Meißenheim

Zahl der Geflüchteten steigt - Meißenheim reaktiviert Unterkunft

Autor: 
Ulrike Derndinger
Lesezeit 3 Minuten
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02. Dezember 2021

Der Riedhof in Meißenheim. ©Christoph Breithaupt

Die Unterkunft in Meißenheim wird reaktiviert, weil die Zahlen steigen. Hier bleiben Antragsteller während ihres laufenden Asylverfahrens. Die vorläufige Unterbringung regelt der Landkreis. 

Im Riedhof in Meißenheim sind erneut Geflüchtete vorläufig untergebracht worden. Die ersten Bewohner sind am 23. November eingezogen, aktuell sind 34 der 41 Plätze belegt. Grund dafür sind steigende Zahlen von Geflüchteten, die das Land Baden-Württemberg dem Ortenaukreis zuweist, teilt das Amt auf Anfrage mit.

Der Ortenaukreis reaktiviert den neueren Hoteltrakt des Riedhofs, um eine wachsende Zahl Geflüchteter unterbringen zu können. Von Januar bis November sind im Kreis 639 Personen neu in die vorläufige Unterbringung gekommen. Zum 30. November befinden sich insgesamt 870 Menschen in diesem Status. 843 Plätze standen dafür zur Verfügung – als Konsequenz wurde der Riedhof mit den 41 Plätzen jetzt wieder in Betrieb genommen, erläutert das Amt. Gegenwärtig sind die Kapazitäten des Ortenaukreises zu 94 Prozent ausgelastet.

Zweite Stufe

Die vorläufige Unterbringung ist die zweite Stufe nach der Erstaufnahme in einer Landesaufnahmeeinrichtung, wo die Menschen registriert werden und einen Asylantrag stellen. Sie liegt in der Verantwortung der Stadt- und Landkreise. Hier bleiben die Antragsteller während ihres laufenden Asylverfahrens. Sie endet nach Anerkennung oder rechtskräftiger Ablehnung des Asylantrags, aber maximal nach 24 Monaten, so das Amt weiter.

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Nachdem die Geflüchtetenzahlen in den vergangenen Jahren gesunken waren, sind sie in diesem Jahr wieder angestiegen. Der Trend sei laut Landratsamt auch auf Bundes- und Landesebene zu beobachten. Der Ortenaukreis unterhält in Achern, Friesenheim, Gengenbach, Lahr, Meißenheim, Offenburg und Zell am Harmerbach Einrichtungen der vorläufigen Unterbringung. Aufgrund der steigenden Zahlen wird nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten gesucht, um die Kapazitäten aufzustocken. Die Zahlen zum Vergleich: 2015 kamen im Ortenaukreis 4150 Personen neu in die vorläufige Unterbringung. 2016 halbierte sich die Zahl. Ein Tiefstand wurde im Vorjahr erreicht mit 501 Geflüchteten, bevor die Zahl in diesem Jahr auf 639 Personen anstieg.

Die Gemeinde Meißenheim vermietet derzeit drei Wohnungen im Riedhof an Geflüchtete, die sich in Anschlussunterbringung befinden. Die Anschlussunterbringung folgt der vorläufigen Unterbringung. Dazu gibt es eine halbjährliche Quotenberechnung für die Kommunen.

Das Landratsamt hat Teile des Riedhofs seit November 2015 gemietet. Der Vertrag läuft noch bis zum 31. Oktober 2022. Anfänglich waren der Hoteltrakt sowie zwei Wohnungen für die Unterbringung von Flüchtlingen verfügbar. In den Jahren 2016 und 2017 kamen zwei weitere Wohnungen hinzu, die beiden verbleibenden Wohnungen wurden vom Eigentümer selbst vermietet. 2018 wurde aufgrund zurückgehender Flüchtlingszahlen eine Wohnung an den Eigentümer zurückgegeben. Als Einrichtung der vorläufigen Unterbringung wurde der Riedhof zum 31. März 2019 geschlossen.

Laut Bürgermeister Alexander Schröder werde sich das Flüchtlingsnetzwerk wieder im Riedhof engagieren und den Geflüchteten verschiedene Angebote machen. 

Stichwort

Geflüchtete im  Ortenaukreis:

Die 639 Neuzugänge an Geflüchteten im Ortenaukreis 2021 stammen zu 30 Prozent aus Syrien, aus 16 weiteren Nationen (20 Prozent), aus der Türkei (14 Prozent), aus Irak (10 Prozent), Afghanistan (9 Prozent) und Nordmazedonien (6 Prozent), 9 Prozent haben eine ungeklärte Staatsangehörigkeit. 
Die insgesamt 870 Geflüchteten in der vorläufigen Unterbringung sind zu 38 Prozent Einzelpersonen und zu 62 Prozent Familien. 

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