheit nannte Michael Heid das durch einen Pilz hervorgerufene Eschentriebsterben (ETS) und zeigte beim Rundgang einige markante Stellen auf.

Die Frage nach dem zukünftigen Wald und seiner Gestaltung wurde aufgeworfen. Heid nannte dazu verschiedene Schlagworte. Der Wald der Zukunft müsse artenreich gestaltet werden, wobei in den seitens der Forstwirtschaft in den Mischwuchs regulierend und steuernd eingegriffen werden sollte. Es gehe vor allem darum, wachstumsunterlegene Arten zu fördern. Fichte und Esche würden sich im Laufe der kommenden Jahre allmählich verabschieden, erklärte Heid. Daher werde aktuell schon darauf geschaut, Fichten im Alter von 60 bis 70 Jahren zu schlagen, da so ein guter Ertrag erzielt werden könne beim Verkauf. 

Hoffnungen: Eiche

Im weiteren Verlauf des Rundgangs zeigte Heid auf, dass in die Eiche große Hoffnungen gesetzt werden, was die Zukunft von Berg- und Auwald betreffe. Sie sei eine stabile, ertragreiche Sorte, bei der man allerdings auch viel Geduld brauche. Exemplarisch legte er dar, wie eine Eichenpflanzung mit 60 Trupps pro Hektar, insgesamt also 1200 Pflanzen, aussehen könne. Dazu könnten sich als weitere Sorten Ulme, Linde und Feldahorn gesellen. 

Die Forsteinrichtung für die kommenden zehn Jahre befindet sich momentan in der vorbereitenden Phase. Bei einer Bepflanzung von rund 100 Hektar wären das vorstellbare Kosten von rund 1,5 Millionen Euro für das kommende Jahrzehnt. Ob es dazu kommen wird, entscheidet in letzter Instanz allerdings der Lahrer Gemeinderat.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Lahr

vor 51 Minuten
Meißenheim
Die Begehung im Meißenheimer Wald zeigte Schäden auf, die das Baumwachstung deutlich beeinträchtigen. Bei der Forstbilanz kam man mit einer schwarzen Null heraus.
vor 3 Stunden
Lahr
Die Hilfsprojekte vor Ort will der Lahrer Rotary-Club fortführen. Die Anstrengungen im internationalen Bereich will man wegen Corona sogar verstärken.
vor 6 Stunden
Lahr
Bürgermeister Guido Schöneboom sieht in der Lahrer Lernplattform Erna einen Quantensprung für die Musikpädagogik. 
vor 10 Stunden
Lahr
Der scheidende Rektor Joachim Rohrer war sehr stolz auf den Jahrgang 2021 am Clara-Schumann-Gymnasium: Zahlreiche Preise für hervorragende Leistungen vergeben. 
vor 10 Stunden
Lahr
Das Mehrwegsystem bei Bier, Limo und Mineralwasser schont die Umwelt. Der möglichst rasche Umschlag des Leerguts erfordert ein ausgeklügeltes Management.
Genesungsbegleiterin Sabine Singler ist eine der Verantwortlichen des Mittagstischs.
vor 10 Stunden
Lahr
Die Tagesstätte des Caritasverbands Lahr für Menschen mit psychischen Erkrankungen kann wieder ihr Kochangebot machen. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind willkommen.
vor 10 Stunden
Lahr
Auf dem früheren Postareal soll sich so schnell wie möglich etwas tun. Das ist der ausdrückliche Wunsch der SPD-Gemeinderatsfraktion
vor 16 Stunden
Schwanau
Ein Fernsehteam des Südwestrundfunks filmte beim Reit- und Fahrverein Ottenheim für die Landesschau. Vorsitzender Elmar Trunkenbolz fuhr die Gäste mit der Kutsche über das Gelände.
02.08.2021
Lahr - Sulz
Eine 14-Jährige soll am Sonntag in Lahr-Sulz einen Mercedes gesteuert und damit einen BMW beschädigt haben. Zeugen wollen das Mädchen als Fahrerin identifiziert haben, die bei der Polizeikontrolle aber schon auf dem Beifahrersitz saß.
02.08.2021
Friesenheim - Oberschopfheim
Unbekannte sind in der Nacht auf Sonntag in eine Gaststätte in Oberschopfheim eingebrochen. Trotz sofortiger Fahndung der Polizei konnten die Täter flüchten.
01.08.2021
Lahr - Sulz
Die lange Auszeit ist beendet – in der Sulzer „Trotte“ geht es am Dienstag kommender Woche wieder los. Für den Zutritt ist die Luca-App maßgeblich.
01.08.2021
Lahr
Die Pandemie hat bei der Lahrer Tafel, die genießbare Lebensmittel günstig an Menschen in schwieriger finanzieller Situation weitergibt, Spuren hinterlassen. Die Leiterin Ingrid Schatz informiert über die aktuelle Lage.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Bester Service an drei Standorten: In Offenburg, Oppenau und Achern, kümmern sich die Teams des Autohauses Roth um die Fahrzeuge der Kunden. 
    31.07.2021
    Beim Rundum-Service steht der Kunde im Mittelpunkt
    Persönliche Betreuung, kundenorientierter Service – dafür steht das Autohaus Roth seit 45 Jahren. Der Spezialist für die Marken PEUGEOT, CITROËN und SUBARU deckt das mobile Leben mit einem umfassenden Leistungspaket ab. Überzeugen Sie sich selbst!
  • Bester Service an drei Standorten: In Offenburg, Oppenau und Achern, kümmern sich die Teams des Autohauses Roth um die Fahrzeuge der Kunden. 
    31.07.2021
    Beim Rundum-Service steht der Kunde im Mittelpunkt
    Persönliche Betreuung, kundenorientierter Service – dafür steht das Autohaus Roth seit 45 Jahren. Der Spezialist für die Marken PEUGEOT, CITROËN und SUBARU deckt das mobile Leben mit einem umfassenden Leistungspaket ab. Überzeugen Sie sich selbst!
  • Persönlicher Kontakt, kurze Wege: Dafür steht das Autohaus Schillinger in Offenburg-Albersbösch. 
    30.07.2021
    Bester Service Ortenau, Juli 2021
    Das Autohaus Schillinger hat seit 1946 einen festen Platz in der Offenburger Unternehmensgeschichte. Die Entwicklung vom Zwei-Mann-Betrieb zum heutigen Unternehmen mit 20 Mitarbeitern wurde konsequent von Familie Schillinger und einem engagierten Team vorangetrieben.
  • 30.07.2021
    Bester Service: Serie der Mittelbadischen Presse
    Wir wissen es seit Jahrzehnten: Die natürlichen Energieressourcen sind endlich. Und die Nutzung, vor allem die Verbrennung, ist klimaschädlich. Alternative Quellen intelligent nutzen, nachhaltig leben und wirtschaften sind die Aufgaben der Zukunft.