ZDF interviewt Lahrer Genossen zur Großen Koalition

Autor: 
Jacqueline Meier
Lesezeit 3 Minuten
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09. Februar 2018

Der Verhandlungsmarathon von CDU/CSU und SPD ist beendet, die Parteien haben sich am Mittwoch geeinigt. Und just an diesem Abend – der Zufall wollte es so – hatte der SPD-Ortsverein zur Mitgliederversammlung eingeladen. Für das ZDF eine gute Gelegenheit, Mitglieder der Basis zu befragen. 

Dass er sich mal in einem Fernseh-Interview über die Bundespolitik äußern würde, hätte sich Roland Hirsch, SPD-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, sicher nicht träumen lassen. Am Mittwochabend bei der Mitgliederversammlung in der »Dammenmühle« aber hielt ihm eine Reporterin des ZDF ein Mikro­fon unter die Nase, die Kamera war auf ihn gerichtet und nahm jedes Wort auf, das er sagte.

Hirsch: »Zwei Machtzentren«

Er finde es gut, dass Martin Schulz den Parteivorsitz an Andrea Nahles abgeben und selbst das Außenministerium übernehmen wolle, meinte Hirsch. Damit entstünden zwei Machtzentren, in denen die SPD ihre Handschrift beweisen könne, war zwei Stunden später im »Heute-Journal« zu hören. 

Kremling-Deinert: »Opposition wäre glaubwürdiger«

Mit Stefanie Kremling-Deinert hatte das Kamerateam aber auch eine Stimme gegen die Große Koalition aufgenommen. Sie fände die Partei glaubwürdiger, wenn sie zu ihrem Wort vom Wahlabend im Herbst 2017 stehen und in die Opposition gehen würde. 
Der Beitrag über die Mitgliederversammlung, der am Ende ausgestrahlt wurde, dauerte nur eine knappe Minute, zeigte aber, wie unterschiedlich die Meinungen an der Basis sind. 

Fechner: »Verhandlungen gewonnen«

Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner, der bei den Verhandlungen im Team Inneres und Recht gesessen hatte, hatte extra eine Fraktionssitzung in Berlin geschwänzt, um in seinem Wahlkreis an diesem Abend das 177 Seiten starke Papier und die darin enthaltenen Ergebnisse zu erläutern. »Wir dürfen nicht mehr so rumlavieren und absichern wie in der letzten Periode«, sagte er. Die SPD sei im Maschinenraum des Schiffs gewesen, die Kanzlerin auf dem Sonnendeck. »Wir haben die Wahl verloren, aber die Verhandlungen gewonnen«, sagte er und forderte die Partei auf, ruhig mit etwas politischer Rauflust ans Werk zu gehen. 

OB Müller: »Aus der Saat was machen«

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»Wir müssen uns befleißigen und aus der ausgebrachten Saat was machen«, sagte Oberbürgermeister und Parteimitglied Wolfgang G. Müller. Im Sinneswandel von Martin Schulz, der sich ursprünglich gegen eine Koalition ausgesprochen hatte, sieht er keinen Widerspruch oder Wankelmütigkeit. »Dinge ändern sich«, so der OB. »Wer jetzt in die Opposition gehen will, hat Sehnsucht nach Bedeutungslosigkeit.« 

Klare Mehrheit für Groko

»Mit der Gewissensfrage ist jetzt jeder allein für oder gegen den Vertrag mit der CDU«, sagte Nachrichtensprecherin Marietta Slomka am Ende des Beitrags. Bei der Abstimmung unter den 34 anwesenden Mitgliedern zeigte sich mit 29 Ja-Stimmen eine deutliche Mehrheit für die Groko. Einer war dagegen, drei haben sich noch nicht entschieden. 

Info

Jetzt sind die Mitglieder am Zug

Vom 20. Februar bis zum 2. März wird die SPD-Basis zum Mitgliederentscheid aufgefordert. Das Ergebnis soll am 4. März verkündet werden. SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner appellierte an die Mitglieder, an der Wahl teilzunehmen. »Es wäre peinlich, wenn wir nur 20 Prozent Wahlbeteiligung hätten«, sagte er.

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