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Schwanau - Wittenweier

Zoff um Bullenstall in Wittenweier

Geplanter Stall in Wittenweier soll deutlich größer werden / Ortsvorsteher muss Zuhörer ermahnen
11. Januar 2017
&copy Archivfoto

Die erste Wittenweierer Ortschaftsratssitzung des neuen Jahres lieferte einigen Zündstoff. Konträr zu den winterlichen Temperaturen sorgte der Bauantrag zum Neubau eines Bullenstalls für heiße Diskussionen, bei denen auch die Zuhörer mitmischten.

Bereits im Sommer 2013 hatte der Plan eines Wittenweierer Landwirts, in der Hauptstraße einen Bullenstalls für 250 Zuchtbullen zu bauen, zu massivem Unmut bei einigen Angrenzern geführt. Der Wittenweierer Ortschaftsrat hatte dem Schwanauer Bau- und Planungsausschuss seinerzeit eine Realisierung des Vorhabens empfohlen, der Ausschuss war dieser mehrheitlich gefolgt. Vier Jahre sind seither vergangen, doch das Vorhaben sorgt nun weiterhin für massiven Diskussionsbedarf. 

Am Dienstagabend kam das Thema im Ortschaftsrat wiederum auf die Tagesordnung. Es ging diesmal um einen Mitte Dezember 2016 eingereichten Änderungsantrag des Landwirts zum Neubau des Stalls, außerdem von Silo und Dunglege. Konkret geht es um die Verschiebung des Gebäudes um 0,70 Meter nach Norden, also vom Ort weg. Daneben soll das Gebäude um 0,35 Meter erhöht und der Dachüberstand beidseitig um jeweils drei Meter vergrößert werden.

Zuhörer hatten bereits in der Frageviertelstunde der Sitzung Verwunderung und Kritik angesichts der Nachtragspläne geäußert. Von »einem geschickten Schachzug« war die Rede, ebenso angesichts einer Vergrößerung auf 1600 Quadratmeter Dachfläche die Beachtung von Brandvorschriften offen angezweifelt. Mehrere Zuhöre kritisierten zusätzlich die Zustände der Tierhaltung auf dem Hof, wobei Ortsvorsteher Sven Kehrberger (CDU) der in Teilen ausufernden Diskussion mit Verweis auf die Gemeindeordnung einen Riegel vorschieben musste. 

Klage abgewiesen

Der Ortsvorsteher schilderte, dass gegen das Vorhaben im Nachgang 2013 geklagt worden sei. Die Klage sei allerdings in zwei Instanzen abgewiesen worden. Mit Blick auf die Ergebnisse der Angrenzeranhörung und des Votums der beurteilenden Fachbehörden, in erster Linie vor allem des Landratsamts, müsse auf deren Urteil vertraut werden, argumentierte Kehrberger. »Wir gehen davon aus, dass ein solches Vorhaben nur genehmigt wird, wenn tatsächlich keine entscheidenden Belange dagegen sprechen. Im vorliegenden Fall ist das Vorhaben grundsätzlich genehmigungsfähig«, so Kehrberger. Er zeigte Verständnis für die offene und auch lautstarke Empörung einiger Zuhörer. Diesen stehe es frei, sich nochmals an die Behörden oder die Kommune zu wenden, stellte Kehrberger klar. Im weiteren Sitzungsverlauf konnte sich der Antragssteller noch zu Wort melden. Dieser bestätigte die Darstellung der Pläne und begründete den größeren Dachabstand mit dem Schutz der Tiere vor wechselhaftem Wetter. Die Verschiebung des Gebäudes begründete er mit der notwendigen Einhaltung des Grenzabstands. Die Erhöhung des Gebäudes hänge mit dem notwendigen Dachwinkel zusammen. Zuhörer kritisierten die Nachtragspläne, anders, als vom Ortsvorsteher dargestellt, als »keine geringfügige Modifikation, sondern eine Riesenerhöhung«. 

Kehrberger schritt, als Zuhörer, obgleich die Frageviertelstunde bereits aufgehoben war, den Sitzungsverlauf erneut mit Zwischenrufen stören wollten, unter Verweis auf die Regularien der Gemeindeordnung ein und brach den Versuch einer Grundsatzdiskussion zum Thema Tierhaltung ab.

Eine Enthaltung

Georg Zeller (FWV) sagte, die Beurteilung einzelner Aspekte überschreite die Kompetenzen des Rats. Daher sei hier nicht der Ort für vertiefende Diskussionen zur Tierhaltung und ähnlichen Themen. Er persönlich habe »kein Problem« mit dem vorliegenden Antrag. 
Der Ortschaftsrat stellte sich bei einer Enthaltung von Stefan Roll (FWV) hinter den vorliegenden Änderungsantrag und sprach eine Empfehlung an den Schwanauer Bau- und Planungsausschuss aus, dem Vorhaben Zustimmung zu erteilen.

Autor:
Thorsten Mühl

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