Friesenheim - Oberschopfheim

Zertifikat für Oberschopfheimer Kindergarten »Franziskus«

Autor: 
Katja Manitz
Lesezeit 3 Minuten
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10. August 2018

Auch Mädchen macht das Forschen Spaß. Farbexperimente brachte interessante Ergebnisse. ©Katja Manitz

Der Franziskus-Kindergarten in Oberschopfheim darf sich jetzt »Haus der kleinen Forscher« nennen. Am Freitag erhielt das Kindergarten-Team das begehrte Zertifikat der gleichnamigen Stiftung und feierte die Auszeichnung gleich mit einem experimentierfreudigen Forscherfest. 

 »Ich schau, ob da ‘ne neue Farbe rauskommt«, erzählt Emma und tropft ganz konzentriert – mit zwei Pipetten gleichzeitig, die zwei mit Wasser verdünnten Farben Gelb und Blau in ein Reagenzglas. Vorher hat sie verschiedenfarbiges Krepp-Papier in einen Wasserbecher gelegt und so rotes, blaues und gelbes Farbwasser gewonnen. Dieses und weitere Experimente zogen die Kindergartenkinder magisch an, selbst kleinere Geschwister waren eifrig bei der Sache. 

Zertifikat erhalten

Andreas Klöble, Bildungsreferent an der IHK Südlicher Oberrhein, hatte als lokaler Netzwerkpartner der in Berlin ansässigen gemeinnützigen Stiftung »Haus der kleinen Forscher« die, wie er sagte, »freudige Aufgabe, Plakette und Zertifizierung zu überreichen«. Er hob gegenüber Leiterin Kerstin Schaub, den Kindergärtnerinnen, Kindern und Eltern zugleich den Stellenwert der Auszeichnung hervor: Von den insgesamt 650 Einrichtungen im Kammerbezirk sind momentan 450 durch Fortbildungen aktiv. Der Oberschopfheimer Kindergarten ist die 68. Einrichtung, der nach seiner Bewerbung den Zertifizierungsprozess durchlaufen und jetzt das begehrte Zertifikat in den Händen hält. Insgesamt sechs Kurse haben die Kindergärtnerinnen Stefanie Renter und Ulrike Horn bisher besucht: in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik sowie im naturpädagogischen Bereich. 

Eigene Schlüsse ziehen

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Das Zertifikat gilt zunächst für zwei Jahre. Spätestens dann sind wieder regelmäßig Workshops zu absolvieren. Mehr Freude als Pflicht bereiten sie Stefanie Renter, die persönlich viel Spaß an der Fortbildung hatte und neue Impulse für den Kindergartenalltag erhält. »Viele Kinder machen sich selbst Gedanken über alltägliche Phänomene und bringen ihr Wissen ein. Wir begleiten sie dabei, eigene Schlüsse zu ziehen«, fasst sie den pädagogischen Ansatz zusammen. »Wir freuen uns, dass wir den Kindern Einblicke in verschiedene naturwissenschaftliche Bereiche ermöglichen können, wo sie selbst Dinge ausprobieren und so Alltagsphänomene erforschen können«, ergänzte Leiterin Kerstin Schaub bei der offiziellen Übergabe. 

In Zukunft soll es für die Kinder weitere, regelmäßig Angebote geben. Experimente zu den Themen Wasser, Luft und Farben/Licht konnten sie bereits am Freitag wagen und neugierig fragen: »Wieso weshalb, warum?« – gemäß dem Stiftungsmotto: Forschen beginnt mit fragen. Beim Experiment »Das geheimnisvolle Schwarz« zum Beispiel, zeichneten die kleinen Entdecker mit einem wasserlöslichen Stift einen schwarzen Kreis auf weißes Filterpapier und tröpfelten Wasser darauf. So entdeckten sie spielerisch die Zusammensetzung von Schwarz und Farbverläufe: »Da sind noch andere Farben drin«, bekundet etwa begeistert der sechsjährige Till: zum Beispiel Rosa und Türkis. Mit Wasserfarben und Salz malen konnten sie auch und beobachten, welche Effekte das Salz auf dem nassen Papier erzeugt. 

Buch überreicht

IHK-Bildungsreferent Klöble schenkte den Kindern übrigens das Buch »Der Schwarzwald wimmelt«, eine große Packung bunter Luftballons und Gummibärchen. Ob die kleinen Entdecker mit Ballons und Süßigkeiten auch experimentieren? Da kann man bei ihrem kindlichen Forschergeist fast sicher sein. 

Info

Entdeckerfreude pädagogisch unterstützen

Die gemeinnützige bundesweite Stiftung „Haus der kleinen Forscher« greift die Entdeckerfreude, Neugier und den Drang zu fragen auf und engagiert sich seit 2006 für eine pädagogisch unterstützte frühe Bildung von Mädchen und Jungen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Mit dem Spaß am Lernen in Kindergärten, Horten und Grundschulen entwickeln Kinder gleichzeitig eine Fähigkeit fürs Leben: die immerwährende Suche nach Antworten. Unterstützt wird sie von mittlerweile 230 Netzwerkpartnern vor Ort, das können Kita-Träger, Bildungseinrichtungen, Jugendämter und Wirtschaftsverbände sein. 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Stiftung. Mehr unter www.haus-der-kleinen-forscher.de.

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