Schwanau - Ottenheim

Winterkonzert in Ottenheim steht im Zeichen des Abschieds

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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13. Januar 2020

Die Musiker boten den Besuchern in der voll besetzten Rheinauenhalle ein vielfältiges Programm ©Thorsten Mühl

Das Winterkonzert des Musikvereins Ottenheim (MVO) stand am Samstagabend ganz im Zeichen des Abschieds von Dirigent Roland Gutbrod. Dem wurde mit einer Mischung aus neuen Stücken und Klassikern aus 20 Jahren Gutbrod-Dirigat Rechnung getragen.
 

20 Jahre war Roland Gutbrod Dirigent des Musikvereins Ottenheim (MVO), am Samstag wurde ihm mit dem Winterkonzert ein würdiger musikalischer Abschied bereitet. Am Ende wurde Gutbrod zum MVO-Ehrendirigent ernannt (wir werden noch berichten). 

Zuvor erlebten mehrere hundert Besucher in der voll besetzten Rheinauenhalle eine musikalische Mischung aus neu einstudierten Stücken und einen Auszug des Besten aus 20 Jahren Gutbrod-Dirigats. Moderiert wurde der Ablauf in bewährter Weise von Paul Gnacke. Das anspruchsvolle Programm begann mit Peter Tsjaikovskis „Ouverture 1812“, einer Komposition, die anlässlich des Baus der Moskauer Christ-Erlöser-Kirche entstand. Hintergrund war Russlands Sieg im „Vaterländischen Krieg“ über Frankreich. Entsprechend wettstreiten im opulenten Stück selbst dann auch die Hymnen beider Staaten um die Vorherrschaft. 

Musikalische Bilder

Gewaltig stellte sich dann „The Wall“ aus der Feder von Otto M. Schwarz dar. Besonderheit: Das Ensemble wechselte mitten im Stück in die Rollen von ins Gespräch vertieften Stadtbewohnern und Marktbesuchern – eine ungewöhnliche Konstellation, um musikalische Bilder für den Zuhörer zu erzeugen. Weitere musikalische Bilder stellten in ganzer militärischer Präzision voranschreitende römische Truppen dar, mit dem Ziel, den titelgebenden Grenzwall Limes zu überschreiten. 

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Ein Glanzpunkt des Konzertabends stellte Johan de Meijs Verbeugung vor der jiddischen Volksmusik – die „Klezmer Classics“ – dar. „Diese Musik ist mal schluchzend, mal weinend, lädt dann aber auch wieder zum Tanzen ein“, umschrieb es Paul Gnacke. Verschiedene Motive (Gutenacht-Lied, Versöhnungslied, Loblied auf den Sabbat) fließen in das Stück ein, als Solisten traten unter anderen Jonas Fertig, Ralf Kurz und Dieter Scharold in Erscheinung. Ein Medley mit Melodien aus dem Musical „Elisabeth“ – Paul Gnacke kommentierte launig „In Odne würden wir d'Lisbeth sagen“ – rundete den ersten Konzertteil ab.

Nach der Pause ging es mit einer beschwingten, temporeichen Mischung weiter. Das deutete bereits Queens „Bohemian Rhapsody“ mit seiner eingängigen und im Ohr bleibenden Melodieführung an. Nach langsamem Start steigert sich das Stück zum furiosen Finale (Stichwort: „Nothing really matters to me“) hin. Herbie Hancocks „Watermelon Man“ stellt eines der weltweit bekanntesten Jazz-Stücken dar, das sich ebenfalls durch seine eingängige Melodie auszeichnet. Nicht jeder mag Jazz, doch die Interpretation durch ein Orchester verleiht dem Klassiker, wie in Ottenheim zu bewiesen, eine ganz eigene Richtung, auf die sich die Zuhörer gerne einließen. 

Temporeiche Komposition

Heldenhaft ging es weiter mit Michael Kamens Suite aus dem Film „Robin Hood-König der Diebe“ mit Kevin Costner in der Hauptrolle. Die temporeiche Komposition nimmt den Zuhörer mit auf eine emotionale Berg- und Tal-Fahrt, wobei man dem charmanten Räuber aus dem Sherwood Forest über die Schulter schauen kann, bei seinem Bestreben, England von der Tyrannei zu befreien. 

Eindringlich und emotional rundete der MVO das Konzert schließlich mit Andrea Bocellis „Vivo per lei“ („Ich lebe für sie“), einer Liebeserklärung an die Musik, ab. Besser hätte man vielleicht auch Roland Gutbrods Wirken beim Musikverein nicht zusammenfassen können.

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