Kosmopolit, Manager, Kinderbuchautor

Wie sich der Lahrer Christian Rook die Welt in seine Bücher holt

Juliana Eiland-Jung
Lesezeit 3 Minuten
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01. März 2024
Autor Christian Rook.

Autor Christian Rook. ©Juliana Eiland-Jung

Veränderungen prägen das Leben von Christian Rook. Der Manager, der viel gereist ist und heute in Lahr wohnt, hat sein erstes Kinderbuch geschrieben – nicht nur für den eigenen Nachwuchs.

Es wird einem ein bisschen schwindlig, wenn Christian Rook von seinen vielen Aktivitäten erzählt. Gerade war der 55-jährige selbstständige Interims-Manager wochenlang in Japan, jetzt ist er wieder in Lahr und arbeitet in seiner Freizeit unter anderem an einem neuen Buchprojekt. Eigene Gedichte hat er schon veröffentlicht, außerdem Ringelnatz-Verse vertont und mit einem Musiker professionell eingespielt. Erst im vergangenen Dezember hat Rook sein erstes Kinderbuch veröffentlicht. "Matthes und der Schatz in der Karibik" heißt es, gewidmet seinen Kindern – von denen zwei sogar aktiv daran mitgewirkt haben.

Bücher selbst zu veröffentlichen ist gar nicht mehr so ungewöhnlich. Dass ein Familienvater und Manager, der 2019 Burn-out hatte – und auch darüber ein Buch geschrieben hat – dennoch noch so viel Zeit und Energie findet, Bücher zu schreiben, ist aber auf jeden Fall ungewöhnlich. Rook beschreibt sich als "Scanner-Persönlichkeit", was gut zu seinem Beruf passe und auch ein Stück weit sein Interesse für viele verschiedene Bereiche des Lebens erkläre. Hinzu komme – vielleicht durch das Aufwachsen in der DDR verstärkt – seine Bereitschaft, sich immer wieder auch örtlich zu verändern.

Die Aufzählung von Wohn- und Arbeitsorten würde den Rahmen sprengen, aber nachdem er am 9. November 1989 – "als Zweiter am Checkpoint Charlie", wie Rook betont – erst Westberlin und dann die ganze Welt bereiste, sei er zum Kosmopoliten geworden. Südafrika, Nordamerika, später beruflich in aller Welt unterwegs als "Aufräumer" für Firmen in schwieriger Lage. Seit 2009 lebt er in Baden, seit 2019 in Lahr.

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"Nur in Aruba war ich noch nie, es ist also ein bisschen so wie bei Karl May", gibt Rook zu. Denn Aruba ist einer der Orte, an dem die abenteuerliche Geschichte von Matthes spielt, die mit den Worten "Und wieder einmal klingelte Matthes‘ Telefon" beginnt. Genau damit nämlich fingen auch die Gute-Nacht-Geschichten an, die Christian Rook seinen beiden damals achtjährigen Zwillingen erzählte, und die nun, ausgeschmückt und erweitert, das Grundgerüst des Kinderbuchs bilden.

Verschiedenste Einflüsse

In die Handlung der Geschichte fließen dann verschiedenste Einflüsse ein. Mal ist das ein Vulkanausbruch in Island, ein andermal der Bezug zur Titanic oder zur Filmreihe "Fluch der Karibik", aber auch das Landelinsfest in Ettenheimmünster kommt vor. Wie passt das zusammen? Es muss gar nicht zusammenpassen, denn die Episoden springen zwischen Realität und Fantasie hin und her. So wie für Kinder in Lahr die Karibikinsel Aruba ausgesprochen exotisch ist, dürfte für englischsprachige Kinder Ettenheimmünster und die Legende von St. Landelin recht abenteuerlich wirken. Rook hat tatsächlich vor, das Buch ins Englische zu übersetzen und auch dort herauszubringen. Außerdem ist ein Hörbuch geplant – eine Ausbildung zum Hörbuchsprecher hat er inzwischen absolviert.

Noch ungewöhnlicher als die Geschichte selbst ist der Anhang, der Hintergrundwissen liefert – das man nicht braucht, um die Geschichte zu verstehen, aber vielleicht doch interessant findet. Auf Verkaufserfolge angewiesen ist Rook nicht. "Ich habe das Buch vor allem für meine Kinder geschrieben". Gleichwohl freut er sich über viele junge Leser.
Das Buch: Christian Rook: Matthes und der Schatz in der Karibik. Verlag Tredition, erhältlich im Buchhandel.

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